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Schalke 04 hat in dieser Saison bereits acht Niederlagen kassiert © getty

Nach dem Fehlstart aus der Winterpause wirkt Königsblau erneut so desolat wie zu Saisonbeginn. Höwedes schlägt Alarm.

Von Tobias Hlusiak und Bita Fesidis

München/Gelsenkirchen - Es lief doch so wunderbar zuletzt: Fünf Pflichtspielsiege in Serie zum Ende der Hinserie, Aufbruchstimmung, Euphorie.

Nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen den HSV zum Rückrunden-Start jedoch ist all das beim FC Schalke wie weggeblasen. Bei den Königsblauen geht vielmehr die Angst um - schon wieder. 337098(DIASHOW: Der 18. Spieltag)

"Wie dürfen jetzt nicht den Fehler wie in der Hinrunde machen und den Kopf in den Sand stecken", versucht Benedikt Höwedes zwar Panik zu vermeiden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch Schalkes Abwehr-Routinier klingt dabei schon eher wieder nach Durchhalteparole als nach echter Überzeugung.

"Das war ein Nackenschlag"

"Die Niederlage war ein Nackenschlag", so Höwedes gegenüber SPORT1 - und ergänzt. "Ich hoffe aber, dass wir gegen Hannover die richtige Reaktion zeigen."

Die Sorge, vor allem der Fans, kommt nicht von ungefähr: In der Hinrunde war - übrigens nach einer 1:2-Schlappe in Hamburg - das Schalker Selbstverständnis, eigentlich für ein Topteam zu stehen, grandios in sich zusammengebrochen.

Die neuformierte Mannschaft verkrampfte, verlor gleich danach noch dreimal und startete mit vier Niederlagen so historisch schlecht wie nie in die Saison.

Schicksalsspiel in Hannover

Eine Situation, die nach der Winterpause nun mit aller Macht vermieden werden soll. "Wir müssen verdammt vorsichtig sein, damit uns nicht Ähnliches wie in der Hinrunde passiert", Christoph Moritz beschwichtigt:

Kein Wunder also, dass das Spiel in Hannover für die Elf von Trainer Felix Magath schon mehr als nur richtungweisenden Charakter haben.

Bei einer Niederlage gegen den Tabellenzweiten müsste sich Schalke wohl endgültig von internationalen Ansprüchen verabschieden.

[kaltura id="0_3h4bgd49" class="full_size" title="Schalke R ckschlag verkraften"]

Auch Abstiegsgefahr vor Augen

Der angestrebte fünfte Platz ist schon acht Punkte entfernt - dort stehen die Bayern.

Mehr noch: Die Schalker können auch die Abstiegsgefahr nicht ganz leugnen. Denn: Der Vorsprung auf den 1. FC Köln, der den Relegationsplatz belegt, ist auf sechs Punkt geschrumpft.

Pikant obendrein für die kommende Aufgabe: Im vergangenen Jahr gab es am 30. Spieltag in Hannover eine 2:4-Niederlage - und Schalkes Meisterschaftszug fuhr damit endgültig ab.

Magath wirkt ratlos

Gegen Hamburg nun agierten die Königsblauen uninspiriert, brachten nach dem Gegentor acht Minuten nach der Pause bis zum Abpfiff lediglich eine Torchance zu Stande.

"Das ist ein Rückschlag", gibt auch Felix Magath ohne Umschweife zu. "Wir müssen uns erst einmal wieder von den oberen Plätzen verabschieden."

Stichhaltige Gründe für die Niederlage konnte der Trainer allerdings nicht benennen.

Mannschaft kaputt trainiert?

Im Schalker Umfeld dagegen mehren sich bereits die Stimmen, Magath habe seine Mannen im Trainingslager womöglich zu hart rangenommen. Schalke war erst am Freitag aus dem türkischen Belek nach Deutschland zurückgekehrt, hatte die Nacht zum Samstag im Team-Hotel verbracht.

Als Grund für den schwachen Auftritt will Höwedes das aber nicht gelten lassen: "Das ist Quatsch. Bei Europacupspielen sind wir auch erst einen Tag vorher angereist und haben gute Leistungen gebracht."

Auch Magath schmettert ab: "Das hatte keinen Einfluss.

Profi-Vertrag für Debütant Draxler

Etwas Positives hatte die Pleite gegen den HSV allein für Julian Draxler:

Der U-18-Nationalspieler erhielt nun einen Lizenzspielervertrag bis zum 30. Juni 2014.

Draxler war in der 83. Minute eingewechselt worden und ist mit 17 Jahren und 117 Tagen der jüngste Spieler ist, der jemals für die Gelsenkirchener in der Bundesliga zum Einsatz kam.

Magath attackiert Söldner-Mentalität

Derweil will Magath mit drastischen Mitteln dem Söldnertum im modernen Fußball endgültig einen Riegel vorschieben. Er sieht im Verhalten von Profis wie Demba Ba oder seinem eigenen Spieler Jefferson Farfan eine ernsthafte Gefahr.

"Diese Auswüchse drohen unsere gesamte Branche in Verruf zu bringen. Sie sind zu bekämpfen", schrieb Magath in einem Kommentar für das Hamburger Abendblatt.

Als "wirkungsvolle Instrumente, um die Machtbalance zwischen Spielern und Verein wieder auszutarieren", sieht Magath Sperren für internationale Wettbewerbe wie die Champions League, einen zeitlich begrenzten Rauswurf aus der Nationalelf oder eine Wechselsperre für ein Jahr.

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