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Ruud van Nistelrooys Siegtreffer auf Schalke war sein sechstes Saisontor © getty

Real will "Van The Man", und der will zu Real. Doch Reinhardt und Veh schließen einen Wechsel des Schalke-Matchwinners aus.

Von Martin Volkmar

München/Hamburg - Real will Ruud van Nistelrooy und van Nistelrooy will zu Real.

Doch der Hamburger SV will seinen Stürmer, der beim 1:0 zum Rückrundenauftakt bei Schalke 04 der Matchwinner war, auf keinen Fall nach Madrid ziehen lassen 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag).

"Es gibt keine Möglichkeit, dass er geht", bekräftigte Sportdirektor Bastian Reinhardt am Sonntagmorgen.

"Ich habe noch nicht mit ihm geredet, aber die Entscheidung des HSV steht: Er wird bleiben. Da interessiert es mich auch nicht, ob Real Madrid zu Verhandlungen hierherkommt. Die Antwort wird die gleiche sein: Van Nistelrooy muss seinen Vertrag erfüllen."

Das machten die Verantwortlichen ihrem Starstürmer auch bei einem Gespräch in der Geschäftsstelle deutlich.

Der Kontrakt des Niederländers läuft am Saisonende aus, doch angesichts der Hamburger Personalsorgen in der Offensive lehnen die Hanseaten eine vorzeitige Freigabe kategorisch ab.

Real will seinen früheren Torjäger bis zum Sommer zurückholen, da der spanische Rekordmeister dringend nach einem Ersatz für Gonzalo Higuian sucht.

Mourinho hofft

Der Mittelstürmer fällt nach einer Bandscheiben-OP mindestens vier Monate aus. "Wenn es letztendlich Ruud wird, wäre ich sehr glücklich", erklärte Trainer Jose Mourinho.

Doch die "Königlichen" wollen auf keinen Fall Ablöse zahlen, zumal sie van Nistelrooy vor fast genau einem Jahr ebenfalls ohne Ablöse in die Bundesliga gehen ließen.

"Das mit van Nistelrooy wird sehr schwierig", hatte Reals Generaldirektor Jorge Valdano daher erklärt.

Dabei würde der 34-Jährige, der von 2006 bis 2010 in 93 Spielen 61 Tore für die "Königlichen" erzielte, liebend gern in die spanische Hauptstadt zurückkehren.

[kaltura id="0_9se2mgb2" class="full_size" title="Reinhardt Van Nistelrooy bleibt hier "]

"Real will mich, das geht natürlich in meinem Kopf herum. Ich hoffe, dass sich beide Vereine einigen", sagte van Nistelrooy.

"Die Situation ist nicht einfach für mich. Eigentlich kann ich die Jungs nicht im Stich lassen. Aber es ist nicht irgendein Verein, es ist Real Madrid. Das ist der einzige Klub, der in meinem Kopf etwas ändern kann."

Und bei "LIGA total!" ergänzte er: "Es ist verrückt, was passiert: Ich meine, dass solch ein Verein noch vorbeikommt jetzt in dieser Phase meines Lebens - das ist etwas, was man ernst nehmen muss."

Rost zeigt Verständnis

Immerhin zeigten seine Teamkollegen Verständnis. "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken", meinte Torhüter Frank Rost.

"Ich kann das auch verstehen, wenn er sagt, ich möchte meine Karriere bei Real Madrid beenden."

Doch der kuriose Siegtreffer gegen Schalke, halb mit dem Arm, halb mit der Schulter erzielte (53.), machte einmal mehr die Bedeutung von "Van the Man" für den HSV deutlich.

"Auf keinen Fall abgeben"

"Das wäre ein herber Verlust, den wir uns im Prinzip nicht leisten können", sagte Trainer Armin Veh mit Blick auf die verletzten Angreifer Mladen Petric und Paolo Guerrero:

"Ich will ihn unter keinen Umständen abgeben. Das könnten wir nicht kompensieren. In 14 Tagen können wir keinen Ersatz finden, der diese Klasse hat."

Daher hofft der Coach, dass HSV-Boss Bernd Hoffmann vor der wichtigen Aufsichtsratssitzung am Dienstag hart bleibt, um seinen Kritikern keine Nahrung zu geben.

"Bei aller Liebe und allem Respekt vor Ruuds Gefühlen, die ich nachvollziehen kann, kann der Präsident ihn nicht einfach so gehen lassen", erklärte Veh.

Elf Tore in 26 Spielen für den HSV

Dabei hat van Nistelrooy, der Torschützenkönig in Spanien und England war, im Vergleich zu seinen früheren Klubs an der Elbe mit elf Toren in 26 Bundesligaspielen eine eher mittelmäßige Quote.

Doch bei der Aufholjagd auf die internationalen Startplätze soll der Ex-Nationalspieler offenbar eine zentrale Rolle spielen.

Zumal der HSV nach den Patzern der Konkurrenz am 18. Spieltag bei nur noch sechs Punkten Rückstand auf Platz drei wieder Morgenluft wittert (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir haben jetzt mehr Qualität auf dem Platz und haben kompakt gestanden", freute sich Veh über die starke Leistung vor allem in der Defensive.

Frust pur bei Schalke

Die Gelsenkirchener fanden dagegen kein Mittel und besaßen nur eine echte Torchance durch Lukas Schmitz (88.).

Entsprechend groß war die ernüchterung beim Verlierer, der eigentlich seine Aufholjagd auf die Europacupplätze fortsetzen wollte.

"Wir haben uns nach dem Rückstand quasi in unser Schicksal ergeben", ärgerte sich Trainer Felix Magath.

"Jetzt müssen wir uns von den oberen Plätzen verabschieden."

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