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Günter Netzer verfolgt die Bundesliga intensiv und arbeitete zuletzt als TV-Experte © imago

Die Borussia eilt mit Trainer Klopp der Meisterschaft entgegen. Auch von Ex-Weltstar Günter Netzer gibt es bei SPORT1 dafür Lob.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der Vorsprung ist groß. Sehr groß.

Schon nach dem 18. Spieltag hat Borussia Dortmund die Meisterschaft vor Augen.

Der hartnäckigste Verfolger? Hannover 96 (zwölf Punkte Rückstand).

Der FC Bayern? Mit 16 Punkten Vorsprung abgehängt.

Nichts scheint die Crew von Trainer Jürgen Klopp noch aufhalten zu können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das sieht auch Ex-Weltstar Günter Netzer so.

Der 66-Jährige ist voll des Lobes über die Westfalen mit ihrer erfrischenden Spielweise, die neue Stars wie Nuri Sahin, Kevin Großkreutz, Shinji Kagawa, Mario Götze oder Lucas Barrios herausbrachte.

Klopp wähnt er mit seiner Philosophie auf dem richtigen Weg. "Er spielt eine ganz wichtige Rolle", sagt Netzer.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Im Interview mit SPORT1 spricht der ehemalige Nationalspieler über die "besonderen" Dortmunder Perspektiven.

SPORT1: Herr Netzer, spielt Dortmund schon meisterlich?

Günter Netzer: Aber selbstverständlich. Der Vorsprung auf Bayern spricht doch für sich. Da muss es einen enormen Einbruch der Dortmunder geben und eine grandiose Aufholleistung der Bayern, die sich ja nicht einmal mehr ein Unentschieden erlauben können, damit da noch etwas möglich ist.

SPORT1: Könnte das laufintensive Spiel den Dortmundern die Kraft rauben?

Netzer: Ich sehe überhaupt keine Gefahr, dass sie einbrechen könnten. Aufgrund der Verschleißerscheinungen muss sich jedenfalls kein Konkurrent Hoffnungen machen.

[kaltura id="0_x6huh1pp" class="full_size" title="Gl ckwunsch zur Meisterschaft"]

SPORT1: Vor Jahren war der Verein finanziell am Boden, jetzt schnellt der Aktienkurs in die Höhe. Ist Dortmund ein Modell für die Liga?

Netzer: Das ist kein Modell, das man nahtlos auf andere Klubs übertragen kann. Dortmund besitzt etwas Besonderes. Wenn Sie dieses Stadion sehen, diese Fan-Bewegung, die Woche für Woche stattfindet, das ist völlig außergewöhnlich.

SPORT1: Inwiefern?

Netzer: Die Dortmunder Vereinsführung hatte die Verpflichtung daraus etwas zu machen, etwas entstehen zu lassen. Wenn das nicht gelingt, ist das äußerst schlechte Arbeit. Sie haben Voraussetzungen wie kaum jemand anders. Und sie sind auf dem besten Weg.

SPORT1: Wie wichtig ist in diesem Konstrukt Jürgen Klopp?

Netzer: Jürgen Klopp spielt dabei eine ganz wichtige Rolle, er ist Vorbereiter für diese Bewegung, die er mit aller Vorsicht und Akribie einleitet. Er schaut genau darauf, dass keiner überschnappt und in die falsche Richtung geht.

SPORT1: Jetzt hat er seinen ersten Titel vor Augen...

Netzer: Sein Hauptaugenmerk ist aber nicht, endlich mal einen Titel zu holen. Es liegt darauf, den Weg weiterzugehen, den er eingeschlagen hat. Er macht das in seiner Art und seiner Begeisterung richtig. Er ist der ideale Trainer für diese Mannschaft. Schauen Sie, Stuttgart hat etwa aus der Not eine Tugend gemacht, sie hatten kein Geld, um Superstars zu verpflichten, also haben sie mit jungen Leuten gearbeitet und das ist in der Meisterschaft 2007 geendet.

SPORT1: Eine junge Mannschaft bedeutet gleichzeitig die Meisterschaft?

Netzer: Nein, das kann man nicht sagen. In den Folgejahren muss es erhalten werden, das ist viel schwieriger als Meister zu werden. Vor Fehlinvestitionen ist keiner gefeit.

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