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Arjen Robben (l.) und Mario Gomez gewannen in der letzten Saison mit Bayern das Double © getty

Der Superstar und Gomez werden nach dem Sieg gegen Lautern gefeiert. Die Gala-Leistung des Duos überdeckt aber auch Probleme.

Von Christian Stüwe und Mathias Frohnapfel

München - Arjen Robben strahlte über das ganze Gesicht.

"Es macht so viel Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen. Da will ich immer weiterspielen", freute sich der Niederländer. 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

Beim 5:1 (1:0)-Sieg des FC Bayern München gegen Kaiserslautern hatte Robben erstmals nach fast acht Monaten Verletzungspause wieder in der Startelf gestanden.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und Robben, der am Sonntag 27 Jahre alt wird, ließ keine Zweifel daran, dass er schon wieder eine Klasse für sich ist.

Phasenweise beschäftigte er drei, vier Mitspieler und ließ mit seinen Tempodribblings die Lauterer Verteidiger alt aussehen.

Das erste Tor unmittelbar vor der Pause machte er selber, direkt nach Wiederanpfiff bereitete er das 2:0 durch Mario Gomez mit einem Traumpass vor.

"Ich glaube, es war wichtig, dass wir kurz vor und nach der Halbzeit getroffen haben", analysierte Robben gewohnt bescheiden bei LIGA total!.

Sportchef Christian Nerlinge rückte Robbens Anteil ins rechte Licht.

"Robbens Leistung war weltklasse, dies ist nach einer so langen Pause ungewöhnlich und beeindruckend. Es ist nicht nur seine unglaubliche fußballerische Qualität, sondern auch seine Mentalität, die ihn antreibt und die Mannschaft mitreißt", lobte er den Matchwinner.

Zehn Punkte mehr mit Robben?

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war indes "überzeugt, dass wir mindestens zehn Punkte mehr hätten, wenn er in der Hinrunde mitgewirkt hätte."

Doch auch so haben die Bayern den Anschluss an die oberen Plätzen hergestellt. Mit 33 Punkten steht der Rekordmeister auf Rang drei, nur noch ein Punkt trennt den FCB von Hannover 96 auf dem anvisierten zweiten Platz.

"Das war ein guter und wichtiger Spieltag für uns, um unser Mindestziel zu erreichen. Da kann man sehr zufrieden sein", kommentierte Rummenigge erfeut.

Treffer 13, 14 und 15 von Gomez

Zufrieden sein können die Bayern auch mit der Leistung von Torjäger Gomez. Der 25-Jährige erzielte drei Tore und liegt nun mit 15 Treffern gemeinsam mit Freiburgs Papiss Demba Cisse an der Spitze der Torjägerliste.

Van Gaal bewertete Gomez? Leistung als "sehr gut". Völlig zufrieden war der Trainer aber nicht. "In der ersten Halbzeit hätte er auch ein Tor machen können, dann ist es wichtig", sagte der Niederländer: "Das Vierte und Fünfte ist nicht mehr wichtig."

Überhaupt trieben die ersten 45 Minuten van Gaal die Sorgenfalten auf die Stirn.

Tymoshchuk patzt beim Gegentreffer

Die Abwehr, in der Anatoliy Tymoshchuk anstelle von Breno in der Innenverteidigung zum Einsatz kam, wirkte oft unsicher.

Beim 2:1-Anschlusstreffer durch Lauterns Jan Moravek unterlief dem Ukrainer ein kapitaler Patzer.

Lange mussten die Bayern zittern, die starken Pfälzer schienen durchaus in der Lage, Punkte aus München zu entführen. "Wir hatten in der ersten Halbzeit viele Probleme", räumte van Gaal ein: "Kaiserslautern war sehr diszipliniert und gut organisiert."

Bayern-Fans träumen

Sein Gegenüber Marco Kurz war dementsprechend verärgert.

"Wir haben eine hervorragende erste Halbzeit gespielt. Wir haben zwei Nackenschläge kurz vor und nach der Pause bekommen", sagte der FCK-Trainer: "Nach dem 3:1 haben wir jegliche Positionsdisziplin vermissen lassen. Dann spielt man Bayern in die Karten und kriegt richtig eine mit."

Und so beginnen die Bayern schon wieder vorsichtig zu träumen.

"Dortmund hat Punkte verloren, wir gewonnen. Natürlich guckt man nach oben, Hoffnung gibt es immer. Das hat man ja auch bei den Fans gehört", sagte van Gaal.

Die Anhänger hatten laut gejubelt, als das 1:1 von Borussia Dortmund auf der Anzeigentafel eingeblendet wurde und umgehend ein "Deutscher Meister wird nur der FCB" angestimmt.

Hoeneß-Kritik sorgt für Misstöne

Da störten auch die leisen Misstöne, für die Präsident Uli Hoeneß vor dem Spiel durch ein "SZ"-Interview gesorgt hatte, kaum.

Solange der Erfolg da ist und der FC Bayern weiter Boden gutmacht, wird der brüchige Frieden zwischen Hoeneß und van Gaal halten.

Abwehr muss sich steigern

Doch das Spiel gegen FCK deckte einmal mehr auf, das die Abwehr keineswegs sattelfest ist und sich deutlich steigern muss, um etwa in den Champions-League-Achtelfinal-Partien gegen Inter Mailand bestehen zu können.

Und dass Spiel zeigte auch, in welchem Maße der FC Bayern von Arjen Robben abhängig ist. Ob den Bayern auch ohne Robben gewonnen hätte, wurde Tobias Sippel nach Abpfiff gefragt.

"Nö", antwortete der FCK-Torwart wie aus der Pistole geschossen und verschwand.

Vermutlich hatte er recht.

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