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Nerlinger (l., mit van Gaal) wurde als Spieler mit Bayern zweimal Meister © getty

Nur reiht sich auch der Sportdirektor in den Kreis derer ein, die den Trainer kritisieren. Eine Bemerkung ärgert ihn sehr.

Von Christian Stüwe

München - Nun hängt offenbar auch zwischen Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger und Trainer Louis van Gaal der Haussegen schief.

Grund ist eine Aussage Nerlingers vom Freitag. Der 37-Jährige hatte angekündigt, dass der derzeit verletzte Franck Ribery eventuell länger ausfallen könnte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Van Gaal hatte daraufhin kritisiert, dass es nicht die Aufgabe des Sportdirektors sei, solche Dinge zu kommentieren.

Das brachte Nerlinger nun auf die Palme 340258(DIASHOW: Der 19. Spieltag).

"Es ist nicht die Aufgabe des Trainers, meine Aussagen öffentlich zu kommentieren. Als direkter Vorgesetzter und auch sportlich Mitverantwortlicher ist es mein Recht und auch meine Pflicht, mich zu solchen Dingen zu äußern", sagte Nerlinger der "Bild".

Der Sportdirektor, der bisher als engster Vertrauter des Niederländers beim FC Bayern galt, wurde sogar noch deutlicher. (Nerlinger im Interview: "Sollten das ernst nehmen")

"Sich darüber aufzuregen, dass ich nach Absprache mit den Ärzten sage, dass es bei Franck Ribery für das Spiel in Bremen vielleicht noch nicht reichen könnte, empfinde ich als lächerlich", schimpfte Nerlinger.

"Man sollte Dinge intern regeln"

Nachdem Präsident Uli Hoeneß van Gaal und auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer van Gaal bereits mehrfach öffentlich kritisiert hatten, scheint nun auch das Verhältnis zwischen Nerlinger und dem Trainer des Rekordmeisters nicht mehr unbelastet.

"Ich bin der Meinung, man sollte Dinge intern regeln, wenn einem etwas nicht gefällt", ärgerte sich Nerlinger weiter: "Das verlangt Louis van Gaal ja von anderen auch."

[kaltura id="0_vzppvi1h" class="full_size" title="Machtgerangel in M nchen"]

Hoeneß hatte van Gaal vor einigen Wochen eine schlechte Kommunikationsfähigkeit unterstellt, Beckenbauer ihn kürzlich als "eigenwilligen Mensch" bezeichnet.

Bei Nerlinger ist es das erste Mal, dass er öffentlich derart gegen van Gaal keilt. Beim Streit Hoeneß - van Gaal hatte er den Coach verteidigt. Die unabgesprochene Beförderung von Thomas Kraft zur Nummer eins hatte aber auch bei Nerlinger für Verstimmung gesorgt - und zu emotional geführten Gesprächen hinter den Kulissen.

Und auch Nerlinger ist offenbar nicht damit einverstanden, wie sich van Gaal in die Führungsstrukturen des Klubs einordnet.

Angespannte Lage

"Er muss wissen, dass es in diesem Verein auch andere Personen gibt, die für den sportlichen Bereich verantwortlich sind", sagte Nerlinger.

Nach dem 5:1-Sieg am Wochenende gegen den 1. FC Kaiserslautern sind die Bayern zwar näher an den anvisierten zweiten Tabellenplatz herangerückt, der die direkte Qualifikation für die Champions League bedeuten würde.

"Nicht euphorisch werden"

Doch Nerlinger nimmt den Trainer und das Team weiter in die Pflicht.

"Wir sollten nach diesem schönen Sieg nicht euphorisch werden. Wir müssen es jetzt auch mal schaffen, mehrere Spiele hintereinander zu gewinnen. Das ist uns in dieser Saison noch nicht gelungen", erklärte Nerlinger.

Siege sind genau das, was van Gaal jetzt dringend braucht.

Sonst dürfte das ohnehin nicht sonderlich gute Verhältnis zur Klub-Spitze noch weiter abkühlen.

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