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Fredi Bobic (r.) hat seit dem Sommer 2010 als Sportdirektor in Stuttgart das Sagen © getty

Der VfB-Sportdirektor hat mit seinen Mannen Großes gegen den Spitzenreiter vor. Bei SPORT1 nennt er Mittel gegen den BVB-Wirbel.

Von Mathias Frohnapfel und Martin Volkmar

München - Zuerst wird sich Fredi Bobic seinen Platz auf der Bank des VfB Stuttgart suchen und dann die dröhnende Atmosphäre im Signal-Iduna-Park einsaugen.

Inklusive Puls bis zum Anschlag.

Für den Ex-BVB-Stürmer geht es in Dortmund (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) aber nicht um alte Gefühle, sondern um drei Punkte im Abstiegskampf.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Stuttgarter wollen die Festung der Schwarzgelben mit geballter Kampfkraft einnehmen oder wie es der VfB-Sportdirektor im Gespräch mit SPORT1 ausdrückt:

"Die Mannschaft hat durch den Sieg gegen Mainz neues Selbstvertrauen getankt. Es war eine kompakte Mannschaftsleitung und genau so müssen wir auch in Dortmund auftreten."

BVB dominiert fast jede Statistik

Dabei kennen sie auch in Stuttgart jede Statistik, die den BVB als verdienten Liga-Spitzenreiter ausweist.

Die meisten eigenen Torschüsse (297), die meisten Tore nach Ballverlust des Gegners (13), die meisten Tore nach Steilpässen (acht) gibt es da unter anderem im Dortmunder Angebot.

Bobic benennt folgerichtig den BVB als "klaren Favoriten" und freut sich trotz des Ausfalls von Stürmer Cacau auf die Partie.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Bobic: "Freue mich wieder in Dortmund zu sein"

"Spiele vor einer solchen Kulisse sind für jeden etwas Besonderes. Dabei spielt es keine Rolle, ob man als Aktiver oder als Verantwortlicher dabei ist", erklärt der 39-Jährige.

"Auch wegen meiner Zeit als Spieler beim BVB freue ich mich immer wieder in Dortmund zu sein."

[kaltura id="0_9mx0ewyk" class="full_size" title="Der Traum vom Meister Iglu"]

Schönheitspreise wollen sie beim VfB nicht mehr gewinnen und wenn wie gegen Mainz ein "Dreckssieg" herausspringt, wird es Coach Bruno Labbadia gerade diebische Freude bereiten.

Bobic gefällt diese Einstellung. Und er hebt hervor, dass Labbadia, früher selbst ein Wühler auf dem Platz, das Team zur Geschlossenheit geführt habe. Die brauche man nun mal im Abstiegskampf.

Erreicht haben die Schwaben als Tabellen-17. ohnehin noch nichts, weshalb Bobic seine Mannen auf einen "sehr weiten Weg" vorbereitet.

Harnik und Marica angeschlagen

Fraglich ist, ob Edeljoker Martin Harnik und Ciprian Marica dabei in Dortmund mit helfen können.

Beide klagen über muskuläre Probleme (jetzt Team aufstellen beim SPORT1 - Bundesliga Manager).

Auf BVB-Seite fällt indes auf jeden Fall Sven Bender (Innenbanddehnung im Knie) aus. Der Einsatz von Mohamed Zidan ist sehr fraglich und auch hinter dem stark erkälteten Supertalent Mario Götze steht ein Fragezeichen.

Dem Hype um den Tabellenführer dürfte das nichts anhaben, zu fulminant fiel der Start nach der Hinrunde aus.

Hält der Motor?

Dortmund ergeht es im Moment so wie einem Formel-1-Piloten, der mit drei Runden Vorsprung der Konkurrenz die Laune verdirbt.

Die einzige Sorge ist, ob der Motor hält oder nicht doch noch ein dämlicher Fahrfehler dazwischen kommt.

"Wir haben Lust zu spielen, übertreiben das manchmal aber oder werden nachlässig", überträgt BVB-Innenverteidiger Mats Hummels diese Gefahren gegenüber SPORT1 aufs Fußballerische.

Selbst beim starken 3:1 über Leverkusen gab es kleine Defizite. Nach dem 3:0, räumt Hummels ein, hätte man konzentrierter bleiben können. Schönheitsfehler.

Doch die Konkurrenz dürfte es beruhigen, dass die Schwarzgelben noch nicht als Fußballroboter über den Platz marschieren.

Hummels: "Wir spielen nicht überheblich"

Arroganz ist von den Dortmunder Himmelsstürmer nicht zu erwarten.

Aus Hummels Sicht hatten die Westfalen ja auch in der Hinrunde einen Lauf, ohne "das überheblich runterzuspielen. So wollen wir auch weitermachen".

Und klar lobt Hummels die Schwaben, die selbstverständlich "viel besser" seien als ihr Tabellenplatz und leicht werde es sowieso nicht.

"Wir wissen, wenn wir gegen Stuttgart verlieren, sieht es wieder anders aus", ermahnt Hummels die Teamkollegen im Titelrennen.

Klopp bremst

Damit liegt er voll auf der Linie von BVB-Chefbremser Jürgen Klopp.

"Wir wissen, dass noch viel passieren kann, und ziehen unsere Linie konsequent durch", sagte Dortmunds Coach vor dem Stuttgart-Spiel.

"Wenn die Bayern unseren Vorsprung hätten, dann wären sie wohl schon durch", fügte er hinzu und wehrte sich gegen allzuviele Komplimente. "Wir können realistisch einschätzen, wie unser Auftritt in Leverkusen zu bewerten ist."

Voraussichtliche Aufstellungen

Borussia Dormund - VfB Stuttgart

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Feulner, Sahin - Blaszczykowski, Götze (Lewandowski), Großkreutz ? Barrios

Stuttgart: Ulreich - Funk, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Gentner, Kuzmanovic - Gebhart, Boka - Pogrebnyak

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