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Christian Nerlinger (r.) arbeitet seit Juli 2009 als Sportdirektor des FC Bayern © getty

Christian Nerlinger spricht im Interview über den Kantersieg gegen Lautern, Bayerns Abwehrschwächen und die Hoeneß-Kritik.

Von Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - Der Heimauftakt 2011 war für den FC Bayern wie gemalt.

Die Münchner fegten nach einer starken zweiten Hälfte Kaiserslautern mit 5:1 vom Feld und kletterten dank der schwächelnden Konkurrenz auch in der Tabelle (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und doch stehen die Bosse beim Rekordmeister nach dem Interview von Uli Hoeneß in der "Süddeutschen Zeitung" unter Anspannung.

Hoeneß hatte vom Werben um Jürgen Klopp 2008 berichtet und mit Verweis auf das selbstbewusste Auftreten von Trainer Louis van Gaal gesagt: "Die Frage ist, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss." 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

Als Feuerlöscher und Schlichter ist jetzt auch Christian Nerlinger gefragt. Der Sportdirektor versuchte am Samstagabend zu beschwichtigen, sagte auf Nachfrage von SPORT1 aber auch: "Ich nehme dieses Interview natürlich sehr ernst."

Schließlich habe Hoeneß ein sehr gutes Gespür "für brenzlige Situationen".

Im Interview spricht Nerlinger zudem über den Gala-Auftritt von Arjen Robben gegen Kaiserslautern, Bayerns Chancen im Titelrennen und Neuzugang Luiz Gustavo.

Frage: Herr Nerlinger, der 19. Spieltag hätte aus Sicht des FC Bayern mit einem deutlichen Heimsieg und Patzern der Konkurrenz nicht besser laufen können, oder?

Christian Nerlinger: Es war ein optimaler Spieltag für uns. Dortmund hat nur unentschieden gespielt, Hannover und Mainz haben verloren. Deshalb sind wir sehr zufrieden.

Frage: Greift der FC Bayern jetzt auch in Richtung Titel noch einmal an?

Nerlinger: Wir sollten nicht zu euphorisch sein, aber es war aber schon ein optimaler Spieltag für uns. Besonders für Arjen Robben hat es mich gefreut. Er hat wieder eine Weltklasseleistung gezeigt. Man sieht, wie wichtig er für uns ist. Und diese Leistung nach so einer langen Verletzungspause abzurufen, ist absolut ungewöhnlich.

Frage: Verleiht Arjen Robben durch seine bloße Anwesenheit in der Startelf dem ganzen Team Selbstvertrauen?

Nerlinger: Er hat nicht nur unglaubliche fußballerische Qualitäten, sondern auch eine Mentalität, die ihn antreibt und auch die Mannschaft mitreißt. Deswegen ist er für uns so wertvoll.

Frage: FCB-Präsident Uli Hoeneß hat gegenüber der "Süddeutschen" einige Dinge in Bezug auf Trainer und Mannschaft angesprochen. Wie nehmen Sie seine Aussagen auf?

Nerlinger: Ich glaube, wenn Uli Hoeneß seine Besorgnis äußert, dann sollten wir das sehr ernst nehmen. Denn wenn einer ein Gespür für Situationen und auch brenzlige Situationen hat, dann ist es Uli Hoeneß. Zum Glück haben wir gegen Kaiserslautern gewonnen, aber ich nehme dieses Interview natürlich sehr ernst.

Frage: Kann denn zwischen dem Präsidenten und dem Trainer überhaupt einmal die Friedenspfeife geraucht werden?

Nerlinger: Ich sehe dieses Interview in keinster Weise als problematisch an. Uli Hoeneß äußert nicht seine Unzufriedenheit, sondern seine Besorgnis. Das steht ihm zu. Uli Hoeneß ist Präsident des Vereins, er hat absolut das Recht, das zu sagen.

Frage: Wird der 5:1-Sieg über Lautern dem Team einen Schub geben für die kommenden Wochen mit den schweren Auswärtsaufgaben im DFB-Pokal in Aachen und in der Liga in Bremen und Köln?

Nerlinger: Ich hoffe es, wir müssen uns auf uns konzentrieren und zu unserer Stärke finden, das ist das Entscheidende.

Frage: Mit der ersten Halbzeit wird der FC Bayern nicht zufrieden sein, oder?

Nerlinger: Mit der letzten Minute war ich zufrieden (schmunzelt). Der Rest war doch etwas schwächer. Ich bin froh, dass wir dann so eine überzeugende zweite Halbzeit gespielt haben.

Frage: Ärgert es Sie, dass durch individuelle Fehler in der Verteidigung das Team immer wieder Gegentore bekommt so wie beim Tor der Pfälzer?

Nerlinger: Ich möchte jetzt nicht das Haar in der Suppe suchen. Allerdings muss man schon sagen, dass sich das wie ein roter Faden durch die Saison zieht.

Frage: Luiz Gustavo stand erstmals in der Startelf. Wie sehen Sie seine Leistung?

Nerlinger: Ich glaube, dass er seinen Weg bei uns gehen wird und stärker spielen kann, als er es gegen Lautern gezeigt hat. Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass Luiz ein sehr guter Mann für uns ist, weil er auf drei Positionen sehr gut spielen kann. Das war auch ein Grund dafür, dass wir ihn geholt haben.

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