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Michael Kempter war 2006 der jüngste Bundesliga-Schiedsrichter © getty

Nach dem 1:1 zwischen Hannover 96 und Bochum kritisieren beide Bundesligisten den Schiedsrichter, der VfL-Coach Koller auf die Tribüne verbannt hatte.

Hannover - Die hitzige Auseinandersetzung zwischen Schiedsrichtern und Offiziellen ist gleich im Freitagsspiel der Bundesliga in die nächste Runde gegangen. Denn nach dem 1:1 (0:0) zwischen Hannover 96 und dem VfL Bochum waren sich alle einig: die Schiedsrichter sind zu dünnhäutig.

"Was da zur Zeit passiert, macht keinen Spaß mehr", sagte Hannovers Trainer Dieter Hecking mit Blick auf den Tribünenverweis für seinen Kollegen Marcel Koller: "Emotionen gehören zum Fußball doch dazu."

In der 82. Minute hatte Schiedsrichter Michael Kempter den VfL-Coach auf die Tribüne geschickt, "wegen wiederholten Reklamierens".

Keine Schiedsrichter-Beleidigung

Für beide Trainer die Folge der Diskussionen um die Unparteiischen in der vergangenen Woche. "Ich denke, da wurde viel geschrieben", meinte der Schweizer, "ich habe mich nur zweimal über Fehlentscheidungen aufgeregt, ich habe Kempter nie beleidigt."

Der Bochumer Trainer (Trainerportrait )weiter: "Wenn wir uns im Spiel wie Klosterschüler benehmen müssen, ist das nicht gut für den Fußball."

Die Nerven liegen blank

VfL-Manager Thomas Ernst konnte über die Dünnhäutigkeit von Kempter auch nur den Kopf schütteln: "Koller ist kein Dampfmacher, er hat nur zwei Fehlentscheidungen moniert", sagte der 40-Jährige: "Aber bei den Schiris liegen zur Zeit anscheinend die Nerven blank."

Das vermutet auch Hecking: "Man hat von Anfang an gemerkt, dass wir Trainer immer angehalten wurden, zur Bank zurückzugehen. Ich glaube, den Schiedsrichtern wäre es am liebsten, wir stellen die Mannschaft auf und bleiben dann zu Hause."

Wütende Pfiffe der 96-Fans

Dann hätte sich Hecking immerhin die wütenden Pfiffe der 96-Fans erspart. An der Leine steigt nach der enttäuschenden Leistung die Ungeduld.

Hannover liegt mit nur 13 Punkten weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück(Ergebnisse und Tabelle).

"Ich kann die Pfiffe der Fans verstehen, wir können uns über das Unentschieden nicht beschweren", sagte der 96-Coach: "Diese Leistung war viel zu wenig."

Fromlowitz gesteht Patzer ein

Dabei schien sein Team nach dem überraschenden Führungstreffer von Jan Schlaudraff (62.) schon auf der Siegerstraße gegen eine überlegene Bochumer Mannschaft. Die Gäste ließen zahlreiche Großchancen aus und scheiterten dabei immer wieder an Fromlowitz scheiterte.

Doch der eigentlich herausragende 22-Jährige war es, der den Gästen den zehnten Punkt bescherte. Eine Flanke von Paul Freier drückte er vollkommen unbedrängt ins eigene Tor (65.).

"Ich bin im Rückwärtslaufen ins Stolpern gekommen und habe etwas das Gleichgewicht verloren. Aber keine Frage, den muss ich halten", gestand der Ersatz für Nationaltorhüter Robert Enke (Der Kader) ein.

"Gefühlte Niederlage"

So verdienten sich die Gäste wenigstens noch einen Zähler nach einer guten und couragierten Leistung.

Freuen konnten sie sich darüber aber nicht, sie bleiben mit nur einem Sieg mitten im Tabellenkeller.

"Das ist wie eine gefühlte Niederlage, ein schwerer Schlag", sagte Philipp Bönig, `wenn man so wenig Punkte nach so vielen Spielen hat, dann wird es schwer."

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