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Die Dortmunder feiern das dritte Tor durch Youngster Mario Götze (M.) © getty

Dortmund marschiert nach der Winterpause weiter Richtung Titel. Sechs starke Minuten stellen in Leverkusen die Weichen auf Sieg.

Aus der BayArena berichtet Mathias Frohnapfel

Leverkusen - Borussia Dortmund hat viele Zweifel an seiner Meistertauglichkeit weggewischt. Zum Auftakt der Rückrunde siegte der BVB bei Verfolger Bayer Leverkusen klar mit 3:1. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kevin Großkreutz mit einem Doppelpack (49., 53) und Jungspund Mario Götze (55.) trafen für den bärenstarken Tabellenführer. Stefan Kießling gelang für Bayer lediglich der Ehrentreffer (80).337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag)

Die Werkself konnte nur eine Hälfte dem BVB-Drängen standhalten und hatte selbst insgesamt zu wenige Möglichkeiten nach vorne.

"Wir haben den Fußball aus der Vorrunde gespielt und nicht unverdient gewonnen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Dass das heute ein Big Point war, ist uns schon klar. Aber es wird noch schwer genug."

Bayer-Kapitän Simon Rolfes sah Dortmund hingegen schon als Meister:"Normalerweise dürfen sie sich das nicht mehr nehmen lassen."

Adler "sprachlos"

Torwart Rene Adler stellte entnervt fest: "Das haben wir heute vergeigt. Dortmund war uns in allen Bereichen überlegen. Wie wir die Gegentore bekommen haben, war ein Genickbruch. Ich bin sprachlos."

Klopp ließ zum Rückrundenauftakt den gerade von einer Virusinfektion genesenen Lucas Barrios zunächst außen vor, für ihn spielte Robert Lewandowski.

Und für Kreativspieler Shinji Kagawa, der aktuell beim Asien-Cup für Japan spielt, bekam Mario Götze die Chance von Anfang an.

Bei Leverkusen blieb indes der zuvor lange verletzte Michael Ballack erwartungsgemäß auf der Bank. Und der Routinier musste von dort aus zusehen, wie der BVB mit dem Selbstvertrauen des souveränen Tabellenführers in die Partie startete.

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Sven Bender trifft den Pfosten

Und hätte einem Kopfball von Sven Bender nicht der Pfosten im Weg gewesen, hätte es nach zwei Minuten schon 1:0 für Dortmund geheißen.

Die Borussen spielten weiter zielstrebig nach vorn, doch die nächste Großchance hatte Leverkusen durch Stefan Kießling (18.). Ein langer Ball erreichte den Bayer-Stürmer im Strafraum, der um ein Haar freie Schussbahn gehabt hätte. Doch Neven Subotic klärte gedankenschnell mit einem sauberen Tackling.

In der intensiv geführten Partie ging es weiter hoch und runter.

Bessere Chancen für Dortmund

Dass irgendjemandem die Vorbereitung in den Knochen steckte, war nicht zu sehen. Die besseren Möglichkeiten gehörten den Dortmundern. Auch der BVB-Spielaufbau wirkte klarer und effektiver.

Nach einem Traumpass von Nuri Sahin versagten jedoch Lewandowski frei vor Adler die Nerven (24.), wenig später nahm der Pole dann aus der Distanz gefährlich das Bayer-Tor unter Beschuss (33.).

Gegen Ende der ersten 45 Minuten hatten die Hausherren leichte Feldvorteile, vor allem Sidney Sam, von den Bayer-Fans zuletzt zweimal zum Spieler des Monats gewählt, machte mächtig Betrieb. So landete seine Flanke bei Stefan Kießling, der nur knapp übers Gehäuse köpfte (39.)

Friedrich und Schwaab mit Riesenböcken

Nach der Pause ging es rasant weiter und der BVB nutzte die erste Chance durch Großkreutz (49.). Allerdings leistete sich die Bayer-Abwehr nach dem langen Einwurf von Lukasz Piszczek zwei Riesenböcke.

Sowohl Manuel Friedrich als auch Daniel Schwaab ließen den Ball passieren, Letzerer gar in Slapstick-Manier. Großkreutz musste nur noch aus gut sieben Metern abziehen.

Die nächste kalte Dusche folgte sofort: Erneut Großkreutz bedankte sich bei Lewandowski für die kluge Kopfball-Vorarbeit und traf aus 18 Metern (53).

"Das macht Riesenspaß im Moment", freute sich Großkreutz bei "Liga TOTAL!": "Der Trainer sagt immer, da muss man stehen und lauern. Ich habe da gestanden und die Dinger reingehauen."

BVB-Fans beschwören die Meisterschaft

Und damit des Guten nicht genug für Klopp und seine Zauberlehrlinge: Eiskalt wie ein Profi mit hunderten von Liga-Einsätzen traf der 18-jährige Götze zum 3:0 (55.).

Binnen weniger als sechs Minuten hatten die Schwarz-Gelben ihre Dominanz eindrucksvoll in Tore umgemünzt.

Die Dortmunder Fans waren jetzt völlig aus dem Häuschen, beschworen "Deutscher Meister - nur der BVB".

Kießlings Treffer kommt zu spät

In der Folge verwalteten die Borussen klug ihren Vorsprung, während die sichtlich geschockten Leverkusener sich mit erfolgreichen Angriffszügen schwer taten.

Kießling ließ dann noch einmal etwas Hoffnung bei Bayer aufkommen, als er den 1:3-Anschlusstreffer besorgte (80.).

Und wenig später hatte er bei einem Abschluss von der Sechzehnerkante Pech.

Doch die große Wende blieb letztlich aus.

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