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Matthias Sammer ist seit April 2006 Sportdirektor beim DFB © getty

Berichten zufolge soll Matthias Sammer neuer starker Mann beim HSV werden. Er dementiert aber konkrete Pläne, der DFB wiegelt ab.

Hamburg/Leverkusen - Matthias Sammer hat Gerüchten, er würde schon bald neuer Sportdirektor des Hamburger SV, widersprochen.

Der Sportdirektor des DFB versicherte am Rande des Rückrundenauftakts zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund, seinen Job beim Verband weiter ausüben zu wollen.

"Wenn irgendwann mal der Zeitpunkt ist, wo ich nicht mehr so gerne möchte oder wenn eine Situation eintritt, die interessant werden könnte, dann spreche ich als erstes mit den beiden (DFB-Präsident Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Anm. d. Red.) - das ist eine Stilfrage", sagte Sammer bei "Sky":

"Das habe ich aber jetzt nicht getan und habe es nicht vor."

HSV hält sich bedeckt

Zuvor hatten das "Hamburger Abendblatt" und die "Bild" übereinstimmend von Gesprächen zwischen Sammer und HSV-Boss Bernd Hoffmann berichtet.

Während sich die Hanseaten zu diesem Thema bedeckt hielten, nahm der DFB in einer Stellungnahme die späteren Aussagen Sammers schon vorweg.

"Dr. Zwanziger und ich haben eine klare Verabredung mit Matthias Sammer. Er wird sich bei uns melden, falls er Veränderungspläne hat. Dies ist eindeutig nicht der Fall, deshalb müssen wir auch nicht weiter darauf eingehen", erklärte Niersbach.

Kein klares Bekenntnis zu Reinhardt

Wohl eher eine Momentaufnahme, die sich schnell ändern könnte, falls sich der 43-Jährige und der norddeutsche Traditionsklub einig werden sollten. Sammer dementierte mögliche Gespräche nicht explizit:

"Ich sage nicht in der Öffentlichkeit, mit wem ich spreche. Kontakte in meiner Position als Sportdirektor gibt es seit vier Jahren, mal intensiver mal weniger intensiv. Das ist normal in dieser Branche."

Hoffmann hatte es zuletzt vermieden, sich eindeutig zu seinem aktuellen Sportchef Bastian Reinhardt zu bekennen.

Der Ex-Profi war vor einem halben Jahr fast zufällig zu seinem Amt gekommen, nachdem Wunschkandidat Urs Siegenthaler kurzfristig abgesagt und damit die Hamburger brüskiert hatte.

Mühsame Suche nach Sportchef

Nach der Trennung von Dietmar Beiersdorfer vor 18 Monaten war die Position des Sportchefs ein Jahr lang vakant.

Hoffmann, der damalige Trainer Bruno Labbadia und auch der Aufsichtsrats-Vorsitzende Horst Becker hatten die Spielertransfers abgewickelt, nachdem zunächst kein Beiersdorfer-Nachfolger aufzutreiben war.

"Ich kann Sportmanagement, für alles Weitere müssen andere zuständig sein", sagte Hoffmann bei der turbulenten Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche, in deren Verlauf die Einkaufspolitik des Bundesliga-Neunten mehrfach heftig kritisiert wurde.

Sammer die große Lösung

Ohnehin obliegt dem dort gerade neu gewählten zwölfköpfigen Aufsichtsrat die letzte Entscheidung darüber, ob mit dem Ex-Nationalspieler ein Vertrag geschlossen wird.

Der Europameister von 1996 ist alles andere als eine Billiglösung, hinzu kommt, dass der HSV in der Rückserie hart darum kämpfen muss, noch einen Platz im internationalen Geschäft zu ergattern.

Für den Fall, dass dies erneut nicht gelingen sollte, hatte Hoffmann den Mitgliedern einen Sparkurs angekündigt.

Überblick über finanzielle Lage

Wie aus dem Kontrollgremium, das sich am 18. Januar zu seiner konstituierenden Sitzung treffen wird, verlautete, wolle man sich bei dieser Zusammenkunft zunächst einmal einen Überblick über die finanzielle Lage verschaffen und sich dabei auf keinen Fall unter Druck setzen lassen.

Auf der Tagesordnung steht auch die Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Sportlich will die Mannschaft von Trainer Armin Veh am Samstag (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) bei Schalke 04 mit dem ehemaligen HSV-Coach Felix Magath auf der Bank genauso in die Rückrunde starten wie in die Hinserie: Mit einem Sieg gegen die Königsblauen.

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