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Patrick Helmes (l.) erzielte seinen zehnten Saisontreffer © getty

Während Bayer Leverkusen aus Fehlern lernt und die Spitze verteidigt, macht Schalke Rückschritte. Trainer Rutten ist daher sauer.

Von Jessica Pulter

München/Leverkusen - 85 Minuten waren in der BayArena gespielt, als bei den Leverkusener Fans unschöne Erinnerungen wach wurden.

Nach Kevin Kuranyis Anschlusstreffer zum 1:2 für Schalke 04, dachte so mancher an die verspielte 3:0-Führung eine Woche zuvor beim Karlsruher SC.

Doch Leverkusen hat aus dem Missgeschick gelernt, verteidigte auch mit zehn Mann die knappe Führung und damit die Tabellenführung.

Schalke stand dagegen wieder nach einem Kampfspiel ohne Punkte da und droht im Mittelmaß zu versinken.

Kompliment an das Team

"Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie in diesem wichtigen Spiel nicht die Geduld verloren hat", lobte Bayers Trainer Bruno Labbadia sein Team.

Auch Torwart Rene Adler war mit der Leistung zufrieden: "Wir sind auf eins geblieben. Das war unser Ziel vor dem Spiel. Außerdem haben wir einen Mitkonkurrenten um die internationalen Plätze acht Punkte hinter uns gelassen."

Das Glück ist mit den Tüchtigen

Die Werkself hatte sich die Punkte gegen Königsblau im Stile einer Top-Mannschaft verdient. Hinten wurde wenig zugelassen, vorne schlug das Sturmduo Stefan Kießling (30.) und Helmes (41.) zu.

Und ein bisschen Glück war auch dabei, doch das ist ja sprichwörtlich mit den Tüchtigen.

Schweigeminute auf den Rängen

Dabei hatten die Schalker eigentlich den besseren Start in die Partie erwischt.

Nach einer gemeinsamen Schweigeminute auf den Rängen für das in dieser Woche verstorbene Schalker Urgestein Charly Neumann war es Kevin Kuranyi (Spielerporträt), der nach 19 Minuten die Führung kläglich vergab.

Castro fliegt vom Platz

Doch Bayer blieb davon unbeeindruckt und erzielte genau in dieser Drangphase der "Knappen" das 1:0.

Mit dem anschließenden Treffer von Helmes schienen alle Weichen in Richtung Heimsieg gestellt.

Aber wie gegen Karlsruhe ließ Bayer den Gegner zurück ins Spiel, daran nicht schuldlos war die Gelb-Rote Karte gegen Gonzalo Castro (67.) nach wiederholtem Foulspiel.

Kießlings Antwort für Löw

"Nach dem Platzverweis sind wir natürlich unter Druck geraten, aber besonders gefallen hat mir bei unserem Team die Bereitschaft, um jeden Ball zu kämpfen", erklärte Labbadia.

"Natürlich war das Spiel gegen Karlsruhe noch ein bisschen im Hinterkopf, doch wir hatten uns vorgenommen, dass uns das nicht mehr passiert", meinte auch Kießling (Spielerporträt), der mit seinem Tor die passende Antwort auf seine Nicht-Nominierung fürs Länderspiel gegen England gab.

"Im Moment mach ich mir Sorgen"

So blieb die Aufholjagd der Schalker unbelohnt. "Die Leidenschaft kam viel zu spät", musste auch Torschütze Kuranyi (85.) zugeben.

Trainer Fred Rutten war insbesondere mit der ersten Halbzeit unzufrieden: "Das Spiel hat mich sehr enttäuscht. Es kann mal sein, dass ein, zwei Spieler nicht richtig auf dem Platz sind, aber acht oder neun sind zuviel."

Der Niederländer fügte hinzu: "Im Moment mache ich mir Sorgen, wenn ich auf die Tabelle schaue. Wenn wir so spielen, auch mit so einer Abwehrleistung, dann hat man überhaupt keinen Anspruch darauf, zu den Top-Mannschaften zu gehören."(Ergebnisse und Tabelle)

Parallelen zum Bayern-Spiel

Schalke hat auf Platz sieben nun schon acht Punkte Rückstand auf Leverkusen und fünf Punkte auf einen Champions-League-Platz. Vor allem das Auslassen der wenigen Chancen, die Bayer zugelassen hatte, müssen sich die Spieler ankreiden lassen.

Parallelen zur Pleite gegen den FC Bayern (1:2) wurden da sichtbar.

"Wir wissen selbst, dass es vorne nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen", war auch Halil Altintop mit der Offensivleistung unzufrieden.

Adler doppelt im Vorteil

Nur einer durfte mit seiner Leistung annähernd zufrieden sein. Schalkes Torwart Manuel Neuer, der bei den Gegentreffern machtlos war, und in der 75. Minute noch eine hundertprozentige Chance von Sascha Dum vereitelte.

Trotzdem hat er im Duell mit Bayer-Keeper Adler gliehc doppelt das Nachsehen. Denn während Neuer am Dienstag "nur" im Kader der U-21 steht, darf Adler wieder zur A-Nationalmannschaft reisen.

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