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Ruud van Nistelrooy (r.) erzielte in 93 Spielen 61 Treffer für Real Madrid © imago

Die "Königlichen" wollen van Nistelrooy zurück. Trainer Veh ist überrascht, Sportdirektor Reinhardt schließt einen Wechsel aus.

Von Martin Volkmar

München - Riesenwirbel um Ruud van Nistelrooy:

Ausgerechnet vor dem wichtigen Rückrundenstart des Hamburger SV bei Schalke 04 buhlt Real Madrid massiv um den Niederländer.

Der spanische Rekordmeister sucht händeringend nach einem Ersatz für Mittelstürmer Gonzalo Higuain, der nach einer Bandscheiben-OP rund vier Monate ausfällt. (VEREINSSEITE: Alles zum HSV)

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Real-Generaldirektor Jorge Valdano bereits offiziell bei den Hanseaten angefragt. Der HSV sagte allerdings postwendend ab.

"Wir haben mit Ruud gesprochen und es gibt auch ein Interesse von Real Madrid, Ruud jetzt im Winter zu holen. Aber sie haben kein Angebot gemacht und von daher müssen wir auch gar nicht groß darüber reden. Ruud bleibt natürlich bei uns", sagte Sportdirektor Bastian Reinhardt bei LIGA Total!.

Veh: "Real will ihn haben"

Trainer Armin Veh will van Nistelrooy ebenfalls nicht abgeben, da es im Sturm nach den Ausfällen von Paolo Guerrero, Mladen Petric (beide verletzt) und Heung Ming Son (Asien Cup) kaum Alternativen gibt.

Veh bestätigte gegenüber "sky": "Real will ihn haben, das wissen wir mittlerweile, weil Ruud mir das auch gesagt hat", sagte Veh, "mich hat das ziemlich überrascht".

Die "Königlichen" wollen angeblich keine Ablösesumme bezahlen und verweisen darauf, dass sie "Van the Man" vor einem Jahr ebenfalls trotz gültigen Vertrags kostenfrei an die Elbe ziehen ließen.

Angeblich sofortige Freigabe verlangt

Van Nistelrooy scheint jedenfalls Feuer und Flamme für eine Rückkehr zu seinem Ex-Klub zu sein.

Vehement soll der Torjäger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, von den Hamburger Bossen seine sofortige Freigabe verlangt haben.

"Wenn Ihr mich nicht nach Madrid ziehen lasst, dann werde ich nie mehr für den HSV auflaufen" soll der Stürmer laut einem niederländischen TV-Sender sogar gedroht haben.

In seinem Heimatland wurde sogar berichtet, van Nistelrooy habe wutentbrannt sein Zimmer im Mannschaftshotel "Schloss Westerholt" in Herten verlassen und das Abschlusstraining verweigert.

HSV-Sprecher Jörn Wolf dementierte allerdings diese Behauptung.

[kaltura id="0_d8poyo52" class="full_size" title="Gegenwind für Hoffmann"]

Beides dementierte der HSV inzwischen, auch eine Verbannung auf die Tribüne gegen Schalke ist demnach kein Thema. Van Nistelrooy wird gegen seine ehemaligen Real-Teamkollegen Raul und Huntelaar in der Startelf stehen.

Der Torjäger selber hielt sich offiziell wie zuvor schon sein Berater im "Algemeen Dagblad" bedeckt: "Über solche Fragen spreche ich nicht, wenn nichts konkret ist. Ich kann nur sagen, dass ich absolut fit bin."

Mittelmaß mit dem HSV

Eine Rückkehr zu Real, wo van Nistelrooy zwischen 2006 und 2010 61 Tore in 93 Partien erzielte, zweimal Meister und einmal spanischer Torschützenkönig wurde, würde allerdings für beide Seiten Sinn machen.

Denn "Van Gol" hat nach wie vor eine enge Bindung zu den "Königlichen" und könnte so seine erfolgreiche Karriere glanzvoll beenden, während er in Hamburg mit 10 Toren in 25 Spielen bisher ebenso wie die gesamte Mannschaft im Mittelmaß versackt ist.

Anforderungsprofil passt genau

Zudem passt er genau ins Anforderungsprofil der Madrilenen. Aufgrund des angedachten Transfers nur bis Saisonende will der Klub einen Stürmer, der sich bei Real auskennt, spanisch spricht und keine lange Eingewöhnungszeit benötigt.

Das alles spricht für van Nistelrooy, der zudem noch in der Champions League spielberechtigt wäre, und gegen die anderen genannten Kandidaten wie Miroslav Klose, dessen Berater Alexander Schütt Kontakt zu Real bestätigt hatte, Emmanuel Adebayor (Manchester City) oder Luis Fabiano (FC Sevilla).

Alternativen Rodrigo und Szalai

Stattdessen soll bei einem Scheitern der van-Nistelrooy-Rückkehr der Spanier Rodrigo von den Bolton Wanderers Favorit sein.

Der 19-Jährige war in der vergangenen Saison bester Torschütze von Reals Nachwuchs-Filliale FC Castilla, ging dann im Sommer zu Benfica Lissabon und wurde von dort Ende August nach England ausgeliehen.

Zudem habe man aus ähnlichen Gründen über den ehemaligen Castilla-Profi und heutigen Mainzer Stürmer Adam Szalai nachgedacht.

Klarer Favorit in der Real-Führung und auch bei den Fans ist aber van Nistelrooy, In der einer Online-Befragung der führenden Sportzeitung ?Marca? sprachen sich 82 Prozent für den einstigen Publikumsliebling aus.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

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