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Matthias Sammer ist seit 1. April 2006 Sportdirektor des DFB © getty

Matthias Sammer macht dem HSV schwere Vorwürfe. Der Verein hätte sich nicht an Absprachen gehalten. Ein Plan B macht die Runde.

München - DFB-Sportdirektor Matthias Sammer wirft dem Hamburger SV unprofessionelles Verhalten vor und bezeichnet dieses als den Hauptgrund für seine Absage an den Bundesligisten.

Der HSV hatte geplant, Sammer als neuen Sportdirektor zu installieren.

"Plötzlich hat der Aufsichtsrats-Chef Rieckhoff - mit dem ich übrigens nie ein persönliches Wort gesprochen habe - durch seine Äußerungen einen öffentlichen Druck in die Gespräche gebracht. Es entstand der Eindruck, alles sei bereits beschlossene Sache, dem war aber nicht so", sagte Sammer der "Bild am Sonntag".

Nicht an Absprache gehalten

Dass der HSV Zeitdruck aufbaute, habe ihn "schon verwundert. Der HSV-Aufsichtsrat wusste, dass ich unter anderem noch in Ruhe einige persönliche Dinge klären wollte. Es sollte auf keinen Fall zeitlicher Druck entstehen", sagte Sammer.

An die Absprache habe sich der HSV nicht gehalten.

Zudem sei den Klub-Verantwortlichen die Möglichkeit, am Ende vielleicht doch keine Lösung zu finden", bekannt gewesen.

Eckpunkte bereits ausgehandelt

Er habe vor der Vertragsunterschrift noch familiäre Dinge klären wollen, sagte der 43-Jährige. Die "Eckpunkte" des Vertrages mit dem HSV seien bereits ausgehandelt gewesen.

Dass er nun als Umfaller gelte, sei ihm egal.

"Umfallen kann nur der, der sich von vornherein festgelegt hat. Ich erwarte auch kein Verständnis, von niemandem. Aber ich weiß, dass ich meinen Gesprächspartnern gegenüber immer mit offenen Karten gespielt habe. Deshalb geht es mir mit der Entscheidung gut." (EINWURF: Lächerlich - hüben wie drüben)

Zwanziger-Initiative entscheidend

So ist es der Initiative von Theo Zwanziger zu verdanken, dass Sammer weiterhin für den DFB arbeitet.

"Dort wollte ich erklären, dass ich noch das Wochenende benötige, um meine Zukunft zu klären. Aber Herr Dr. Zwanziger hat darauf bestanden, dass ich sofort eine Entscheidung fälle", erklärte Sammer.

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"Und da ich mit dem HSV noch nicht in allen Punkten einig war, habe ich mich zu meinem Arbeitgeber bekannt - und das ist der DFB! Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein vertragstreuer Mensch bin. Es mussten Fakten geschaffen werden."

"Reines Gewissen"

Er habe gegenüber dem HSV "mit offenen Karten" gespielt, behauptet Sammer: "Deshalb habe ich ein reines Gewissen."

Nun zähle nur der DFB, nichts anderes. Dass sein Verhältnis zu Präsident Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach durch die Verhandlungen mit dem HSV gelitten habe, glaubt Sammer nicht.

""Da es zwar Gespräche, aber von mir noch keine klare Entscheidung gegeben hat, haben wir keine Probleme miteinander", stellte er in der "Welt am Sonntag" klar.

Rangnick als Plan B?

Beim HSV läuft die Suche nach einem Sportdirektor unterdessen weiter. Bastian Reinhardt wurde zwar nach Sammers Absage offiziell das Vertrauen ausgesprochen.

Aber die Gerüchte um mögliche Ersatz-Kandidaten reißen nicht ab. In der "Hamburger Morgenpost" ist bereits von einem Plan B die Rede. Der frühere Hoffenheim-Coach Ralf Rangnick steht dabei ebenso auf der Liste wie Schalkes Sportdirektor Horst Heldt.

Auch Hoffenheims Ex-Manager Jan Schindelmeiser wird nach wie vor gehandelt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

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