vergrößernverkleinern
Nach dem verschossenen Elfmeter 1984 war Lothar Matthäus am Boden zerstört © imago

Von Mönchengladbach wechselte Lothar Matthäus zu den Bayern. Im Sport1.de-Interview spricht er über den Klassiker.

Von Conny Konzack

München - Er wohnt mit seiner 27 Jahre jüngeren Freundin Liliana im Retortenstädtchen Herzliya direkt am Meer, darf auf den Straßen höchstens 110 km/h schnell fahren und schwärmt vom Lifestyle-Leben in Tel Aviv.

Lothar Matthäus gefällt der Trainerjob bei Maccabi Netanya in Israel von Tag zu Tag besser. Aber auch den deutschen Fußball beobachtet er noch genau.

Der Bundesliga-Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr LIVE) ist immer noch etwas Spezielles für den 47-Jährigen.

Unvergessen ist die Szene, als er den entscheidenden Elfmeter für Mönchengladbach im Pokalfinale 1984 verschoss und anschließend an die Isar wechselte.

Vor dem Duell seiner beiden Ex-Klubs spricht der deutsche Rekordnationalspieler und zweimalige Weltfußballer im Interview mit Sport1.de über seine Erinnerungen an die Vereine, Englischkenntnisse und Überraschungen.

Sport1.de: Herr Matthäus, überrascht Sie der bisherige Saisonverlauf in der Bundesliga?

Lothar Matthäus: Naja, wen hat Hoffenheim nicht überrascht? Die bringen mit erfrischendem Fußball Schwung in die Liga, obwohl ich nicht glaube, dass sie am Ende der Saison auch noch vorne stehen. Aber in ein, zwei Jahren sehe ich Hoffenheim als ernsthaften Titel-Rivalen für die Bayern an.

Sport1.de: Sind die Bayern trotz des holprigen Starts denn noch das Maß aller Dinge?

Matthäus: Natürlich, das werden sie immer sein, bei dem Potenzial, das der Verein hat. Was bei Bayern auf der Bank sitzt, reicht manchem Klub fürs erste Team.

Sport1.de: Der Titelverteidiger trifft nun auf Mönchengladbach, wo Sie fünf Jahre gespielt haben, bevor Sie zu den Bayern gewechselt sind. Kommen noch wehmütige Erinnerungen hoch?

Matthäus: Der Klassiker von früher, als Gladbach wegen seiner Fohlen-Elf berühmt war, ist es heute nicht mehr. Dazu ist Bayern die letzten 20 Jahre zu übermächtig gewesen.

Sport1.de: Aktuell sind die "Fohlen" akut abstiegsbedroht. Schafft es der Verein mit Hans Meyer, die Klasse zu halten?

Matthäus: Gladbach gehört in die Bundesliga und darf nicht absteigen. Unter Hans Meyer schaffen die das auch - ich wünsche es ihm. Auch wenn Bayern gerade jetzt in Form kommt. Mit Spielern wie Marko Marin, der zu Recht in die Nationalmannschaft berufen wurde, wird Gladbach auf jeden Fall bestehen - der Sieg zuletzt über Bielefeld war psychologisch sehr wertvoll.

Sport1.de: Was bedeutet die Borussia für Sie?

Matthäus: Mönchengladbach war für mich ganz klar das Sprungbrett für meine internationale Karriere, die ich bei Bayern und in der Nationalmannschaft krönen konnte. Bei der Borussia zu spielen, war damals etwas Besonderes und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.

Sport1.de: Wie endet die Partie?

Matthäus: Ein Unentschieden würde mich nicht überraschen. Ein Punkt gegen den Meister würde die Psyche der Gladbacher noch mehr stärken.

Diskutieren Sie im Forum!

Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel