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Klaus Allofs besitzt bei Werder Bremen einen Vertrag bis Sommer 2012 © imago

Der Bremer Boss spricht über mögliche Beschränkungen bei Werder. Bei Kapitän Frings ist eine interessante Lösung denkbar.

Von Mathias Frohnapfel

München - Abstiegskampf oder Aufholjagd auf die Europapokalplätze?

Nach einer an Enttäuschungen reichen Hinrunde zeigte Werder Bremen am vergangenen Samstag beim 2:1 über Hoffenheim gute Ansätze.

Doch der Champions-League-Starter ist noch längst nicht aus dem Gröbsten heraus - vor dem Gastspiel beim 1. FC Köln (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) stehen die Hanseaten nur auf Rang 13. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

So bleibt auch Geschäftsführer Klaus Allofs im SPORT1-Interview vorsichtig und warnt vor der schwierigen Lage des Traditionsklubs.

Außerdem spricht der Ex-Profi über das Vertrauen zu Trainer Thomas Schaaf, mögliche Neuzugänge und die Zukunft von Torsten Frings.

SPORT1: Herr Allofs, Hand aufs Herz, ist das bisher Ihr schwierigstes Jahr bei Werder?

Klaus Allofs: Wir hatten schon einige schwierige Jahre, aber das ist ja dann immer rasch vergessen. Momentan sind wir in einer schwierigen Situation, ob das jetzt das schwierigste Jahr ist, ist für mich uninteressant. Wir müssen es als Herausforderung sehen.

SPORT1: Wie groß war die Erleichterung nach dem 2:1-Sieg über Hoffenheim?

Allofs: Wir sind schon sehr erleichtert. Man sieht mit Blick auf die Tabelle, dass alles sehr eng ist. Und mit dem Erfolg wird unser Arbeiten etwas leichter, auch wenn wir wissen, dass wir noch nicht völlig aus der Gefahrenzone heraus sind. Aber wir haben einen Riesenschritt getan.

SPORT1: Für Thomas Schaaf war es sein 200. Sieg als Werder-Trainer. Eine starke symbolische Marke. Ist das auch der Lohn für ihn, dass seine Arbeit jetzt wieder durch die Mannschaft honoriert wird?

Allofs: Wir sind noch nicht unten raus, es ist aber ein Lichtblick. Und wir sind sowieso von der Arbeit von Thomas Schaaf überzeugt. Das hätte sich auch nach einer Niederlage gegen Hoffenheim nicht verändert.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

SPORT1: Werden Sie jetzt vorsichtig mit neuen Zielen umgehen?

Allofs: Unser Ziel ist, nicht aus den Augen zu verlieren, dass der Abstand nach unten nicht so groß ist. Wenn wir uns da befreit haben, sollten wir andererseits versuchen, soweit wie möglich nach oben zu kommen. Da sind die Abstände zu den Mannschaften, die sich noch etwas mit Blick auf den fünften, sechsten Platz ausrechnen, nicht so groß.

[kaltura id="0_btgdke8e" class="full_size" title="Werder Wende oder Strohfeuer "]

SPORT1: Denni Avdic war gegen Hoffenheim in den Schlusssekunden mit auf dem Platz. Was für einen Eindruck haben Sie - auch aus dem Training - von dem neuen Werder-Stürmer?

Allofs: Es ist natürlich für ihn eine Umstellung. Er kommt aus der schwedischen Liga und einer längeren Winterpause, hat schon im November aufgehört zu spielen. Auch die Belastung im Trainingslager war für ihn groß, doch er macht einen ganz cleveren Eindruck. Ich denke, dass er eine Menge Tore schießen wird.

SPORT1: Er hat dem Vernehmen nach nur zwei Millionen Euro Ablöse gekostet. Ist das ein Zeichen für den neuen Sparkurs von Werder?

Allofs: Nein, so etwas haben wir in der Vergangenheit auch gemacht. Und zum jetzigen Zeitpunk war es nicht möglich, einen Transfer im zweistelligen Millionen-Bereich zu stemmen. Es war auch in der Vergangenheit unsere Politik, Spieler preiswert zu verpflichten. Klar mussten wir bei den Anforderungen vorher, Stichwort Champions League, auch mal in eine andere Richtung gehen.

SPORT1: Muss Werder angesichts des frühen Ausscheidens aus dem internationalen Wettbewerb künftig kleinere Brötchen backen?

Allofs: Kleinere Brötchen in dem Sinn, dass wir weniger Geld ausgeben werden können, wenn wir international nicht vertreten sind.

SPORT1: Ist es möglich, dass das Weser-Stadion einmal Targo-Bank-Arena heißen wird?

Allofs: Targo-Bank-Arena sicher nicht, weil diese Bestrebungen bei unserem Sponsor nicht da sind. Und was unsere aktuellen Planungen anbetrifft, haben wir nicht vor, unseren Stadion-Namen zu verkaufen.

SPORT1: Ist der Verkauf des Stadionnamens ein Tabu-Thema?

Allofs: Aus der Situation heraus ist das etwas, was wir im Moment nicht machen wollen. Aber das kann sich in einigen Jahren ändern.

SPORT1: Torsten Frings hat gegen Hoffenheim das Siegtor erzielt. Hat er so seine Leaderqualitäten in der Krise bewiesen?

Allofs: Die Art und Weise, wie er vorher gespielt hat, zeigt, dass er der Anführer sein möchte.

SPORT1: Seine Zukunft bei Werder ist ungeklärt. Wagen Sie eine Prognose, wie es mit Frings weitergeht?

Allofs: Nein, das kann ich auch nicht. Daran sind ja zwei Parteien beteiligt. Wir wissen, dass er für uns ein wichtiger Spieler ist, wissen jedoch auch um unsere Möglichkeiten. Jetzt eine Prognose zu treffen, wäre zu früh.

SPORT1: Ist eine Übergangslösung wie damals bei Frank Baumann denkbar?

Allofs: Er war ja nicht Stand-by-Profi. Bei ihm war klar: Er spielt noch ein Jahr, dann wird er eine andere Aufgabe im Verein übernehmen. Das ist durchaus angedacht. In den Gesprächen wird man schauen, die Interessen, die beide Seiten haben, unter einen Hut zu bringen.

SPORT1: Plant Werder noch Wintertransfers?

Allofs: Es könnte sein, dass wir da noch etwas machen. Wir machen es auch von den nächsten Spielen und der Verletztensituation abhängig. Tim Borowski hat sich verletzt, Daniel Jensen auch, Naldo fällt ja schon lange aus.

SPORT1: Wird jemand für die Defensive gesucht?

Allofs: Das ist eher wahrscheinlich.

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