vergrößernverkleinern
Matthias Sammer gewann als Spieler 1996 den EM-Titel © getty

Der HSV-Aufsichtsratsboss lässt Sammers Vorwürfe nach dessen Absage nicht auf sich sitzen. Im SPORT1-Doppelpass wehrt er sich.

Von Andreas Kloo

München - Die Posse um den geplatzten Wechsel von Matthias Sammer lässt den Hamburger SV weiter nicht zur Ruhe kommen.

Ernst-Otto Rieckhoff hat nun im SPORT1-Doppelpass die Vorwürfe von Matthias Sammer gekontert.

Sammer hatte dem Aufsichtsratsvorsitzenden des HSV zuvor den Schwarzen Peter zugeschoben und seine Absage für das Amt des Sportdirektors damit begründet, dass er sich von Rieckhoffs öffentlicher Ankündigung einer schnellen Einigung unter Druck gesetzt gefühlt habe.

"Ich kann nicht nachvollziehen, dass wir Druck aufgebaut haben sollen. Wir haben nur gesagt, dass wir ihn gerne haben möchten. Der DFB hat auf eine Entscheidung gedrängt", stellte der Chef-Kontrolleur klar und gab damit dem DFB indirekt die Schuld an den gescheiterten Verhandlungen.

Den Vorwurf Sammers, vorschnell Informationen an die Öffentlichkeit gegeben zu haben, entkräftete er: "Wir haben nur das an die Presse herausgegeben, was ohenhin schon bekannt war."

"Millimeter vor dem Ziel"

Rieckhoff hatte nach Gesprächen mit Sammer den Eindruck, dass "alles zur Zufriedenheit aller besprochen wurde".

Umso mehr zeigte er sich von Sammers Absage überrascht.

"Wir waren Millimeter vor dem Ziel", äußerte sich der 59-Jährige enttäuscht.

Rücktritt ausgeschlossen

Einen Rücktritt vom Aufsichtsrats-Vorsitz hatte Rieckhoff wegen der gescheiterten Verhandlungen zuvor ausgeschlossen:

"Ich fühle mich auf keinen Fall als Schuldiger seiner geplatzten Verpflichtung. Ich werde deswegen natürlich keine persönlichen Konsequenzen daraus ziehen", sagte der 59-Jährige der "Welt".

[kaltura id="0_6vwyk9qv" class="full_size" title="Rieckhoff: "HSV hat sich nichts vorzuwerfen""]

Rieckhoff hatte den Posten erst am vergangenen Dienstag von Horst Becker übernommen.

Er zeigte sich bemüht, eine Schlammschlacht zu vermeiden.

"Wenn Herr Sammer sagt, dass er sich mit seiner Entscheidung wohlfühlt, dann wünschen wir ihm alles Gute. Die Verhandlungen sind zu jeder Zeit sauber abgelaufen", erklärte der 59-Jährige.(EINWURF: Lächerlich - hüben wie drüben)

Anfrage von Hoeneß?

Ein Hamburger Journalist brachte in seinem Blog einen anderen Absagen-Grund ins Gespräch: "Besonders interessant finde ich dabei die Theorie, Sammer sei nur umgefallen, weil ihn am Donnerstag Uli Hoeneß kontaktiert habe und ihm die Rolle des Cheftrainers beim FC Bayern in Aussicht gestellt hat."

Sammer dementierte dieses Gerücht gegenüber der "Welt": "Das entspricht nicht der Realität."

Nach der neuerlichen öffentlichen Kritik des Bayern-Präsidenten an Louis van Gaal liegt allerdings eine Trainersuche durch Hoeneß zumindest nicht im Bereich des Unmöglichen.

Vorerst keine weitere Suche

Der HSV dagegen will sich in der näheren Zukunft nicht nach einer Alternative für Sammer umsehen.

"Wir gehen jetzt nicht los und suchen Matthias Sammer Nummer zwei. Zumal ich momentan keine adäquate Alternative sehe", sagte Rieckhoff.

Dem schwer beschädigten HSV-Sportdirektor Bastian Reinhardt sprach er das Vertrauen aus: "Er ist unser Mann."

Ein klares Bekenntnis zu dem Manager bis zu dessen Vertragsende 2012 vermied er allerdings und wollte keine "ultimativen Aussagen" treffen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel