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Auch er enttäuscht: Stuttgarts Cacau (r), hier gegen Christopher Katongo © getty

Die VfB-Krise hat viele Gesichter: Hitzlsperger fehlt als Anführer, Lehmann flattert. Am Schlimmsten aber: Coach Veh wirkt ratlos.

Stuttgart - Armin Veh sprach ruhig und gefasst, doch seine Worte waren eines Wutausbruches würdig.

"Das ist für uns einfach zu wenig. Wir waren in dieser Saison noch nie richtig gut", sagte der Coach des VfB Stuttgart nach dem enttäuschenden 0:0 der ambitionierten Schwaben gegen Arminia Bielefeld.

"Die Leistung gibt überhaupt keinen Anlass, nach oben zu schauen. Wir haben hier einige gestandene Nationalspieler. Aber die kriegen es einfach nicht gebacken."

Das klang verbittert - und nach Resignation: Während Vehs Kollege Michael Frontzeck trotz der nach wie vor angespannten Lage mit acht Spielen ohne Sieg in Folge und Platz 17 Stuttgart "zufrieden" verließ, herrschte beim VfB Ratlosigkeit.

"Ich kann das nicht erklären"

"Ich kann das nicht erklären. Wir trainieren richtig gut, doch im Spiel bringen es die Jungs in keinster Weise rüber", sagte Veh.

Eineinhalb Jahre nach der überraschend gewonnenen Meisterschaft finden sich die Schwaben endgültig im grauen Mittelmaß der Bundesliga wieder. Die Begegnung mit Bielefeld war ein Spiegel der Saison: Ein Torwart zwischen Genie und Wahnsinn, eine bisweilen zu nachlässige Defensive.

Und obendrein ein gleichermaßen führungs- wie ideenloses Mittelfeld. Wenn dann auch noch, wie gegen die Arminia, Toptorjäger Mario Gomez einen nicht ganz so guten Tag erwischt, geht beim VfB gar nichts.

Heldt vermisst gar Intelligenz

"Zu wenig gelaufen, nicht aggressiv genug, ohne spielerische Linie" - so fasste Veh das Spiel seiner Mannschaft recht treffend zusammen.

Sportdirektor Horst Heldt sah "fehlende Laufbereitschaft und Intelligenz, keine Strategie". Und wie ein Plädoyer für Veh klang das ebensowenig.

Von den Zuschauern wiederum, trotz der Serie von nun vier Spielen ohne Sieg waren immerhin 52.000 gekommen, gab es für die lahme Vorstellung Pfiffe. Vor allem im Mittelfeld passt es beim VfB nicht: Spielmacher Elson war bemüht - es gelang ihm aber zu selten, seine Nebenleute mitzureißen.

Hitzlsperger degradiert

Ein Anführer fehlt: Kapitän Thomas Hitzlsperger ist es derzeit nicht, er schmorte 90 Minuten auf der Bank - obwohl sein Ersatz Sami Khedira mit Leistenproblemen früh vom Platz musste und deshalb auch am Dienstag in Osnabrück gegen Italien nicht für die U21-Nationalmannschaft spielen kann.

"Er ist nicht mehr in der Form, in der er mal war", sagte Veh über Spielführer Hitzlsperger, der die Degradierung gleichmütig hinnahm: "Ich möchte nicht, dass Unruhe entsteht. Das Verhältnis zum Trainer ist okay, ich bin nicht verbittert."

Er würde dem verunsicherten Team gerne helfen, beim VfL Wolfsburg drei Punkte zu holen, ergänzte er. Ob ihn Veh lässt, ist offen. Dass sich aber etwas ändern muss, ist den Verantwortlichen klar.

Babbel lehnt Panikkäufe aus

Panikkäufe im Winter schloss Co-Trainer Markus Babbel jedoch aus: "Wir sind von der Mannschaft überzeugt."

Bielefeld will sich dagegen in der Pause verstärken: Diskutiert werden die Namen Martin Harnik (Bremen), Delron Buckley (Dortmund) und Sascha Rösler (Gladbach).

In Stuttgart sammelten die 13 eingesetzten Profis indes Argumente, dass mit ihnen der Klassenerhalt geschafft werden kann. "Jeder hat gesehen, dass die Mannschaft absolut intakt ist. Ich bin mit ihr sehr zufrieden", lobte Trainer Michael Frontzeck.

Lehmanns Aussetzer

Sogar der zweite Saisonsieg war drin, doch Bielefeld nahm auch die schönsten VfB-Geschenke nicht an. So etwa in der 51. Minute: Jens Lehmann warf Christopher Katongo den Ball vor die Füße warf, der aber scheiterte im Eins-gegen-Eins an Stuttgarts Torwart.

"Wir nehmen das Gute mit und arbeiten an den Schwächen", sagte Frontzeck. Wunder werde es nicht geben: "Für uns ist jedes Spiel schwer. Es bleibt eine enge Kiste."

Das Gleiche dürfte in Stuttgart jetzt auch endgültig für Veh gelten, dem zusehends die Erklärungen ausgehen.

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