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Kevin Großkreutz (2.v.r) wechselte 2009 von Rot Weiß Ahlen nach Dortmund © getty

Die Borussen genießen den Sieg über Leverkusen. Großkreutz gibt die Linie vor, Bayers Stürmer Kießling ist enttäuscht.

Aus der BayArena berichtet Mathias Frohnapfel

Leverkusen - Es stand nirgends geschrieben und doch war es für die Dortmunder wieder allgegenwärtig am Freitagabend: das M-Wort.

Die BVB-Profis hatten sich die ungezählten Fragen zur Meisterschaft redlich verdient.

Mit 3:1 fegten sie über Bayer Leverkusen hinweg und imponierten mit einem ebenso geradlinigen wie leidenschaftlichen Fußball. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dass Shinji Kagawa wegen des Asien-Cups fehlte und Torjäger Lucas Barrios wegen einer Virusinfektion nur Joker war, spielte da keine Rolle. Borussia Dortmund hatte ja Kevin Großkreutz.

"Matchwinner Großkreutz

Mit seinem Doppelpack binnen vier Minuten bereitete der Jungspund dem BVB den Weg und raste danach wie ein 100-Meter-Läufer in die Kurve, um mit den Fans zu feiern.

Von der Euphorie lasse er sich aber nicht blenden, meinte Großkreutz nach der Partie.

"Der Trainer hält uns auf dem Boden und sagt, wir sollen unser Ding durchziehen. Das tun wir", erklärte er.

"Man sieht, dass wir eine Mannschaft sind und jeder für den anderen rennt und kämpft."

Mario Götze hatte kurz nach Großkreutz zum zwischenzeitlichen 3:0 getroffen, so dass es ab der 55. Minute kein Halten mehr beim überglücklichen BVB-Anhang gab.

"Die Fans dürfen von der Meisterschaft träumen"

"Die Fans dürfen natürlich von der Meisterschaft träumen", kommentierte Großkreutz, um zugleich zu betonen:

"Wir denken aber von Spiel zu Spiel - und das nächste Spiel ist Stuttgart und da wollen wir wieder gewinnen."

Mit 46 Punkten führt Dortmund nach 18 Spieltagen die Tabelle an, hat Verfolger Leverkusen auf 13 Zähler Abstand verwiesen.

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Gut gelaunter Zorc mahnt weiter

Entsprechend gut gelaunt schlenderte auch Sportdirektor Michael Zorc durch den Bauch der BayArena.

Von einer Vorentscheidung im Titelkampf wollte er aber nichts hören. "Es war ein wichtiger Schritt, aber auch nicht mehr", sagte Zorc auf SPORT1-Nachfrage. 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag)

Denn aus seiner Sicht kann die nächste Partie bei den Stuttgartern, "die unten drin stehen", schwieriger werden als gegen Bayer.

Komplimente für sein Team hatte Zorc dennoch reichlich, sprach von einem "Bilderbuchstart" in die Rückrunde und "einer sehr guten Leistung in den ersten 60 Minuten".

Frankfurt-Pleite vergessen

Schließlich hatten die Schwarz-Gelben mit ihrer in weiten Teilen souveränen Vorstellung die leichten Zweifel weggewischt, die die Pleite in Frankfurt zum Hinrunden-Ende gebracht hatte.

"Wir haben gezeigt, dass wir die prognostizierte Krise durch das Frankfurt-Spiel nicht bekommen haben, stattdessen haben wir ein gutes Spiel abgeliefert", sagte daher Mats Hummels.

Sein Teamkollegen Roman Weidenfeller beurteilte das genauso.

"Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, mit vollem Engagement", zog der BVB-Keeper bei "Liga TOTAL!" ein rundherum positives Fazit:

"Wir haben uns darauf gefreut und die Tore zur richtigen Zeit gemacht."

Und dann verkündete Weidenfeller noch flugs, dass Dortmund jetzt sicher Meister werde - nein, das hat der Routinier natürlich nicht gemacht.

Klopp bleibt auf dem Boden

Auch Weidenfeller hielt sich an die interne Sprachregelung, das M-Wort bleibt ganz im Sinne von Trainer Jürgen Klopp tabu.

Der hatte seinem Team in der Pause Mut gemacht, gesagt, "dass wir da sind, dass unser Fußball da ist".

Und die Konsequenz, die Klopp ebenso forderte, folgte wie bestellt im zweiten Abschnitt.

Dass sein Team nach der Führung noch einmal etwas unter Druck geriet, das Gegentor durch Stefan Kießling zuließ, schmerzte den BVB-Coach nicht allzu sehr, auch wenn er feststellte:

"Da hat uns etwas die Entlastung gefehlt."

Nach einem 3:1-Sieg noch über Steigerungspotenzial zu sinnieren, in dieser komfortablem Lage wäre sie in Leverkusen gerne.

Leverkusens Defensive leitet Niederlage ein

In der ersten Hälfte stand zumindest die Defensive noch weitgehend sicher, doch die Spielkontrolle lag zumeist beim BVB.

Und nach der Pause folgte die herzliche Einladung der Verteidiger Manuel Friedrich und Daniel Schwaab an den BVB zum Toreschießen. Beide patzten vor dem 0:1.

Jupp Heynckes wollte sich diese Fehler für die interne Analyse aufheben.

"Die erste Stunde ging klar an Dortmund. Sie waren die bessere Mannschaft", lobte stattdessen der Bayer-Trainer den Gegner.

Auf sein Team wartet auf jeden Fall bis zum Spiel in Mönchengladbach einige Arbeit.

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