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Matthias Sammer führte den BVB 2002 als jüngster Bundesliga-Trainer zur Meisterschaft © getty

Der HSV-Aufsichtsrat will Matthias Sammer in den nächsten Tagen ein Angebot für den Sportdirektor-Posten vorlegen.

Hamburg - Der Verpflichtung Matthias Sammers als neuer Sportdirektor des Hamburger SV rückt immer näher.

Der neuformierte Aufsichtsrat der Hanseaten hat sich am Dienstagabend für Sammer ausgesprochen, der momentan noch beim DFB als Sportdirektor unter Vertrag steht.

"Der Aufsichtsrat ist voll überzeugt von ihm und der Art und Weise, wie er Fußball lebt. Der HSV will ihm ein Angebot machen, dann muss er sehen, ob er beim DFB rauskommt", sagte der stellvertretende Aufsichtsratvorsitzende Alexander Otto nach der konstituierenden Sitzung am Dienstagabend.

Laut dem neuen Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff ist die Entscheidung sogar "einstimmig" gefallen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

2,5 Millionen Euro Jahresgage?

Sammer, der seit dem 1. April 2006 Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist, soll an der Elbe der neue starke Mann werden und auch einen Platz im Vorstand erhalten. (HINTERGRUND: Die wichtigsten Fragen zum Sammer-Deal)

Angeblich soll er im Falle einer Einigung mit einem Jahressalär von 2,5 Millionen Euro zum Top-Verdiener in der Vereinsführung werden.

Allerdings hat der 43-Jährige beim Verband noch einen Vertrag bis 2013.

Zwanziger aufgeschlossen

DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte einen Wechsel Sammers zum HSV aber schon nicht kategorisch ausgeschlossen und die Spekulationen um einen baldigen Abschied vom DFB weiter genährt.

"Wenn es das Hamburger Angebot wirklich gibt, ist es sicherlich ernst zu nehmen. Ich bin gespannt, wie Matthias Sammer darauf reagieren wird", sagte Zwanziger am Dienstag.

Allerdings betonte der Verbandschef zugleich, dass er noch kein entsprechendes Gespräch mit Sammer geführt habe.

Reinhardt soll bleiben

Der Sportdirektor des DFB wird seit Tagen mit dem HSV in Verbindung gebracht und soll dort das vermeintliche Kompetenz-Vakuum im sportlichen Bereich füllen.

[kaltura id="0_dqnduy9z" class="full_size" title="Sammer: Der Weg ist frei"]

Der derzeitige Sportchef Bastian Reinhardt ist seit seinem Amtsantritt im vergangenen Mai nicht unumstritten und verfügt noch nicht über das Profil eines starken Mannes. Sammer könnte diese Rolle hingegen problemlos übernehmen und mit seiner großen sportlichen Kompetenz paaren - wovon auch Reinhardt profitieren dürfte.

"Er hat sich außerordentlich loyal verhalten. Es gab sehr konstruktive Gespräche zwischen ihm und Herrn Sammer, es besteht großes Interesse, dass Herr Reinhardt weiterhin eine wichtige Rolle im sportlichen Bereich spielen wird", sagte Otto, der gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann die Verhandlungen mit Sammer führte.

Hoffmann unter Druck

Auch für den zuletzt stark in die Kritik geratenen HSV-Boss, der sich vor dem derzeitigen Flirt mit dem renommierten Wunschkandiaten, bereits vergeblich um eine Rückkehr Günter Netzers zu den Hamburgern bemüht hatte, wäre ein Enagement Sammers ein wichtiger Erfolg.

Hoffmanns Chancen auf die Verlängerung seines am 31. Dezember auslaufenden Vertrages würden sich angesichts eines solchen Coups wohl sprunghaft erhöhen - auch wenn die Kontrolleure dieses Thema vorerst hinten anstellen.

"Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Der Aufsichtsrat muss sich ja erst einmal beschnuppern", meinte Becker und schloss schon vor der Sitzung am Dienstagabend richtungsweisende Entscheidungen in dieser Frage aus.

Wunschkandidat signalisiert Interesse

Sammer dürfte ein Abschied vom DFB nicht allzu schwer fallen. In Hamburg soll er laut "Hamburger Morgenpost" einen Dreijahresvertrag erhalten - und wohl noch in dieser Woche unterschreiben.

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