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Dieter Hecking folgte im Dezember 2009 auf Michael Oenning als Nürnberg-Trainer © getty

Nach dem Unentschieden im Breisgau geht es erst nach der Partie heiß her - zwischen den Trainern. Ein Debütant bleibt noch blass.

Freiburg - Das Scharmützel der Trainer nach dem Abpfiff hatte mehr Unterhaltungswert als die gesamten 90 Minuten zuvor.

"Ich fand es nicht gut, dass Robin vor dem Spiel gesagt hat, wir müssen unbedingt gewinnen. Es ist nicht okay, dass er uns die Favoritenrolle so rüberschiebt", sagte Dieter Hecking vom Bundesligisten 1. FC Nürnberg nach dem unspektakulären 1:1 (0:1) beim SC Freiburg. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auf den Konter seines Gegenübers Robin Dutt musste er nur wenige Sekunden warten: "Ungewöhnliche Situationen erfordern eben ungewöhnliche Maßnahmen."

Dutt schiebt Favoritenrolle nach Nürnberg

Dutt, der neben seinem Toptorjäger Papiss Cisse (Muskelfaserriss) auf zehn weitere verletzte oder kranke Profis verzichten musste, hatte den Club aufgrund der Freiburger Personalprobleme zum Favoriten erklärt. 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

"Ich glaube nicht, dass das unter der Gürtellinie war. Solche Spielchen gehören dazu. Irgendwas muss man als Trainer ja auch tun. Ich wollte Druck von meiner Mannschaft nehmen", sagte Dutt, der am Ende aber nachgab: "Wenn es etwas zu entschuldigen gibt, dann mache ich das."

Für Hecking, dessen Mannschaft einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg holte und nunmehr 23 Zähler auf dem Konto hat, war das Thema damit erledigt. "Das nehme ich an", sagte er. Nach dem Schlusspfiff hatte er Dutt bereits in den Arm genommen.

Hecking kritisiert Medien

Nicht ganz so versöhnlich zeigte sich Hecking bezüglich der Nürnberger Medien.

"Das da gesagt und geschrieben wird, dass man wegen der Freiburger Probleme gewinnen müsse, sonst ist man der größte Depp, ist respektlos gegenüber dem Gegner. Wenn man auf die Aufstellung schaut, sieht man, dass Freiburg elf Bundesligaspieler auf dem Platz hatte", sagte Hecking. Sein Team wartet seit sechs Jahren auf einen Sieg in Freiburg.

Das verbale Feuerwerk der Trainer hatte das Spiel eigentlich gar nicht verdient. Die 20.000 Zuschauer sahen eine schwache Begegnung, die zu Recht ohne Sieger blieb.

Flum trifft für die Geschichtsbücher

Johannes Flum hatte die Freiburger in Führung gebracht (32.) und gleichzeitig das 500. Bundesliga-Tor des SC erzielt. Julian Schieber traf zum Ausgleich (56.) und sorgte mit seinem sehenswerten Tor für den Höhepunkt.

"Ob es ein Tor des Monats war, weiß ich nicht. Es war ein wichtiges Tor für den Punkt. Obwohl wir eigentlich drei Zähler wollten", sagte der Angreifer.

Dann nahm er bereits das Viertelfinale im DFB-Pokal am Dienstag beim Vizemeister Schalke 04 ins Visier: "Ich freue mich schon sehr darauf. Es steht viel auf dem Spiel, ein Viertelfinale erreicht man schließlich nicht immer. Schalke ist zwar in der Favoritenrolle, aber wir werden alles mobilisieren."

Jendrisek bliebt blass

Alles mobilisieren mussten auch die Freiburger, um ihre Personalprobleme zu kompensieren. Das Fehlen Cisses machte sich dennoch bemerkbar.

Der unter der Woche von Schalke verpflichtete slowakische Nationalstürmer Erik Jendrisek blieb bei seinem Debüt blass und wurde nach rund einer Stunde ausgewechselt.

Für Freiburgs Außenverteidiger Felix Bastians, der mit seinen Teamkollegen seit fünf Partien ungeschlagen ist, hat Cisse ein Loch hinterlassen: "So einen Spieler vermisst man immer."

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