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Matthias Sammer wurde 1996 mit Deutschland Europameister und Europas Fußballer des Jahres © getty

Vieles spricht dafür, dass der HSV in Kürze einen neuen Sportdirektor präsentiert. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Von Daniel Rathjen

München - Es ist ein bedeutender Tag für den Hamburger SV.

Losgelöst vom 316092Wirbel um Ruud van Nistelrooy, wenn ab 18 Uhr sich der Aufsichtsrat im Stadionlokal "Die Raute" trifft, werden die Weichen für die mittelfristige Zukunft gestellt.

Zunächst wird wohl Ernst-Otto Rieckhoff zum neuen Vorsitzenden gewählt, dann über einen neuen Sportdirektor entschieden.

Die Möwen kreischen es an der Elbe längst von den Anlegestellen: Matthias Sammer ist der Top-Kandidat (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vorgespräche wurden laut übereinstimmenden Medienberichten mit dem DFB-Mann bereits geführt. Stimmen die Räte für den Rotschopf, ist seine Unterschrift wohl nur noch Formsache - trotz aller Dementis.

"Stand jetzt" bleibe er beim DFB, sagte Sammer am Montag. Der Stand heute am späten Abend dürfte ein anderer sein.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

SPORT1 beantwortet vorab die brennenden Fragen:

Was wird beschlossen?

Ist der neue Chef gefunden und einigt sich der Aufsichtsrat danach auf Sammer, wird in Kürze eine offizielle Anfrage an den DFB gestellt. Die Vorgespräche mit dem Kandidaten führte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Otto.

Was ist die Idee?

Im Sommer steht der Verein vor einem radikalen Umbruch, das Team soll verjüngt, die Nachwuchsarbeit weiter vorangetrieben werden. Sammer stünde für so einen Neuanfang mit seinem Namen, eventuell in Zusammenarbeit mit Horst Hrubesch. Beide sind Experten auf diesem Gebiet, ihre Kontakte zu Talenten sind enorm hilfreich.

Was sagt Sammer?

Noch kann er nicht viel preisgeben. Ob eine Einigung unmittelbar bevorstehe, wurde er am Montag gefragt. "Konkret kann von der Logik her noch nichts passiert sein, weil der Aufsichtsrat erst noch tagen muss", antwortete er eindeutig zweideutig.

Andere reden dafür schon, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger beispielsweise sagt: "Wenn es das Hamburger Angebot wirklich gibt, ist es sicherlich ernst zu nehmen."

Reizvoll wäre der Job beim HSV für ihn aber in jedem Fall. Nach fünf Jahren beim DFB hält ihn aufgrund eines immerwährenden Streits um die U 21 (er will die Trennung von Coach Rainer Adrion, Bundestrainer Joachim Löw nicht) nur noch wenig.

In Hamburg würde er mit einem Gehalt von 2,5 Millionen Euro jährlich zum bestverdienenden HSV-Vorstand der Geschichte aufsteigen.

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Was läuft mit Horst Hrubesch?

Der Trainer, der unter anderem Talente wie Mesut Özil und Sami Khedira formte, gilt als Vertrauter von Sammer. Die Beiden sind eingespielt. Beim HSV ist Hrubesch eine Legende und könnte sowohl Nachwuchschef als auch ab Sommer Cheftrainer werden.

So weit sind die Planungen allerdings noch nicht. "Ich habe mit niemandem vom HSV und auch nicht mit Sammer gesprochen", ließ Hrubesch verlauten.

Wie steht Hoffmann da?

Seine Verpflichtung wäre ein dicker Pluspunkt für den Boss. Seit der Demission von Sportchef Dietmar Beiersdorfer steht er quasi alleine da. Hoffmann ist Wirtschaftsexperte, kein Fußballfachmann.

Mit dem kompetenten Sammer an der Seite könnte er sich wieder in Ruhe seinem bevorzugten Berufsfeld widmen. Etwas Besseres kann ihm nicht passieren.

Zudem kämpft er um die Gunst des Aufsichtsrates, also für eine Vertragsverlängerung. Die Entscheidung für Sammer könnte die Räte auch zum Ja zu Hoffmann bewegen. Eine typische Win-Win-Situation, nennt das der Geschäftsmann.

Was wird aus Reinhardt?

Der Berufsanfänger hat keine Lobby, obwohl der aktuelle Sportchef seinen Job gut macht. Er kann sich nichts vorwerfen. Dennoch: Ihm fehlen Kontakte und er bleibt letztlich noch eine gewisse Zeit Auszubildender. Der Aufsichtsrat hat schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken gespielt, jemand anderen auf Reinhardts Posten zu setzen.

Von Günter Netzer gab es eine Absage, laut "Hamburger Abendblatt" gab es auch Gespräche mit Ex-Hoffenheim-Manager Jan Schindelmeiser.

Es ist fraglich, ob Reinhardt unter Sammer überhaupt noch eine Zukunft hat beziehungsweise ob er bereit ist, wieder in die zweite Reihe zu rücken.

Wie lange ist Veh noch Trainer?

Sein Vertrag läuft bis 2012, allerdings kann der Kontrakt im Sommer gekündigt werden. Es ist ungewiss, inwiefern Sammer nach seiner bevorstehenden Inthronisierung eigenes Personal installieren möchte.

Vehs Zukunft hängt von Sammer ab. Den beiden wird ein kollegial-gesundes Verhältnis nachgesagt. Es heißt jedoch, dass Sammer Veh nicht als idealen Coach für ein junges Team sieht.

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