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Bastian Schweinsteiger verlängerte im Dezember seinen Vertrag bis 2016 © imago

Für seinen Fehler gegen Wolfsburg muss der Bayern-Star Kritik einstecken. Ihn zieht es zurück ins defensive Mittelfeld.

Von Daniel Rathjen

München - Er grämt sich selbst am meisten.

Bastian Schweinsteiger ist ein Perfektionist auf dem Feld. Wenn es nicht läuft, wird er stinkig.

Dass ausgerechnet ihm, dem sonst so ballsicheren Mittelfeldspieler, beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg der entscheidende Fehler unterlief, sorgte für Frust - bei ihm und dem gesamten FC Bayern 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag).

Die Meisterschaft ist mit einem Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund von 16 Punkten nach 18 Spielen schier unerreichbar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Auch wenn die Münchner in der Volkswagen-Arena keine überragende Leistung zeigten, das 1:0 hätten sie wohl irgendwie über die Zeit geschaukelt.

Dann kam die 86. Minute: Schweinsteiger verliert den Ball im eigenen Strafraum nach einem missglückten Dribbling an Marcel Schäfer, der passt direkt in die Mitte, wo Sascha Riether zum Ausgleich einschiebt.

Schweinsteiger schweigt

Öffentlich gesprochen hat "Schweini" seit Samstag nicht. Der Stachel sitzt tief.

Trainer Louis van Gaal und seine Profis hielten sich mit Kritik am dritten Mannschaftskapitän zurück.

Lediglich dass seine Mannschaft zum wiederholten Mal in dieser Saison drei Punkte aus der Hand gab, fand der Chefcoach "unglaublich. Weil es schon das fünfte Spiel dieser Art ist."

Der "Kaiser" grollt

Eine Schelte gab es dafür von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: "Das war ein krasser Fehler. Er hat in dieser Situation alles verkehrt gemacht", schimpfte er bei "sky".

Doch auch der "Kaiser" weiß: "Manchmal passiert das. Vielleicht war Unkonzentriertheit dabei. Aber so ein Fehler darf einem erfahrenen Nationalspieler wie Schweinsteiger nicht passieren."

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Gegen Wolfsburg war es Schweinsteiger, oft ein anderer. "Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, dass wir individuell zu viele Fehler machen", stellte Thomas Müller fest.

Der WM-Held ergänzt: "Wir hatten uns selbst eine Aufgabe gestellt und haben es wieder nicht geschafft, obwohl es wieder ganz einfach möglich gewesen wäre. Bei uns herrscht Riesenfrust."

"Wenn ein Fehler passiert, passiert er", hatte Schweinsteiger indes zuletzt betont. Seinem Selbstbewusstsein kann auch der folgenschwere Fauxpas erstmal nichts anhaben.

"Weil ich weiß, was ich kann, was ich erreicht habe, was die Mannschaft von mir hält", erklärt er.

Zurück ins defensive Mittelfeld

Dennoch: In Wolfsburg präsentierte sich der 26-Jährige nicht so stark wie gewohnt. Einige Zweikämpfe und Bälle schenkte er auf der "Zehner"-Position zu leichtfertig ab.

Es zieht ihn wieder zurück ins defensive Mittelfeld, auf die "Sechs" beziehungsweise auf die "Acht", neben Mark van Bommel. Dort fühlt er sich am wohlsten und kann seine Stärken besser ausspielen.

Doch in Wolfsburg nahm Anatoliy Tymoshchuk den Platz neben dem Bayern-Kapitän ein.

Im Trainingslager in Katar hatte Schweinsteiger angekündigt, künftig nicht mehr direkt hinter der Spitze spielen zu wollen. Van Gaal stellt ihn jedoch dort auf, weil er in der Vorrunde oft als Vorlagengeber für Mario Gomez brillierte.

Van Gaals Maßnahme ist trotzdem schwer verständlich. Ein Wechsel mit Müller, der sich selbst gerne auf der "Zehn" sehen würde, wäre einen Versuch wert.

Was wird aus Klose?

Unumstritten ist derzeit die Position von Mario Gomez - zum Leidwesen von Miroslav Klose, dem in der Rückrunde die Rolle des ewigen Bankdrückers droht.

Er kündigt zwar an, wieder die Nummer eins im Bayern-Sturm werden zu wollen, das lässt seinen Konkurrenten jedoch kalt.

"Es wäre nicht gut, wenn er sagen würde, er wolle Nummer zwei oder drei bleiben. Das ist genauso normal, wie ich sage, dass ich meinen Platz nicht mehr hergeben will", sagt der Torjäger.

Transfer unwahrscheinlich

Ein Weggang von Klose, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, ist unwahrscheinlich. Die Bayern werden den 32-Jährigen aufgrund mangelnder Alternativen im Angriff im Winter kaum ziehen lassen.

Und wenn doch? Spekulationen wird es bis Ende Januar reichlich geben.

Beispiel gefällig? Real verpflichtet Klose, leiht ihn direkt an den Hamburger SV aus - und Ruud van Nistelrooy könnte nach Madrid...

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