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Holger Badstuber kam 2002 aus der Jugend des VfB Stuttgart an die Säbener Straße © getty

Holger Badstuber und Breno müssen sich als Verteidiger-Duo beweisen. Bei SPORT1 spricht Badstuber darüber und Bayerns Ziele.

Von Christian Ortlepp

München - In der Vorsaison gehörte Holger Badstuber zu den großen Entdeckungen beim FC Bayern.

Trainer Louis van Gaal holte den Abwehrmann mit dem starken linken Fuß von der Drittliga-Mannschaft zu den Profis, wo das Talent auf Anhieb zum Stamm- und Nationalspieler avancierte.

Auch in dieser Spielzeit ist der 21-Jährige aus dem Team der Münchner nicht wegzudenken und bildet mit dem Brasilianer Breno eines der jüngsten Innenverteidiger-Pärchen der Bundesliga.

Die Verantwortung ist gewaltig, schließlich sollen die beiden Jungspunde dafür sorgen, dass bei Bayerns angestrebter Klettertour die Defensive sicher steht.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Badstuber im SPORT1-Interview über die Abstimmung mit Breno, die Saisonziele des FCB und seine Geheimwaffe bei Standards.

SPORT1: Herr Badstuber, die Meisterschaft wurde im Grunde mit dem 1:1 beim VfL Wolfsburg verspielt. Wie geht der FC Bayern mit dieser neuen Situation jetzt um?

Holger Badstuber: Ich glaube, es ist von Anfang an schwierig gewesen, noch mit dem Ziel Meisterschaft in die Rückrunde zu gehen. Uns war klar, dass wir die drei Punkte einfahren und dann eine Serie starten müssen, um erstmal so schnell wie möglich auf Platz zwei zu kommen. Aber uns ist schon bewusst, dass Platz zwei jetzt erstmal das Wichtigste ist, um nächstes Jahr in der Champions League zu spielen. Dortmund hat weiterhin seinen Lauf. Uns tut es daher gut, jetzt einfach von Spiel zu Spiel zu schauen.

SPORT1: Haben Sie diese neue Situation schon angenommen, auch psychologisch?

Badstuber: Für mich persönlich war es immer klar, dass ich jedes Spiel gewinnen will. Ich schaue jetzt erstmal nicht auf die Tabelle. Wenn wir eine Serie starten, kann sich auch noch einiges ändern. Wir müssen einfach drei Punkte einfahren am Samstag.

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SPORT1: Bei Bayern München ist es man gewohnt, dass man immer um die Meisterschaft spielt. Jetzt geht es im Grunde nur noch um die internationalen Ränge. Unterhalten Sie sich darüber im Mannschaftskreis?

Badstuber: Darüber braucht man sich nicht unterhalten. Wir sind nicht auf Platz zwei, nicht auf Platz drei, sondern dahinter und müssen erstmal die Punkte einfahren, um ins internationale Geschäft reinzukommen.

SPORT1: Wie groß ist die Gefahr, dass man nun vielleicht sogar Platz zwei oder drei verspielt?

Badstuber: Daran verschwende ich überhaupt keinen Gedanken, weil ich weiß, dass wir das packen können und werden. Deshalb ist das für mich kein Thema.

SPORT1: Wie sind Sie mit der Diskussion um die "Baby-Abwehr" des FC Bayern umgegangen?

Badstuber: Das wird natürlich hochgepusht. Wir sind zwei junge Innenverteidiger, aber die Abwehr besteht auch noch aus Philipp Lahm und Danijel Pranjic, die beide sehr erfahren sind. Und ich glaube, ich kann von mir behaupten, dass ich mit meinen jungen Jahren schon einiges erlebt habe. Daher denke ich, ist es kein Problem, mit so einer jungen Abwehr standzuhalten.

SPORT1: Sehen Sie sich in der Innenverteidigung als Führungsspieler?

Badstuber: Erstmal versuche ich immer, meine eigene Leistung auf höchstem Niveau zu halten und abzurufen. Zur Zeit ist es eigentlich lächerlich, darüber zu diskutieren, wer der Chef ist oder nicht. Die Kommunikation muss untereinander einfach stimmen, dann formieren wir auch eine gute Abwehr und machen es dem Gegner schwer durchzukommen.

SPORT1: Wie funktioniert die Kommunikation mit Breno?

Badstuber: Die funktioniert eigentlich ganz gut, denn er kennt die Fußball-Begriffe, die auf dem Platz wichtig sind. Klar kann das noch besser werden, aber wir haben jetzt auch erst ein Spiel zusammen gespielt. Wir wissen natürlich, dass es schnellstmöglich sehr gut funktionieren muss, um dann auch in der Champions League keine Probleme zu kriegen.

SPORT1: Gibt es ein Innenverteidiger-Pärchen, das Sie sich zum Vorbild nehmen?

Badstuber: Wir haben unsere eigene Identität. Wir sind Spieler, die das Potenzial zu einer sehr guten Innenverteidigung haben. Innenverteidiger werden ja immer daran gemessen, am Saisonende möglichst wenige Gegentore zugelassen zu haben. Und wenn das am Schluss bei uns auch so sein sollte, dann brauchen wir keine Vorbilder mehr.

SPORT1: Hatten Sie denn früher welche?

Badstuber: Puyol und Pique (beide FC Barcelona, Anm. der Red.) machen das schon gut. Aber ich glaube, wir sind der FC Bayern und müssen gar keine Vorbilder haben, weil wir wissen, dass wir selbst auch stark sind.

SPORT1: Ihr starker linker Fuß gilt als Geheimwaffe bei Freistößen. Woher kommt diese Qualität?

Badstuber: Ich habe in der Jugend schon immer Ecken und Freistöße geschossen, deshalb habe ich dafür eigentlich ein ganz gutes Gefühl. Jetzt ist jedoch auch Arjen Robben wieder da, der ebenfalls ein Spezialist für solche Sachen ist. Wer schießen soll, entscheidet dann der Trainer, aber das kommt auch immer auf die Tagesform an.

SPORT1: Die Position des Elfmeterschützen wäre ja vielleicht auch noch frei.

Badstuber:(lacht) Ich glaube, da würde ich mit dem Trainer ein Problem kriegen, weil ich damals beim Beckenbauer-Cup schon mal einen verschossen habe. Außerdem haben wir jetzt Robben wieder, der immer sehr souverän verwandelt hat. Er ist jetzt wieder an erster Stelle - und das ist mir auch ganz Recht so.

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