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Zu gerne würde Hertha so groß werden wie Marko Pantelic auf dieser Fotomontage © imago

Der Kader entspricht immer mehr Lucien Favres Vorstellungen. Damit wächst aber auch der Druck. Die Sport1.de-Vorschau.

Von Andreas Ziepa

München - Der Beginn der Bundesliga-Saison 2008/2009 rückt näher. Sport1.de stellt in alle 18 Teams vor. Dieses Mal: Hertha BSC Berlin.

Es herrscht zwar noch nicht Euphorie, aber doch eine Aufbruchstimmung in der Hauptstadt.

Damit steigt natürlich auch der Druck auf Trainer Lucien Favre. Manager Dieter Hoeneß hat öffentlich die Schonzeit für den Coach für beendet erklärt. werbung

Favre viel entspannter

Allerdings macht der Schweizer nicht den Eindruck, als würde ihn diese Vorgabe sonderlich beeindrucken.

Im Gegenteil, im Vergleich zu seinem Amtsantritt vor einem Jahr wirkt er wesentlich entspannter und zuversichtlicher.

Der aktuelle Kader entspricht langsam seinen Vorstellungen, und damit rückt auch seine eigene Zielvorgabe, "irgendwann um den Titel mitzuspielen", immer mehr in den Fokus des Interesses.

Wer ist neu?

Cicero, Kaka, Maximilian Nicu, Marc Stein, Rodnei und Mohamed Chermiti heißen die bisherigen Neuzugänge für die kommende Saison. Der Stürmer aus Tunesien soll Marko Pantelic im Angriff entlasten.

Außerdem soll noch der Chilene Jorge Valvidia von Palmeiras Sao Paulo verpflichtet werden, ein Mann für das offensive Mittelfeld.

Dazu kommen noch die Eigengewächse Lennart Hartmann, Sascha Bigalke, Florian Riedel und Shervin Radjabali-Fardi - alles junge und bisher unbekannte Spieler, die aber die strengen Kriterien des Trainers erfüllen. Sie sind technisch stark, noch entwicklungsfähig und - wie Favre immer so schön sagt - polyvalent, also vielseitig einsetzbar.

Wer ist der Hoffnungsträger?

Trotz vieler neuer junger Spieler und Favres Credo, dass nur die Mannschaft im Vordergrund zu stehen hat, gibt es mit Patrick Ebert, Marko Pantelic und Raffael drei Einzelakteure, auf denen die Hoffnungen der Fans ruhen.

Wichtig wird sein, dass insbesondere Ebert und Raffael endlich mal über einen längeren Zeitraum eine konstant gute Leistung bringen. Und Marko Pantelic, der immer trifft und nach den Spielen wenig sagt, ist sowieso der Liebling der Fans.

Wie ist die Stimmung?

Bisher ist Hertha in den Vorbereitungsspielen ungeschlagen, auch wenn das mühsame 4:2 gegen Magdeburg und das 0:0 im Rückspiel der UEFA-Pokal-Qualifikation gegen Nistru Otaci sicherlich keine Leckerbissen waren.

Dem gegenüber steht aber auch das 8:1 aus dem Hinspiel gegen die Moldawier, bei dem die Mannschaft nur so vor Spielfreude strotzte. Insgesamt macht die Mannschaft im Moment einen gefestigten Eindruck, und auch bei den Zugängen ist zu spüren, dass sie sich möglichst schnell integrieren wollen.

Was sind die Ziele?

Wenn die Mannschaft sich an den von Dieter Hoeneß ausgegebenen Drei-Jahres-Plan hält, dann strebt Hertha in der kommenden Saison einen UEFA-Cup-Platz an.

Angesichts starker Konkurrenz aus Wolfsburg, Stuttgart und neuerdings auch aus Hannover, ist jedoch keinesfalls sicher, dass dieses Ziel auch erreicht wird.

Entscheidend wird sein, dass eine Entwicklung nach vorne zu erkennen ist. Wenn Hertha nach großem Kampf und einer spielerisch ansprechenden Saison am Ende den fünften Platz knapp verfehlt, werden dafür sowohl die Fans als auch das Management Verständnis haben.

Sport1-Prognose:

Eine verlässliche Vorhersage zu treffen, scheint in diesem Jahr fast unmöglich. Aber wie heißt es so schön: Nichts ist unmöglich.

Warum soll die Hertha nicht zu einer der positiven Überraschungen der Saison werden und am Ende den angestrebten Platz im internationalen Wettbewerb erreichen?

Das Potenzial dazu hat der Kader, und wenn die Spieler das System des Trainers verinnerlichen, könnte im nächsten Sommer durchaus ein Märchen daraus werden. Vorbilder dafür gibt es ja.

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