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Gegen Mainz gelang den "Wölfen" der erste Sieg seit dem 30. Oktober 2010 © imago

Nach dem ersten Sieg seit fast drei Monaten lobt der VfL den neuen Teamgeist. In Mainz herrscht dagegen Ernüchterung.

Mainz - Trainer Steve McClaren und Manager Dieter Hoeneß klatschten sich an der Außenlinie ab, "Erlöser" Simon Kjaer ballte strahlend seine Hände zu Fäusten.

Bei Ex-Meister VfL Wolfsburg war die Erleichterung nach dem lang ersehnten Befreiungsschlag groß. "Das gibt allen Ruhe - auch dem Trainer", sagte Nationalverteidiger Arne Friedrich nach dem 1:0 (0:0) beim FSV Mainz 05 und dem Ende der schwarzen Serie. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es war der erste Sieg der "Wölfe" in der Fußball-Bundesliga seit dem 2N:0 am 30. Oktober 2010 beim VfB Stuttgart. 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

"Ein Sieg der Moral und für die Moral"

Trainer, Manager und Mannschaft beschworen im Augenblick des Erfolges den neuen Zusammenhalt. "Die Spieler haben alle füreinander gekämpft und sind hart in die Zweikämpfe reingegangen. Alle halten zusammen. Es war ein Sieg der Moral und für die Moral", erklärte McClaren, dessen Schonzeit durch den Sieg weiter verlängert wurde.

Auch Hoeneß lobte die neue "Geschlossenheit". Die Mannschaft habe sich "das Glück verdient", betonte der Manager: "Wir haben gesagt, dass wir in den nächsten Wochen Abstand zu den unteren Tabellenplätzen schaffen wollen. Das war ein erster Schritt dazu."

Kjaer als Erfolgsgarant

Sieggarant war Simon Kjaer mit seinem ersten Bundesliga-Tor. Der Däne traf in der 82. Minute nach einem Freistoß von Regisseur Diego per Kopf.

"Das Tor gibt mir persönlich ein schönes Gefühl, aber vor allem ist es wichtig für die Mannschaft", sagte Kjaer und unterstrich damit ebenso das neue Zusammengehörigkeitsgefühl.

Es war bezeichnend für die "neuen" Wölfe, dass insbesondere das Innenverteidigerduo Kjaer und Friedrich in einer kompakten Mannschaft überzeugte.

Auch Friedrich als Symbolfigur der "neuen Wölfe"

Obwohl Friedrich durch eine Magen-Darm-Grippe geschwächt war, bewies der Nationalverteidiger bei seinem Auswärts-Comeback unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw, dass er den Niedersachsen zu mehr Stabilität verhilft

"Ich bin zufrieden. Vor allem geht es meinem Rücken gut", sagte Friedrich, der nach einer Bandscheiben-Operation lange pausieren musste.

Die Leistung sah der 31-Jährige jedoch trotz des Sieges kritisch: "Ein Unentschieden wäre auch verdient gewesen. Wir haben zwar als Mannschaft gut verteidigt, aber nicht gut gespielt."

Offensivspiel noch ausbaufähig

In der Tat war das Offensivspiel des VfL im zweiten Spiel nach dem Abgang von Stürmerstar Edin Dzeko zumeist bieder. Spielmacher Diego sowie Grafite als einzige Spitze konnten vor 18.900 Zuschauern im Bruchwegstadion kaum für Gefahr sorgen.

In der 90. Minute rettete zudem der Schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio gegen Marcel Risse den Sieg.

"Wir wissen, dass wir uns weiter steigern müssen", sagte McClaren - zumal der nächste Gegner am kommenden Samstag Spitzenreiter Borussia Dortmund ist. Möglicherweise kann sich McClaren bis dahin noch über einen Neuzugang freuen.

Im Gespräch sind weiterhin Stürmer Patrick Helmes von Bayer Leverkusen als Dzeko-Ersatz und Mark van Bommel vom deutschen Meister Bayern München.

Mainzer Glanz verblasst

Bei Mainz ist der Glanz der Hinrunde dagegen verblasst. "Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben zu jeder Phase die Partie dominiert. Aber zu einer guten Leistung gehören auch Tore und Ergebnisse. Wir haben vorne einige Chancen liegen gelassen", erklärte FSV-Trainer Thomas Tuchel nach dem Rückrunden-Fehlstart.

Präsident Harald Strutz schimpfte über "ein Dreckstor" und fügte hinzu: "Zwei 0:1-Niederlagen in Folge sind einfach sehr ärgerlich - aber nicht traumatisch."

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