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Borussia Dortmund fuhr in dieser Saison bereits 15 Siege ein © getty

Dortmund trauert den vergebenen Gelegenheiten gegen Stuttgart nach. Hummels sieht Probleme in der Defensive. Die VfB-Taktik sticht.

Von Tobias Hlusiak und Christian Arias

München/Dortmund - Sondereinheiten befürchtete Lucas Barrios nicht.

"Wir werden genau so trainieren wie immer", sagte der Torjäger von Borussia Doprtmund auf Nachfrage von SPORT1 nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart.

Vielleicht sollte er sich da nicht zu sicher sein, schließlich nutzte der BVB-Torjäger seine 25 Minuten Einsatzzeit, um zwei klare Gelegenheiten auszulassen.340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

Zuvor hatte schon Sturmkollege Robert Lewandowski drei Gelegenheiten ausgelassen, VfB-Keeper Sven Ulreich zu überwinden.

Dem Fußball-Gesetzbuch folgend bedankte sich der Tabellenvorletzte in Person von Pavel Pogrebnyak kurz vor dem Schlusspfiff und entführte einen Punkt aus Dortmund. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Nicht alle Tassen im Schrank"

"Wer nach dem Spielverlauf nicht enttäuscht ist, der hat nicht alle Tassen im Schrank", brachte es Trainer Jürgen Klopp auf den Punkt.

Dass der westfälische Traditionsklub in seiner Geschichte zum 100. Mal an der Spitze des Klassements steht, interessierte nur am Rande.

Ebenso wie die Tatsache, dass der BVB seine Führung zumindest vorübergehend auf 13 Zähler ausbauen konnte, weil die unmittelbaren Verfolger aus Hannover und Mainz strauchelten.

Sahin trauert Chancen nach

"Wir hätten heute einen weiteren großen Schritt machen können, wir wollten gewinnen. Aber wir haben uns das Unentschieden selbst zuzuschreiben", meinte Nuri Sahin.

Dass die verlorenen zwei Punkte iauf die untaugliche Chancenverwertung zurückzuführen waren, war auch dem Dortmunder Spielgestalter klar.

"Die vergebenen Chancen waren speziell heute ein Problem, ansonsten hat es bisher dennoch gereicht. Wir haben es einfach versäumt, den Sack zuzumachen", ergänzte Sahin.

Nur 25 Prozent Erfolgsquote

Zwar erzielt keine Mannschaft im Oberhaus so viele Tore (43) und erspielte sich darüber hinaus so viele hochkarätige Chancen wie der BVB. Unter dem Strich steht in der gesamten Spielzeit eine Trefferquote um die 25 Prozent, die sich gegen Stuttgart noch verschlechterte.

"Manchmal trifft man, manchmal trifft man nicht", analysierte Barrios lapidar.

Gegen defensivstarke Schwaben war das vierte Saisontor von Youngster Mario Götze (43.) zu wenig. "Bei einem 2:0 wäre das Ding beendet gewesen, doch es fiel nicht", klagte Klopp.

Konkurrenz wittert Morgenluft

Die drei Punkte gegen die Schwaben wären im Titelrennen ein weiteres starkes Signal in Richtung der Konkurrenz aus Leverkusen und München gewesen.

Trotzdem ist das zweite Heim-Unentschieden der Saison kein herber Rückschlag im Meisterkampf, einen leichten Höhenverlust der Überflieger werden die Verfolger allerdings zur Kenntnis genommen haben.

Dortmund kombinierte zu umständlich die Laufwege der lange Zeit einzigen Spitze Lewandowski waren zu ausrechenbar.

Bender-Ausfall wiegt schwer

Auch in der Rückwärtsbewegung zeigte die beste Defensive der Liga ungewohnte Schwächen.

"Wir hatten Probleme in der Defensive, vor allem in der zweiten Halbzeit. Das hing auch mit dem Fehlen von Sven Bender zusammen", gab Innenverteidiger Mats Hummels ohne Umschweife zu.

Antonio da Silva, der Bender als zweiten Part der Doppelsechs neben Nuri Sahin vertrat, vermochte dessen beruhigenden Part nur mit Abstrichen zu kopieren.

Das Ausgleichstor resultierte aus einem Konterangriff der Gäste, was Klopp auf die Palme brachte: "Dass wir beim Stand von 1:0 im eigenen Stadion ein Kontertor kriegen, sagt ja alles."

"Wolfsburg auch ein großes Spiel"

Im Hinblick auf die kommenden schweren Aufgaben in Wolfsburg und gegen Schalke 04 tat der Coach aber gut daran, seine Mannschaft nicht zu sehr zu verunsichern.

"Diese Art und Weise zu spielen, hat uns schon oft den Sieg gebracht. Diesmal ist der Schuss eben nach hinten losgegangen".

Auch Barrios blickte schon voraus: "Das Derby gegen Schalke ist wichtig, aber die Partie in Wolfsburg ist auch ein großes Spiel."

VfB-Taktik geht auf

Der VfB belohnte sich für eine engagierte Leistung. In der Defensive gut organisiert ging die "Taktik der Nadelstiche" des neuen Trainers Bruno Labbadia in seinem dritten Punktspiel auf der Stuttgarter Bank auf.

"Wir freuen uns über den Punkt. Er war verdient, weil wir viel investiert haben", meinte der Ex-Profi.

Der VfB verharrt allerdings weiter auf Platz 16 und bleibt mit nur drei Punkten die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga.

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