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Matthias Sammer ist seit April 2006 Sportdirektor beim DFB © getty

Nach dem geplatzten Wechsel von Matthias Sammer zum Hamburger SV kämpfen beide Seiten um ihren Ruf. Sammer erklärt seine Absage.

München - Erklärungsversuche, Rechtfertigungen, Vorwürfe:

Nach der Posse um den geplatzten Wechsel von Matthias Sammer zum Hamburger SV kämpfen beide Seiten um ihren Ruf.

Sammer und der HSV breiten nun öffentlich aus, wer was wann mit wem besprochen hat. Oder eben auch nicht. (EINWURF: Lächerlich - hüben wie drüben)

"Plötzlich hat der Aufsichtsrats-Chef des HSV - mit dem ich übrigens nie ein persönliches Vertragsgespräch geführt habe - durch seine Äußerungen einen öffentlichen Druck in die Gespräche gebracht. Es entstand der Eindruck, alles sei bereits beschlossene Sache, dem war aber nicht so", mokierte sich Sammer in der "Bild am Sonntag".

Rieckhoff schließt Rücktritt aus

Aufsichtsrats-Chef Ernst-Otto Rieckhoff hatte den Schwarzen Peter, will diesen aber schnell loswerden.

"Ich kann nicht nachvollziehen, dass wir Druck aufgebaut haben sollen. Wir haben nur gesagt, dass wir ihn gerne haben möchten. Der DFB hat auf eine Entscheidung gedrängt", stellte der Chef-Kontrolleur im SPORT1-Doppelpass klar und gab damit dem DFB indirekt die Schuld an den gescheiterten Verhandlungen.

Den Vorwurf Sammers, vorschnell Informationen an die Öffentlichkeit gegeben zu haben, entkräftete er: "Wir haben nur das an die Presse herausgegeben, was ohenhin schon bekannt war."

"Es wäre eine gute Chance gewesen"

Ein wenig bedauerte Sammer das Scheitern allerdings auch.

"Mir tut es auch ein bisschen leid, weil es eine gute Chance gewesen wäre", sagte er am Sonntagabend bei "Sky 90" und betonte, er habe kein konkretes Vertragsangebot des HSV erhalten.

Matthias Sammer über... :

die Konstellation:

"Es gab von Anfang an meine persönliche Konstellation, dann gab es die konzeptionelle Konstellation. Fakt ist: Ich habe Vertrag beim DFB bis 2013. Das ist die eine Realität. Die zweite Realität ist: Der HSV ist auf mich zugekommen, wollte mich verpflichten."

[kaltura id="0_6vwyk9qv" class="full_size" title="Rieckhoff HSV hat sich nichts vorzuwerfen "]

die Gespräche mit dem HSV:

"Wir haben wunderbare, sehr gute und vertrauensvolle Gespräche geführt und waren uns in gewissen Teilbereichen auch sehr nahe. Ganz tiefe und vertrauliche Details sollte man hier aber nicht aussprechen."

seine Entscheidungsfindung:

"Es war alles besprochen. Wenn eine Situation entsteht, die dann öffentlich erscheint, habe ich auch eine Entscheidung am Freitag zu treffen, wenn mein Präsident mich bittet, mich zu bekennen. Das habe ich getan und ich bin froh und zufrieden. Es sicherlich ein bisschen ärgerlich auch für den HSV, aber wenn man Dinge nicht mehr kontrollieren kann, muss man Entscheidungen treffen. Es geht mir sehr, sehr gut, weil ich weiß, wie was zustande gekommen ist."

der lange Prozess bis zur Entscheidung:

"Wenn heute gesagt wird 'vielleicht hat er (Sammer) seine Hausaufgaben nicht gemacht' muss man wissen: So eine Entscheidung ist eine Lebensentscheidung. Auch einen neuen Arbeitsbereich anzustreben, ist eine gewaltige Entscheidung. Wenn man das als Hausaufgabe betrachtet, ist es aus meiner Sicht eine Diplomarbeit. Dafür bracht man etwas mehr als drei Tage. Man braucht ein paar Tage, um alle Details zu besprechen.

Wir waren uns sehr nahe, Ich habe aber bis heute kein konkretes Vertragsangebot vorliegen.

Bis zum Dienstagabend war die Situation kontrollierbar, nach Dienstagabend war sie nicht kontrollierbar."

seine Position nach der Absage an den HSV:

"Ich möchte eins sagen: Ich bin nicht geschwächt. Es gibt immer Schwierigkeiten, aber wir müssen immer die Inhalte in den Mittelpunkt stellen. Ich habe Ecken und Kanten, aber mich hat bisher immer ausgezeichnet, dass ich Inhalte in den Mittelpunkt stelle"

den "Flirt" mit dem HSV:

"Es war ein Flirt, der für alle Beteiligten interessant war. Aber das Problem ist, wenn man in so einer Situation nicht aufpasst. Ich habe einfach versucht zu vermitteln, was es (einen Abschluss) verhindert hat.

Ich habe eine Liebe, das ist der Deutsche Fußball-Bund. Nach knapp fünf Jahren bin ich in einer anderen Konstellation etwas erlegen. Ich war bereit, auf eine andere Konstellation zuzugehen. Und ich war vielleicht bereit für eine neue Liebe. Aber wenn ich eine neue Liebe eingehe, muss ich alle Details bis zuletzt kennen."

Bastian Reinhardt:

"Für Bastian Reinhardt war es keine angenehme Situation. Man sollte ihm ein bisschen Zeit geben. Wir sollten keine Diskussion gegen ihn, sondern für ihn führen."

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