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Matthias Sammer wurde 1996, Horst Hrubesch 1980 mit Deutschland Europameister © getty

Die Hamburger bestätigen ihr Interesse am DFB-Sportdirektor. Der könnte mit dem früheren HSV-Idol ein neues Team aufbauen.

Von Martin Volkmar

München/Hamburg - Beim Hamburger SV verdichten sich die Anzeichen einer Verpflichtung von Matthias Sammer.

Nach übereinstimmenden Medienberichten befinden sich die Hanseaten ungeachtet aller Dementis in konkreten Gesprächen mit dem derzeitigen DFB-Sportdirektor.

"Mir ist von einem Aufsichtsratsmitglied bestätigt worden, dass es diese Gedankenspiele gibt", gab der aktuelle Sportdirektor Bastian Reinhardt offen zu.

Der in der Kritik stehende Ex-Profi müsste dann nach nur einem halbe Jahr im Amt wieder in die zweite Reihe rücken, um Platz für den neuen Sportchef Sammer zu machen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Dieser äußert sich eindeutig zweideutig: "Derzeit habe ich nicht vor, um eine Freigabe zu bitten. Aber was in den kommenden Tagen passiert, ist reine Spekulation. Ich bin mit dem Hamburger SV immer im Austausch gewesen, mal mehr, mal weniger", sagte der Ex-Europameister bei der DFB-Trainertagung in Neu-Isenburg.

Aufsichtsrat trifft sich Dienstag

Allerdings kann nur der HSV-Aufsichtsrat einen neuen Sportdirektor verpflichten, so dass eine Entscheidung frühestens am Dienstagabend auf der Sitzung des teilweise neu gewählten Gremiums gefällt werden kann.

Sammer soll jedenfalls großes Interesse signalisiert haben, da er beim DFB im Kompetenzstreit mit Bundestrainer Joachim Löw allem Anschein nach keine Chance hat.

Beim HSV dagegen würde er mit einem Millionen-Gehalt, einem Sitz im Vorstand und allen Kompetenzen ausgestattet.

Hrubesch als Trainer oder als Nachwuchschef

Sammers Plan ist offenbar, die ehemalige HSV-Legende Horst Hrubesch vom DFB mit nach Hamburg zu nehmen - entweder als Trainer für den nach der schwachen Hinrunde umstrittenen Armin Veh oder als Chef der Nachwuchsabteilung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Mit mir hat noch niemand gesprochen", sagte der aktuelle Coach der deutschen U 20 zwar dem "kicker". Doch das soll auch erst nach einer Einigung mit Sammer geschehen.

Das Duo soll den von HSV-Vorstandsboss Bernd Hoffmann angekündigten großen Umbruch der überalterten Mannschaft in die Wege leiten.

[kaltura id="0_9se2mgb2" class="full_size" title="Reinhardt Van Nistelrooy bleibt hier "]

"Sammer ist eine großartige Lösung, wird dem HSV helfen", meinte die HSV-Legende Uwe Seeler.

Sammer und Hrubesch gelten aufgrund ihrer großen Erfolge mit den DFB-Junioren als absolute Fachleute für den Aufbau eines jungen Teams mit Perspektive nach dem Vorbild von Borussia Dortmund.

Unter dem für den Nachwuchs verantwortlichen Sammer holte Hrubesch als Trainer beim DFB 2008 mit der U 19 und 2009 mit der U 21 (u.a. mit Özil, Khedira und Neuer) jeweils den EM-Titel.

Letztes Wort bei van Nistelrooy

Sollte Sammer an die Elbe kommen, dürfte er wohl auch das letzte Wort bei einem möglichen Transfer von Ruud van Nistelrooy zu Real Madrid haben.

Die aktuelle Vereinsführung lehnt eine Freigabe bislang kategorisch ab. "Wir wollen die Rückrunde in der bestmöglichen Konstellation bestreiten, deshalb werden wir ganz sicher nicht über Ruud van Nistelrooy diskutieren", bekräftigte auch Hoffmann.

Doch der Niederländer drängt weiter vehement auf eine Rückkehr zu den "Königlichen", die einen Ersatz für den mehrere Monate verletzten Gonzalo Higuain suchen.

Berater: "Wir wollen die Freigabe"

"Wir wollen die Freigabe", forderte van Nistelrooys Berater Roger Linse nun. "Real ist auch bereit, eine Ablöse für Ruud zu zahlen."

Doch ums Geld geht es dem HSV nicht, sondern um sportliche Qualität. Eine Parallele zur verzweifelten Suche nach einem Sportdirektor, die nun endlich vor dem Ende stehen könnte.

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