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Martin Harnik (l.) ließ sich beim Treffer gegen Mainz vom holprigen Rasen nicht stoppen © getty

Nicht nur das Geläuf liefert Gesprächsstoff. Auch Schiris und Trainer mit Näschen sorgen für einen actionreichen Auftakt.

Von Andreas Kloo

München - 26 Tage lang ruhte in der Bundesliga der Ball. Doch am ersten Rückrunden-Spieltag legte die höchste deutsche Spielklasse gleich los, als hätte es keine Pause gegeben.

Vor allem Herbstmeister Borussia Dortmund musste sich nicht lange den Winterschlaf aus den Knochen schütteln.

Beim 3:1-Sieg in Leverkusen knüpfte der BVB nahtlos an die Leistungen aus der Hinrunde an. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Aber auch auf den anderen Plätzen war genug fürs Fan-Herz geboten. Die Bundesliga legte einen echten Raketenstart hin.

SPORT1 blickt auf die Schlaglichter des 18. Spieltags:

Schwache Schiedsrichterleistungen:

Vor allem die Nürnberger fühlten sich vom Referee arg verschaukelt.

Babak Rafati verweigerte dem Club zwei Elfmeter und erkannte einen klaren Treffer von Markus Mendler nicht an.

Kurz vor Schluss wollte Rafati seine Fehler offensichtlich wieder ausgleichen und bescherte den Nürnbergern ein Elfmetergeschenk, das Pinola ungenutzt ließ.

Die Franken bissen sich hinterher auf die Zunge: "Es ist nicht unsere erste Aufgabe, das zu beurteilen", verweigerte Torhüter Raphael Schäfer einen Kommentar zu Rafatis Leistung.

St. Paulis Trainer Holger Stanislawski fand da zu Rafatis Kollegen Markus Wingenbach schon deutlichere Worte:

"Ich habe die Schiedsrichterleistung als katastrophal empfunden heute! Allein auch die letzte Szene, die er da abpfeift - das war hanebüchen und das war schon eine absolute grenzwertige Leistung von dem Gespann heute", echauffierte sich der Coach bei "LIGA total!".

Mit einem Elfmeterpfiff des Referees war Stanislawski ebenso nicht einverstanden. Als Carlos Zambrano in der 11. Minute im Strafraum der Ball an den Kopf flog, pfiff Wingenbach überraschenderweise Handelfmeter. Auch in dieser Partie wusste aber der Schütze das Geschenk nicht zu nutzen.

Schelte auch von van Gaal

Schiedsrichter Manuel Gräfe musste ebenfalls den Zorn eines Trainers über sich ergehen lassen. Bayern-Coach Louis van Gaal beschwerte sich, dass Gräfe den Wolfsburgern "zu viel erlaubt" habe.

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Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vorwurf nicht. Josues Tritt gegen Ribery, bei dem sich der Franzose eine Bänderzerrung zuzog, wertete der Unparteiische nicht einmal als Foulspiel.

Auch Guido Winkmanns Platzverweis für Lauterns Srdjan Lakic war zweifelhaft.

Der Stürmer machte zwar eine Handbewegung in Richtung Christian Eichners Gesicht. Eine Berührung war dabei aber nicht zu erkennen.

Selbst der Kölner gestand gegenüber dem "Express" ein: "Das war nichts Schlimmes. Er sollte nächste Woche wieder spielen dürfen."

Verschossene Elfmeter:

Die Bundesligaspieler haben über die Winterpause wohl das Elfmeterschießen verlernt. Viermal zeigten die Schiedsrichter am 18. Spieltag auf den Punkt, viermal brachten die Schützen den Ball nicht im Tor unter. Bayerns Phillip Lahm traf in Wolfsburg nur den Pfosten, "Wölfe"-Stürmer Grafite, Freiburgs Papiss Cisse und Nürnbergs Javier Pinola scheiterten am Keeper.

Das Quartett sicherte sich damit einen unrühmlichen Rekord. Vier verschossene Strafstöße an einem Spieltag gab es in der Bundesliga-Geschichte nie.

Vor allem die Bayern-Quote vom Elfmeterpunkt ist bedenklich. Sechs von zehn Elfmetern verschossen die Münchner in dieser Saison bereits.338039(DIASHOW: Tops und Flops des 18. Spieltags)

Aber auch bundesligaweit ist die Elferquote schlecht wie nie. Von 50 Elfmetern verschossen die Spieler in dieser Saison 18 Strafstöße, nur 64 Prozent der Elfer fanden also ins Ziel. Laut "Opta Sport" ist dies die schlechteste Quote der letzten zehn Jahre.

Mangelhafte Rasenqualität:

Der Untergrund in mehreren Stadien hat die kalten Wintertage nicht unbeschadet überstanden.

Van Gaal fügte seiner Kritik am Schiedsrichter auch gleich noch eine Rasen-Schelte mit hinzu: "Ich glaube auch, dass dieser Rasen ein Skandal war!"

Ähnlich holprig war der Rasen auch in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Der Mainzer Manager Christian Heidel sprach hinterher gar von einer "Kraterlandschaft". Die Spieler hatten ihre Mühe mit dem unruhigen Rasen, das spielerische Niveau war dementsprechend dürftig.

Torhütertausch:

Schon vor dem ersten Rückrunden-Spiel musste van Gaal viel Kritik einstecken, nachdem er den erfahrenen Torhüter Hans-Jörg Butt durch den 22-jährigen Thomas Kraft ersetzt hatte.

Doch Kraft rechtfertigte seinen Einsatz mit einem parierten Elfmeter und sogar einer Torvorlage. (Thomas Kraft im Interview)

Van Gaal warnte dennoch hinterher davor, den jungen Keeper in den Himmel zu loben: "Wir müssen abwarten. Aber er hat dieses Spiel gut gespielt. Das zweite und das dritte und das vierte Spiel muss er auch so spielen."

Hannovers Coach Mirko Slomka tat es van Gaal gleich und gab im Tor ebenfalls dem Jüngeren den Vorzug.

Und auch Ron-Robert Zieler machte seinen Trainer glücklich.

"Er hat ganz wichtige Bälle gehalten und sehr, sehr gute Szenen gehabt", lobte Slomka den 21-Jährigen.

Rensing debütiert

Auch der FSV Mainz und der 1. FC Kökn setzten auf neue Schlussmänner.

Bei den Rheinhessen hütete Heinz Müller das Tor und löste damit Christian Wetklo ab, der in der Hinrunde durchaus überzeugt hatte. Auch Müller bot eine tadellose Leistung. An ihm lag es nicht, dass der FSV in Stuttgart mit 0:1 unterlag.

Beim 1. FC Köln spielte Michael Rensing erstmals seit einem Jahr wieder in der Bundesliga. Der frühere Bayern-Keeper trat die Nachfolge von Faryd Mondragon an. Und rettete der Geißbock-Elf in den Schlussminuten auf dem Betzenberg gleich einen Punkt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

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