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Gegen Leverkusen kassierte der BVB am 1. Spieltag eine seiner zwei Saisonniederlagen © imago

In München und Leverkusen ist der Katzenjammer groß, Dortmunds Vorsprung scheint fast uneinholbar. Kevin Großkreutz träumt schon.

Von Mathias Frohnapfel

Leverkusen/Wolfsburg - Der FC Bayern beendet die groß angekündigte Aufholjagd, ehe er sie richtig begonnen hat.

Mainz verliert in Stuttgart.

Und Möchtegern-Verfolger Bayer Leverkusen steht bei Dortmunds 3:1-Sieg weitgehend Spalier: Die Liga-Konkurrenten schauen zum Rückrundenstart ehrfürchtig auf den Tabellenführer.

Von den ersten Acht der Tabelle vor dem 18. Spieltag konnte außer dem BVB nur Hannover 96 am Wochenende gewinnen. Doch auch die Niedersachsen haben schon zwölf Punkte Rückstand. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Bayern frustriert und realistisch

"Über Dortmund müssen wir überhaupt nicht reden", klagt Thomas Müller im Gespräch mit SPORT1. Der Bayern-Star weiß, wie utopisch weit der BVB mit 16 Punkten Vorsprung dem noch amtierenden Meister enteilt ist.

Das 1:1 in Wolfsburg tut den Bayern daher doppelt weh. Müller spricht von "Riesenfrust", ist genervt vom Gegentor und darüber, "dass wir zum wiederholten Mal eine Führung aus der Hand geben". 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag)

Und Teamkollege Arjen Robben, in der Vorsaison ein Hauptgarant für Bayerns Titel, sagt realistisch: "Platz zwei muss unser Ziel sein. Man muss respektieren, dass Dortmund weit weg ist."

Völler und Kießling desillusioniert

Und in Leverkusen haben sie bei 13 Punkten Rückstand auf Dortmund nach der ernüchternden Pleite von Freitag keine Lust über irgendwelche Meisterträumereien zu philosophieren. Stattdessen erfolgte die verklausulierte Gratulation an die Borussia.

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"Wir hätten die Bundesliga gerne spannender gemacht. Nach so einer Vorrunde, nach so einem Spiel gibt es aber nicht mehr viel zu diskutieren", konstatierte Sportdirektor Rudi Völler.

Stürmer Stefan Kießling reagiert auf die Frage nach den Meisterchancen des BVB lakonisch. "Das könnt ihr doch selbst am besten beantworten!", ruft er den Reportern zu.

Zorc hochzufrieden

Natürlich könnten sie diese Fragestellung auch ganz wunderbar und seriös in Dortmund beantworten.

Nur die Westfalen wollen einfach nicht.

Auch Sportdirektor Michael Zorc lässt sich zu keinen Sprüchen locken - die Lage in Dortmund könnte eben im Moment nicht angenehmer sein.

[kaltura id="0_x6huh1pp" class="full_size" title="Gl ckwunsch zur Meisterschaft"]

"Ich habe weder Störfeuer der Konkurrenz festgestellt noch eigene Überheblichkeit, einfach nur, dass wir guten Fußball gespielt haben", sagte Zorc auf SPORT1-Nachfrage.

Genugtuung bei Watzke

Aus seiner Sicht ist es die besondere Stärken seines Teams, dass es den Gegner "zu Fehlern zwingt". Abheben werde trotz der starken Leistung gewiss keiner.

"Die Mannschaft muss man nicht auf dem Boden halten, das Umfeld kann man nicht auf dem Boden halten."

Und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke meinte angesichts der Debatte in der Winterpause, ob dieser magische BVB-Höhenflug ewig so weitergehen könnte: "Es wurde ja gesagt, wir wären dem Druck nicht gewachsen oder so ein Quatsch. Die Mannschaft hat eindrucksvoll gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen kann."

Großkreutz: Ein bisschen träumen

Ein kleines Maß an Vorfreude auf eine geschichtsträchtige Meisterfeier in Dortmund gestattete sich immerhin Doppeltorschütze Kevin Großkreutz.

"Natürlich wäre es ein großer Traum, Meister zu werden. Ich denke, dieses Ziel hat jeder Fußballer", sagte der Mittelfeldmann der "Bild" und demonstrierte auch meisterliches Selbstvertrauen:

"Eigentlich können wir uns nur selbst stoppen. Wir lassen uns nicht verrückt machen und ziehen weiter unser Ding durch. Wir haben eine richtig gute und bärenstarke Truppe, sind auch außerhalb des Platzes ein geiles Team. Bei uns überdreht garantiert keiner."

"Vom Reden ist niemand Meister geworden"

Darauf achtet schon Trainer Jürgen Klopp, der die Titelfrage weiterhin lässig ignoriert. "Wir wären schön bescheuert, wenn wir uns jetzt mit etwas anderem beschäftigen, als dem nächsten Spiel", sagte Klopp.

Großkreutz hat diese Lektion seines Coaches auch schon verinnerlicht: "Im Vorfeld wird immer viel gesprochen. Aber nur vom Reden ist niemand Meister geworden."

Der BVB lässt lieber Taten für sich sprechen.

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