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Borussia Mönchengladbach gewann nach sechs Pflichtspiel-Pleiten in Folge wieder © getty

Die Borussia freut sich über wiedergewonnenes Glück. Die Neuen überzeugen. FCN-Trainer Hecking kritisiert das Gesamtpaket.

Nürnberg - Als die Talfahrt durch einen "Dreckssieg" endlich gestoppt war, nahm Michael Frontzeck freudestrahlend jeden in den Arm, der ihm gerade in die Quere kam:

Das glückliche 1:0 (1:0) von Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Nürnberg bescherte dem angeschlagenen Trainer nicht nur den erhofften Befreiungsschlag zum Start in die Rückrunde, sondern auch für einige Tage etwas Ruhe.

Nach zuletzt sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Folge war es für Gladbach der erste Sieg seit dem 13. November 2010 (4:0 beim 1. FC Köln) und der dritte in dieser Saison überhaupt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Große Erleichterung bei Frontzeck

Entsprechend groß war die Erleichterung bei Frontzeck und seiner Borussia, auch wenn der Altmeister nach einer völlig verkorksten Hinrunde immer noch am Tabellenende der Bundesliga steht.

"Ich bin glücklich, dass wir für eine ordentliche Leistung mit drei Punkten belohnt wurden", sagte Frontzeck. Sportdirektor Max Eberl fügte zufrieden an:

"Wir haben in der Hinrunde genügend auf die Schnauze bekommen. Diesmal hatten wir das Glück auf unserer Seite. Die Mannschaft hat einen ersten Schritt getan auf einem schweren Weg, den wir noch vor uns haben." 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag)

"Feines Gefühl zu Null gespielt zu haben"

Frontzeck freute sich insbesondere über die Leistung seiner Abwehr, in der Vorrunde mit 47 Gegentreffern noch die Schießbude der Liga: "Das ist ein sehr feines Gefühl, zu Null gespielt zu haben."

Es war immerhin erst das zweite Mal in dieser Spielzeit. Die Neuen Abwehrspieler Havard Nordveit und Martin Starnzl hatten mit einer überzeugenden Leistung ihren Anteil daran.

Doch Frontzeck, dem die Verantwortlichen vor der kurzen Winterpause trotz der sehr schwierigen Situation das Vertrauen ausgesprochen hatten, wollte den Sieg nicht überbewerten.

"Unter dem Strich bleibt noch viel Arbeit", sagte er und fügte auf Nachfragen zur Konkurrenz im Abstiegskampf an: "Wir schauen nicht nach links und rechts. Wir schauen auf uns. Wichtig sind gute Nerven."

Leverkusen vor der Brust

Die sind schon am kommenden Sonntag im schweren Heimspiel gegen Bayer Leverkusen wieder gefragt: "Da müssen wir auf dieser Leistung aufbauen."

Zumindest 70 Minuten lang habe ihm das Spiel seiner Mannschaft "sehr gut gefallen", analysierte Frontzeck. Danach habe Nürnberg Druck gemacht, "und wir hatten in einigen Situationen das nötige Glück, dass wir in der Vorrunde nicht hatten".

Heimeroth wird zum Helden

Gemeint hat er damit insbesondere die 86. Minute, als Torwart Christofer Heimeroth einen fragwürdigen Foulelmeter von Javier Pinola parierte und so neben Roman Neustädter zum gefeierten Matchwinner der Borussia wurde.

Neustädter hatte vor 37.464 Zuschauern in der 8. Minute nach Vorlage von Neuzugang Mike Hanke mit seinem ersten Bundesliga-Treffer das Tor des Tages erzielt.

"So ein Dreckssieg schweißt zusammen"

Doch auch Heimeroth erstickte jegliche Euphorie im Keim: "Wir können uns nicht viel davon kaufen, weil wir immer noch zu wenig Punkte haben. Wir brauchen noch mächtig Punkte."

Immerhin fand Hanke das knappe 1:0 "besser als ein 3:0. So ein Dreckssieg schweißt uns noch mehr zusammen".

Gut gelungen scheint bereits die Integration der drei Wintereinkäufe Hanke, Havard Nordtveit und Martin Stranzl. "Sie haben zum Sieg beigetragen. Sie gehen ein Stück weit unbelastet an die Aufgabe heran. Bei allen stimmt das Gesamtpaket", lobte Frontzeck.

Hecking mit Gesamtpaket unzufrieden

Dagegen war Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg, mit dem Gesamtpaket nicht zufrieden.

Der Club habe nach schwacher erster Hälfte zwar nach dem Wechsel "viel Leidenschaft eingebracht. Wir haben bei unseren Chancen aber leider nicht die Konsequenz gehabt. Deshalb ist die Niederlage auch verdient, weil wir es nicht verstanden haben, über 90 Minuten diesen Druck zu machen".

Der FCN muss bereits am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale wieder ran. Dann findet das vor Weihnachten ausgefallene Spiel bei Drittligist Kickers Offenbach statt.

"Mund abwischen und am Mittwoch im Pokal die Runde überstehen", lautet Heckings Motto. Im Viertelfinale würde Schalke warten.

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