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Mickael Silvestre spielte in England für Arsenal London und Manchester United © getty

Köln demütigt Bremen, das mitten im Abstiegskampf steckt. Schaaf und Allofs sind bedient. Kölns "Doppelpacker" Podolski fordert mehr.

Köln - Nach einer desolaten Vorstellung steckt Werder Bremen endgültig im Abstiegskampf der Bundesliga.

Beim 1. FC Köln kassierte der langjährige Champions-League-Stammgast eine hochverdiente 0:3 (0:2)-Niederlage und hat vor den Sonntagsspielen nur noch vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Kölner verließen diesen zumindest bis Sonntag und feierten ihren höchsten Saisonsieg.

Schaaf mehr als enttäuscht

"Ich bin mehr als enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwartet als das, was wir heute erlebt haben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf bei LIGA total!:

"Wir waren in keiner Sekunde im Spiel und haben den Gegner in Not gebracht. Das war sehr ernüchternd", meinte Schaaf.

"Dann wird man so abgefertigt wie wir heute"

Manager Klaus Allofs hatte "den Eindruck, dass die Mannschaft überrascht darüber war, wie der FC zur Sache gegangen ist."

Bremen hätte dagegenhalten müssen, aber das sei nicht der Fall gewesen. "Wir haben uns in den Zweikämpfen nicht behauptet und waren auch gedanklich viel langsamer."

Allofs betonte, er habe "schon nach dem Sieg gegen Hoffenheim gesagt, dass wir längst nicht raus sind aus dem Abstiegskampf."

Wenn man unten drin stehe, könne man "nur so Fußball spielen, wie es Köln heute gemacht hat. Wenn man nicht dagegenhält, wird man so abgefertigt, wie es uns heute passiert ist."

Doppelpack von Podolski

Die im Winter durch vier Zugänge ergänzten Kölner wirkten wesentlich stärker und homogener als in der Hinrunde und haben in dieser Form realistische Chancen auf den Klassenerhalt.

Nationalstürmer Lukas Podolski brachte den FC früh in Führung (7.) und setzte auch den Schlusspunkt (84.), es waren seine Saisontore Nummer 6 und 7. Adam Matuschyk erzielte das 2:0 (33.).

"Der Sieg darf nur ein Anfang"

"Wir haben heute vieles besser gemacht als zum Beispiel noch gegen Kaiserslautern", sagte Kölns Trainer Frank Schaefer.

"Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und auch in der Höhe verdient gewonnen", ergänzte Podolski - und richtete den Blick bereits auf die kommende Partie beim FC St. Pauli.

"Der relativ deutliche Sieg heute darf nur ein Anfang sein. Wir müssen Woche für Woche kämpfen. Dann kommen wir auch gemeinsam unten raus."

Bremen wie ein Absteiger

Vor 45.100 Zuschauern boten die Bremer eine unterirdisch schlechte erste Halbzeit und spielten wie ein Absteiger 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag).

Ohne Spielwitz, Struktur und Kampfgeist lagen die Hanseaten völlig verdient zurück.

Dabei waren die Gastgeber - unter anderem nach zahlreichen Fällen von Schweinegrippe - vor allem in der Defensive von Personalsorgen geplagt.

Kein Torschuss bis zur Pause

So musste der Ex-Hoffenheimer Christian Eichner bei seinem Heimdebüt im FC-Trikot als etatmäßiger Außenverteidiger in der Zentrale aushelfen.

Doch die Defensive des FC war zunächst auch gar nicht gefordert, bis zur Pause schossen die Bremer nicht einmal auf das Kölner Tor.

Die Gastgeber, bei denen in Torhüter Michael Rensing, Eichner und dem starken Polen Slawomir Peszko drei Winter-Zugänge in der Startformation standen, wirkten dagegen deutlich strukturierter und vor allem engagierter.

Auch Matuschyk trifft

Podolskis Führungstreffer resultierte aus einem sehenswerten Angriff über Peszko und Fabrice Ehret.

Schaaf wirkte schon nach diesem Gegentor schockiert und saß minutenlang wie versteinert auf der Bank.

Schon nach 38 Minuten wechselte er erstmals - Nationalspieler Marko Marin kam für Felix Kroos -, da stand es nach einem anfängerhaften Abwehrverhalten schon 0:2.

Petri Pasanen rutschte weg, Kapitän Torsten Frings ließ sich mit einer einfachen Körpertäuschung von Matuschyk verladen, Tim Wiese war chancenlos.

Schaaf versucht alles

Die Kölner merkten nun, wie angeschlagen die Bremer waren, und drängten noch vor der Pause vergeblich auf das dritte Tor.

Doch auch in der zweiten Halbzeit blieb das große Aufbäumen bei den Bremern aus.

Köln hatte die Partie weiter fest im Griff.

Schaaf versuchte es erneut mit einem Wechsel und brachte Winter-Zugang Denni Avdic für den aufreizend lustlosen Marko Arnautovic (56.).

Nur Wiese ohne Fehler

Doch der Vorjahres-Dritte fand nicht ins Spiel, im Gegenteil, teilweise haarsträubende Abspielfehler prägten das Bild.

Die erste Torchance hatte Avdic erst nach 71 Minuten, seine Direktabnahme nach einer Ecke flog jedoch meterweit über das Tor.

Während aus einer guten Kölner Mannschaft Podolski, Peszko und Christian Eichner herausstachen, erreichte bei Werder kein Spieler Normalform.

Der bemitleidenswerte Wiese blieb zumindest fehlerlos.

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