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Bernd Hoffmann ist seit 2003 Vorstandsvorsitzender des HSV © imago

Der HSV-Boss müht sich, Ruhe in den Klub zu bringen: Er bereinigt den Ärger zwischen Veh und Reinhardt - und sagt Real ab.

Hamburg - Die Posse um Matthias Sammer ist abgehakt, der Zwist zwischen Sportchef Bastian Reinhardt und Trainer Armin Veh offenbar ausgeräumt und der Transferpoker um Ruud van Nistelrooy wohl endgültig beendet.

Nach der turbulentesten Woche der jüngeren Vereinsgeschichte versucht Klubchef Bernd Hoffmann, das Chaos beim Hamburger SV zu ordnen.

Der HSV-Boss will den Fokus wieder aufs Sportliche richten und hofft, dass seinem Appell auch gefolgt wird.

"Wir haben jetzt dreimal hintereinander gewonnen und wieder Anschluss an die internationalen Tabellenplätze", meinte Hoffmann: "Umso wichtiger ist es, dass wir alle gemeinsam im Team alle Kräfte für eine erfolgreiche und positive Rückserie bündeln."

Aussprache mit Veh und Reinhardt

Zunächst war der Vorstandsvorsitzende nach dem unrühmlichen Verlauf der am Ende gescheiterten Sammer-Verpflichtung aber erst einmal als Schlichter im eigenen Haus gefordert.

Hoffmann zitierte Reinhardt und Veh zur Aussprache in sein Büro.

"Es war ein sehr offenes und konstruktives Gespräch. Es war gut und wichtig, dass jeder seine Sicht der Dinge aufzeigen konnte. Wir haben zudem vereinbart, dass wir ab sofort wieder miteinander und nicht übereinander sprechen", sagte Hoffmann.

Gezündelt am nächsten Brandherd

Dass der Krisengipfel überhaupt notwendig wurde, passte irgendwie ins Bild, dass der Klub zuletzt abgab.

Eigentlich hatte Sammers-Absage dem HSV schon genug Probleme bereitet, dann äußerte sich Veh auch noch kritisch über Reinhardt und zündelte am nächsten Brandherd.

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"Er ist 35 Jahre alt und neu im Job. Das kann er nicht alles bewerkstelligen, das ist ein bisschen viel. Er ist ein guter, intelligenter Junge, aber da muss man erst einmal hineinwachsen", hatte der Coach über seinen Vorgesetzten geurteilt.

Der nächste Schlag für den ohnehin schon geschwächten Reinhardt, der kurz zuvor gerade versucht hatte, mit markigen Worten sein Profil zu schärfen.

Reinhardt weist Veh zurecht

Nun hat sich die sportliche Leitung auf einen Burgfrieden geeinigt. Wie stabil dieser wirklich ist, dürfte sich bei der nächsten kleinen Krise erweisen.

Zumal sich auch Aufsichtsratsboss Ernst-Otto Rieckhoff nach der Sammer-Absage allenfalls wachsweich zum Manager bekannte.

Reinhardt sagte zwar, dass die Unstimmigkeiten ausgeräumt seien, meinte aber auch in Richtung Veh: "Auch er sollte lernen, seine Meinung intern und nicht extern zu äußern. Er ist nicht seine Aufgabe, sich in die Belange des Vorstandes und Aufsichtsrates einzumischen. Er soll sich um die Mannschaft kümmern."

Endgültige Absage an Real

Immerhin blieb dem Sportdirektor aber eine weitere Peinlichkeit erspart.

Nachdem er zuletzt immer wieder betont hatte, Stürmerstar Ruud van Nistelrooy nicht zum spanischen Rekordmeister Real Madrid ziehen lassen zu wollen, bestätigte nun auch Hoffmann das Veto des Vereins.

Zwar hätten die Königlichen eine Ablösesumme in Höhe von zwei Millionen Euro sowie ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden Teams anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Hamburger 2012 geboten, doch van Nistelrooy müsse bleiben.

"Dieses Angebot haben wir ein weiteres Mal und zum letzten Mal abgesagt. Unsere Entscheidung haben wir auch dem Spieler und Berater mitgeteilt", sagte Hoffmann.

Blick Richtung Nürnberg

Man wolle "alles tun, um einen internationalen Platz zu erreichen. Deshalb ist es undenkbar, zum jetzigen Zeitpunkt Ruud van Nistelrooy abzugeben".

Beim nächsten Punktspiel am Samstag beim 1. FC Nürnberg will Hoffmann "erfolgreich sein, damit wir unserem Ziel, in der nächsten Saison europäisch zu spielen, ein weiteres Stück näher kommen".

Das Tagesgeschäft ist nach Hamburg zurückgekehrt. Nun soll endlich auch wieder Ruhe einkehren.

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