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Grafite wurde in der Saison 2008/2009 mit 28 Treffern Torschützenkönig © getty

Wolfsburgs Stürmer Grafite spricht im SPORT1-Interview über den VfL ohne Dzeko. Für das Spiel gegen Bayern ist er optimistisch.

Von Mathias Frohnapfel

München/Wolfsburg - Das Bild ist vielen Wolfsburg-Fans noch bestens in Erinnerung: Grafite und Edin Dzeko posieren für die Kameras, haben die Arme übereinander gelegt.

Eine glückliche Erinnerung an das Meisterjahr 2009 ist das - und Vergangenheit.

Das erfolgreichste Stürmer-Duo in der Geschichte des VfL geht seit Dzekos Wechsel zu Manchester City getrennte Wege.

Der Brasilianer Grafite spricht im SPORT1-Interview über den Abschied von seinem Angriffskollegen, die Auftaktpartie gegen den FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) und seine eigene Rolle bei den "Wölfen".

SPORT1: Grafite, wie haben Sie auf die Nachricht reagiert, dass Edin Dzeko Wolfsburg verlassen würde?

Grafite: Für mich war das keine Überraschung mehr, weil es ja schon vorher sehr viele Spekulationen gegeben hatte. Natürlich waren wir alle traurig, denn wir haben nicht nur einen Teamkollegen, sondern auch einen hervorragenden Mitspieler verloren. Er hätte uns sicher bei den Aufgaben in der Rückrunde sehr helfen können.

SPORT1: Was bedeutet der Abschied Dzekos, der ja auch VfL-Kapitän war, für Wolfsburg Ambitionen?

Grafite: Das heißt, dass wir alle noch mehr kämpfen müssen. Es ist immer schwer, in der Saison einen guten Spieler abgeben zu müssen. Wir werden ihn vermissen, aber wir haben immer noch tolle Spieler in Wolfsburg, die die Arbeit machen werden und uns helfen werden, unsere Ziele zu erreichen.

SPORT1: Mit Dzeko haben Sie eines der gefährlichsten Angriffsduos der Liga gebildet. Befürchten Sie, dass es nun leichter wird, Wolfsburg zu schlagen?

Grafite: Obwohl Dzeko ein großartiger Spieler ist, haben wir noch genug Qualität hier. Und wir haben auch in der Offensive weiter genug Stärken, um das Tor des Gegners in Gefahr zu bringen.

SPORT1: Ohne Dzeko werden Sie in der zentralen Stürmerposition spielen. Denken Sie so mehr Tore erzielen zu können?

Grafite: Ja, das wird wohl so sein. Ich habe immer lieber zentral gespielt und das gut gemacht. Es ist wahrscheinlich, dass ich jetzt mehr Torgelegenheiten bekomme. Ich hoffe, dass ich Wolfsburg so helfen kann, eine erfolgreiche Rückrunde zu spielen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

SPORT1: Zum Auftakt geht es gleich gegen die Bayern. Wie kann Wolfsburg das Münchner Spiel ins Stocken bringen?

Grafite: Gegen Bayern zu spielen, ist immer kompliziert. Ich denke, wir müssen auf der Hut sein, genau auf die Räume schauen und Bayern keinen Platz lassen, von dem sie profitieren könnten. Wenn wir das so umsetzen, können wir sie überraschen.

SPORT1: Ist es möglich, Bayern zu schlagen?

Grafite: Sicher! Mit der Einstellung werden wir auch ins Spiel gehen. Wir müssen auf den Platz gehen und an den Sieg glauben. Es ist die Mentalität, die uns helfen wird, wieder in die Erfolgsspur zu kommen.

SPORT1: Aus Ihrer Sicht: Warum lief bei Wolfsburg vor der Winterpause so wenig zusammen?

Grafite: Wir haben die Siege meist wegen Details aus der Hand gegeben - auch aus Konzentrationsmangel vorm gegnerischen Tor. Wir arbeiten im Moment hart, um uns zu verbessern und die Punkte zu holen, die wir brauchen.

SPORT1: Ließ zum Endspurt vor der Winterpause auch die Motivation nach? Schließlich sind die internationalen Plätze schon ziemlich weit für Wolfsburg entfernt.

Grafite: Bis dorthin ist es tatsächlich weit, aber es ist noch möglich. Wenn wir eine Siegesserie starten, wird es eine Frage der Zeit sein, bis wir da oben anklopfen. Doch im Moment ist es natürlich schwer darüber zu sprechen. Wir müssen an unseren Job denken und uns vor allem auf das jeweils nächste Spiel konzentrieren. Dann können wir auch an die Europapokalplätze denken.

SPORT1: Und welche Headline würden Sie gerne über Wolfsburg am Ende der Saison lesen?

Grafite: Vielleicht so etwas wie "Außergewöhnliche Aufholjagd" oder "Wolfsburg spielt eine starke Saison und erobert einen Europa League-Platz?"(lacht). Das ist im Moment ein Traum, aber es bleibt auch ein Ziel.

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