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Der VfB Stuttgart feierte gegen Mainz seinen ersten Heimsieg seit dem 7. November 2010 © getty

Stuttgart schöpft aus dem Erfolg gegen Mainz 05 Hoffnung im Abstiegskampf. 05-Trainer Tuchel übt sich in Understatement.

Von Matthias Becker

München/Stuttgart - Es waren Bilder, wie sie in Stuttgart lange nicht zu sehen waren.

Abgekämpft und dreckig - aber glücklich - bildeten die Profis des VfB einen Kreis um ihren Trainer 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag).

Coach Bruno Labbadia machte die Runde und klatschte jeden seiner Profis einzeln ab, bevor es gemeinsam zum Feiern zu den Fans ging.

Nach dem glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den FSV Mainz 05 glimmt im Schwabenland die Hoffnung auf, erneut eine katastrophale Hinrunde durch eine Aufholjagd in der Rückserie ausgleichen zu können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Wir müssen so kämpfen wie heute und noch viel mehr Spiele gewinnen, dann geht es auch gut", sagte Timo Gebhart bei LIGA total! angesichts von nun 15 Punkten auf dem Konto des VfB.

Mit dieser Ausbeute eroberten die Stuttgarter zumindest bis zum Sonntagabend den Relegationsplatz. Noch wichtiger: Sie bewiesen gegen den Tabellenzweiten, dass sie die Aufgabe Abstiegskampf angenommen haben.

Labbadia erklärte den Erfolg auf dem tiefen Rasen der Mercedes-Benz-Arena passenderweise zum "Dreckssieg" und freute sich: "Wir haben uns ins Spiel reingebissen und wollten mit aller Gewalt noch das Tor machen."

Labbadia lobt taktische Disziplin

Der Trainer, der den ersten Bundesliga-Sieg mit dem VfB feierte, hatte seiner Mannschaft vor allem defensive Absicherung aufgetragen.

Das Konzept ging auf, weil die Mainzer zwar versuchten ihr schnelles Konterspiel aufzuziehen, sich aber zu häufig in der engen Spielfeldmitte verhedderten.

"Die Mannschaft hat taktisch sehr gut gespielt und sich den Sieg erarbeitet", analysierte Labbadia bei LIGA total!.

Joker-Duo entscheidet das Spiel

Er selbst hatte mit zwei personellen Maßnahmen den entscheidenden Impuls gesetzt. Die eingewechselten Gebhart und Martin Harnik erzwangen den Siegtreffer (79. Minute).

Gebhart ließ sich von drei Mainzern nicht am Vordringen in den Strafraum hindern. Seine Hereingabe legte der Mainzer Rechtsverteidiger Radoslav Zabavnik Harnik hilfsbereit vor das leere Tor.

"Das Tor war unglaublich", sagte Harnik, der wettbewerbsübergreifend bereits zum achten Mal in dieser Saison als Joker traf: "Es waren viele Emotionen, nicht nur Freude."

Leise Kritik an seiner Rolle als Ersatzmann? Labbadia ging gar nicht darauf ein, sondern lobte nur: "Martin bringt seine Leistung aus dem Stand heraus."

"Das war nur ein erster Schritt"

Das wird auch in der kommenden Woche nötig sein, dann geht für die Stuttgarter nämlich zum scheinbar unverwundbaren Spitzenreiter Borussia Dortmund.

"Der Sieg ist eine Erleichterung, aber wir haben in der Tabelle noch Rückstand. Deshalb war das nur ein erster Schritt", sagte Harnik deshalb auch. Kollege Zdravko Kuzmanovic forderte:

"In Dortmund müssen wir mit der gleichen mannschaftlichen Geschlossenheit auftreten wie heute."

Mainz fehlt die Durchschlagskraft

Vor allem muss der VfB in Dortmund mit einem kaltschnäuzigeren Gegner als gegen Mainz rechnen. 05-Trainer Thomas Tuchel, der Nationalspieler Lewis Holtby nach einer Stunde wegen einer Gehirnerschütterung auswechseln musste, hatte trotzdem keine Lust auf Generalkritik.

"Ich war zufrieden mit unserer Leistung, doch trotzdem müssen wir damit leben, dass der 'lucky punch' heute beim VfB lag", stellte Tuchel fest und fühlt sich trotz der Pleite "bereit für eine erfolgreiche Rückrunde."

Welchen Erfolg die Mainzer anstreben? "Wir haben 33 Punkte gegen den Abstieg", rechnete Tuchel den verblüfften Zuhörern vor.

Da wurden die Stuttgarter bei aller Freude über den Hoffnungsschimmer dann doch etwas neidisch.

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