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Michael Ballack feierte nach 134 Tagen sein Comeback für Bayer Leverkusen © getty

Der DFB-Kapitän kehrt bei Bayers Sieg in Gladbach auf die Bundesliga-Bühne zurück. Er fordert einen Stammplatz. Streit droht.

Von Nikolai Kube

München/Mönchengladbach - Die Erleichterung war sichtbar.

Mit einem Lächeln im Gesicht betrat Michael Ballack bei seiner Einwechslung in der 56. Minute den Rasen des Gladbacher Borussia-Parks. 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

Kein Wunder: Denn nach 134 Tagen schnupperte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft erstmals wieder Bundesliga-Luft. Wegen eine Knieverletzung war Ballack fast die komplette Hinrunde ausgefallen.

"Es freut mich riesig. Ich hatte nun wirklich genug vom Training", sagte der Mittelfeldspieler bei LIGA total!.

Ballack fordert Stammplatz

Und Ballack hatte doppelten Grund zur Freude, da seine Bayer-Elf bei Schlusslicht Gladbach souverän mit 3:1 triumphierte - und in der Tabelle nun mit elf Punkten Rückstand wieder erster Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund ist.

Mit dem Schlusspfiff war die gute Laune bei Bayer aber schnell wieder verflogen. Bei LIGA total! stellte Ballack klar: "Ich fühle mich gut und will natürlich immer spielen." Der 34-Jährige fordert einen Stammplatz!

Laut Ballack sieht sein Trainer Jupp Heynckes dies aber anders. "Das letzte Wort hat nun einmal der Trainer. Da gibt es verschiedene Meinungen", sagte Ballack.

"Harmonie sieht anders aus"

Damit aber nicht genug. Ballack legte noch nach: "Harmonie sieht anders aus."

Auch wenn der Rückkehrer der Meinung ist, dass sich diese Angelegenheit "von selbst lösen" werde. Die Fronten zwischen Ballack und Heynckes scheinen verhärtet.

Nach Informationen des "Express" will Ballack kommende Woche eine Aussprache. Dabei soll sogar ein Klubwechsel noch vor dem 31. Januar, wenn die Transferfrist abläuft, im Raum stehen.

"Da wird viel zu viel hineininterpretiert. Ich habe noch am Freitag rund 40 Minuten mit Michael gesprochen, wir haben alles genau abgestimmt", sagte Heynckes, der von einem Konflikt nichts wissen will: "Es wird keinem gelingen, Unruhe hineinzubringen."

Ordentliches Comeback

Zumindest auf dem Platz fügte sich Ballack ordentlich ein, was auch Bayer-Trainer Heynckes zu einem Lob veranlasste: "Er hat der Mannschaft sehr geholfen und souverän gespielt. Genau das habe ich erwartet."

Bei Ballacks Einwechslung war Leverkusen durch Tore von Michal Kadlec (37.) und Gonzalo Castro (45.) bereits auf der Siegerstraße, erneut Castro setzte in der 73. Minute den Schlusspunkt.

Der Treffer zum 1:2 durch Martin Stranzl (65.) war zu wenig für die Gladbacher, die weiter auf den ersten Heimsieg gegen Leverkusen seit 1989 warten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

De Camargo verletzt

"Es war ein verdienter Sieg. Allerdings war Gladbach immer gefährlich. In der ein oder anderen Situation wurde es brenzlig", sagte Ballack.

In der Tat brachte Gladbach das Tor von Rene Adler einige Male in arge Bedrängnis. Doch im Abschluss fehlte dem Tabellenschlusslicht das nötige Glück. Mit Marco Reus und Karim Matmour scheiterten gleich zwei Borussen am Querbalken.

Besonders bitter: Igor de Camargo verletzte sich in der zweiten Halbzeit schwer, musste von den Betreuern vom Platz getragen werden. Nach Abwehrchef Roul Brouwers droht ein weiterer Leistungsträger länger auszufallen.

"Knüppelharte Rückrunde" wartet

"Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten endlich den ersten Heimsieg feiern", sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, der mit seinem Team seit zwölf Partien zuhause nicht mehr gewonnen hat. Die Bilanz eines Absteigers.

Frontzeck weiß: "Das wird eine knüppelharte Rückrunde ohne Wenn und Aber."

Hanke glaubt an Klassenerhalt

Allerdings zeigte die Borussia gegen Bayer keine schlechte Partie. Mit viel Leidenschaft kämpfte sich Gladbach zurück und kratzte am Ausgleich.

Erst Castros zweites Tor versetzte den "Fohlen" den endgültigen Nackenschlag.

Und so lebt die Hoffnung beim Tabellenletzten. "Wenn wir in den nächsten Spielen so auftreten, werden wir die nötigen Punkte holen", sagte Neuzugang Mike Hanke.

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