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Hoffenheim und St. Pauli bleiben in der Rückrunde weiter ohne Sieg © getty

Alaba rettet Hoffenheim gegen St. Pauli mit einem späten Tor einen Punkt. Doch beide Teams sind mit dem Remis nicht zufrieden.

Von Christian Stüwe

München - Zehn Minuten vor Schluss waren es Gerald Asamoah und seine St.-Pauli-Kollegen, die jubelten.

Der Ex-Nationalspieler hatte die Kiezkicker in Hoffenheim in Führung geschossen, zahlreiche Hoffenheimer Fans hatten sich tief enttäuscht bereits auf den Heimweg gemacht.340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

Doch in der Nachspielzeit riss dann David Alaba die Arme in die Höhe. Mit einem abgefälschten Schuss zum 2:2 (1:0) Endstand hatte die Bayern-Leihgabe den Kraichgauern einen Punkt gerettet.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach Abpfiff waren dann aber beide Teams tief enttäuscht. Denn die Punkteteilung hilft weder den Hoffenheimer noch St. Pauli weiter.

Die Hoffenheimer haben nur eins der letzten neun Spiele gewonnen, St. Pauli verschenkte auf den letzten Drücker zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf.

"Wir haben nach einer halben Stunde aufgehört, Fußball zu spielen und St Pauli ins Spiel gebracht", schimpfte Hoffenheims Torwart Tom Starke: "Wir haben versucht, ein wenig Gas rauszunehmen. Dann konnten wir den Schalter nicht mehr umlegen."

Nach guter erster Halbzeit hatten die Kraichgauer die Partie in der zweiten Halbzeit aus der Hand gegeben.

Beide Team enttäuscht

"St. Pauli hat nur mehr gemacht, weil wir es zugelassen haben. Man muss auch wieder zulegen können, das war Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Das geht nicht", ärgerte sich Starke weiter.

Doch die tolle Aufholjagd der Gäste aus Hamburg wurde letztlich nicht belohnt, so dass auch die St.-Pauli-Spieler wie begossene Pudel vom Platz schlichen.

"Wenn man kurz vor Schluss 2:1 führt und dann nur mit einem Punkt nach Hause fährt, dann ist das bitter", haderte Asamoah.

Stanislawski kritisiert den Schiedsrichter

Eine Teilschuld an den verlorenen Punkten suchten beide Seiten schließlich bei Schiedsrichter Christian Dingert.

St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski sah seine Mannschaft bei beiden Gegentoren benachteiligt.

"In meinen Augen sind wir durch zwei Fehlentscheidungen nicht belohnt worden", erklärte der 41-Jährige bei LIGA total!: "Aber wir werden nicht müde, egal wie viele strittige Situationen noch gepfiffen werden."

Vor dem späten Ausgleich hatte Stanislawski offenbar ein Foulspiel ausgemacht. "Das ist traurig, wenn er das nicht sieht", ärgerte sich der Coach.

"Ein klarer Fehler vom Schiedsrichter"

Starke wiederum ärgerte sich über die Szene vor dem Ausgleich, als Dingert nach einem Foul von Isaac Vorsah an Asamoah auf Vorteil entschied und Max Kruse das zwischenzeitliche 1:1 erzielte.

"Das Tor von Asamoah war meiner Meinung nach ein klarer Fehler vom Schiedsrichter. Ich nehme die Spannung raus, das ist normalerweise ein klarer Pfiff", erklärte der Torwart.

Und so konnte der neue Hoffenheimer Trainer Marco Pezzaiuoli zwar seinen ersten Bundesliga-Punkt verbuchen, auf den ersten Sieg hoffte er aber vergeblich.

Pezzaiuoli fordert Verstärkung

"Es ist wichtig, dass der Verein mal ein Zeichen setzt und vielleicht auch in der Offensive nachlegt", sagte Pezzaiuoli.

Nachdem Provokateur Demba Ba nun ziemlich sicher an West Ham United ausgeliehen wird, steht nach wie vor die Personalie Ryan Babel im Raum.

Der Niederländer war bereits zu Verhandlungen in Hoffenheim, liebäugelt allerdings mit einer Rückkehr zu seinem Heimatverein Ajax Amsterdam.

Sicher ist auf jeden Fall, dass Pezzaiuoli am Montag seinen Vertrag als Cheftrainer unterzeichnen wird.

Stanislawski lobt sein Team

Wohin sein Weg mit Hoffenheim führen wird, scheint angesichts der letzten Leistungen aber ungewiss.

Auch St. Pauli stehen schwere Zeiten bevor.

Stanislawski versuchte, das Positive aus einem für beide Teams unbefriedigenden Abend mitzunehmen.

"Der Ausgleichstreffer ist unverdient. Wir waren 60 Minuten die bessere Mannschaft. Wir haben das klasse gespielt. Großes Lob für die Jungs", sagte Stanislawski.

Und Charles Takyi blickte bereits nach vorne. "Nächste Woche spielen wir gegen Köln, einen direkten Konkurrenten. Da müssen wir punkten."

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