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Ruud van Nistelrooy wechselte im Januar 2010 von Real Madrid nach Hamburg © getty

Der Stürmer ist nach der geplatzten Rückkehr zu Real untröstlich. Eine Vertragsverlängerung beim HSV ist nahezu ausgeschlossen.

Hamburg - Der Hamburger SV muss für die kommende Saison ohne Stürmerstar Ruud van Nistelrooy planen.

Nachdem der Bundesligist dem Niederländer die Freigabe für einen sofortigen Wechsel zu Real Madrid verweigerte, bereitet der Torjäger seinen Abschied von den Hanseaten für den kommenden Sommer vor.

"Es ist nun ausgeschlossen, dass Ruud beim HSV verlängert. Das ist jetzt ganz sicher nicht mehr möglich", sagte van Nistelrooys Berater Rodger Linse der "Hamburger Morgenpost".

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Es tut weh. Sehr weh"

Zudem betonte Linse, wie enttäuscht der Niederländer über die geplatzte Rückkehr zu den "Königlichen" sei.

"Er kann es nicht begreifen und er hat ein Problem damit. Es tut weh. Sehr weh", meinte Linse: "In Hamburg wissen sie gar nicht, was sie Ruud damit antun."

Van Nistelrooy war vor rund einem Jahr von Real zum HSV gekommen und steht bei den Hanseaten noch bis zum 30. Juni 2011 unter Vertrag.

Zwei Millionen lassen HSV kalt

Zuletzt hatte der Angreifer immer wieder auf seine Freigabe gedrängt, da der erfolgsverwöhnte Angreifer bei den Spanier die Chance auf weitere Titelgewinne sieht.

Zudem will er nach Abschluss seiner Karriere in Madrid sesshaft werden.

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Angeblich soll van Nistelrooy sogar bereit gewesen sein, sich selbst an der Ablöse zu beteiligen und auf ein Gehalt bei Real zu verzichten.

Die Madrider boten zuletzt zwei Millionen Euro sowie ein Freundschaftsspiel anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums des HSV 2012.

Fan-Votum für "Van the Man"

Auch die Real-Fans zeigten am letzten Spieltag ihr Votum für "Van the Man". Gegen Real Mallorca hielten die Fans der Königlichen zahlreiche Ruud-Trikot in die Luft und feierten ihren Ex-Star mit Sprechchören. Vergeblich.

Van Nistelrooy hat diese Sympathie-Bekundungen registriert.

"Die Zuneigung und Unterstützung der Real-Fans ist unglaublich und das, was am Sonntag passiert ist, war beeindruckend. Da fehlten mir die Worte. Es hat mich berührt. Das, was ich in den Jahren in Madrid erlebt habe, war wundervoll, aber das, was sie mich in den letzten Tagen haben fühlen lassen, werde ich nie vergessen.", sagte der Stürmer.

Real als Herzensangelegenheit

Auch wenn es mit dem Wechsel nicht funktioniert hat, über den Klub seines Herzens gibt es bei van Nistelrooy keine zwei Meinungen:

"Ich werde Real Madrid und seine Fans immer im Herzen tragen. Es wird immer ein Teil von mir sein. Ich hoffe, das Real alle seine Ziele erreicht und Titel gewinnt - vor allem die Champions League."

Wechselt nun Adebayor zu Real?

Die Hamburger ließen sich nicht erweichen. Inzwischen gilt Emmanuel Adebayor (Manchester City) als Wunschkandidat der Spanier, auch Bayern-Stürmer Miroslav Klose soll eine Alternative sein.

"Wir wollen alles tun, um einen internationalen Platz zu erreichen. Daher ist es undenkbar, Ruud van Nistelrooy zum jetzigen Zeitpunkt abzugeben", sagte HSV-Boss Bernd Hoffmann.

"Ruud muss zeigen, dass er ein Mann ist"

Ob van Nistelrooy bei den Hanseaten in den 15 ausstehenden Saisonspielen noch an seine Leistungsgrenze gehen wird, bleibt abzuwarten.

Linse rät dem Profi aber dazu, sich trotz allem nicht hängen zu lassen:

"Ruud muss jetzt zeigen, dass er ein Mann ist. Er muss machen, was er am besten kann: Tore schießen."

Umbruch im Sommer geplant

Inwieweit die Ankündigung, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, den HSV in seinen Planungen tatsächlich trifft, ist unklar.

Der Klub hatte zuletzt bereits angekündigt, im kommenden Sommer einen Umbruch im Kader vollziehen zu wollen.

Van Nistelrooy ist bereits 34 Jahre alt und hätte den Hamburgern perspektivisch wohl kaum weitergeholfen. Dennoch wartet auf die Hanseaten in den kommenden Wochen viel Arbeit.

Insgesamt laufen zum Saisonende acht Verträge aus.

Zudem sind derzeit zehn Profis an andere Vereine verliehen und auch die Zukunft des noch bis zum 31. Dezember gebundenen Klubchefs Hoffmann ist weiter ungeklärt.

Auch Veh und Reinhardt weiter auf dem Prüfstand

Im Vertrag von Trainer Armin Veh existiert zudem eine beidseitige Ausstiegsklausel zum 31. Mai.

Auch der schwer angeschlagene Sportchef Bastian Reinhardt dürfte weiter auf dem Prüfstand stehen.

Der nach der geplatzten Verpflichtung von Matthias Sammer als Sportdirektor arg in die Kritik geratene HSV-Aufsichtsrat will nun offenbar in einer zeitnahen Sondersitzung die Weichen für die Zukunft stellen.

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