Van Bommel flüchtet vor van Gaal zum AC Mailand. Die Liste der "Opfer", die der Bayern-Trainer auf dem Gewissen hat, wird länger.

Die Assoziation zum (ab)fliegenden Holländer kommt einem bei Mark van Bommels Blitz-Transfer zum AC Mailand fast automatisch in den Sinn.

Praktisch über Nacht hat der Kapitän seine Zelte beim FC Bayern abgebrochen und sich für die neue Herausforderung in Italien entschieden.

Der Grund ist sein Landsmann. Das Vertrauensverhältnis zwischen van Bommel und Louis van Gaal war zerrüttet, weil der Trainer nicht mehr auf seinen bisherigen Anführer setzte.

Die Liste der "Opfer" des Trainers ist nach Lucio, Luca Toni, Martin Demichelis und zuletzt Jörg Butt um einen prominenten Namen reicher, Miroslav Klose dürfte der nächste sein.

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Man darf gespannt sein, wie der in dieser Saison alles andere als krisenfeste Rekordmeister den Abgang seines "Aggressive-Leaders" kompensieren wird.

Nachdem die Meisterschaft nur noch eine Utopie ist, wird schon das Pokalduell bei Alemannia Aachen und allerspätestens das Champions-League-Achtelfinale gegen Inter Mailand darüber Auskunft geben.

Schon jetzt wird es einsam um van Gaal, der momentan nicht nur die Vereinsführung, sondern auch immer mehr potenzielle Führungsspieler gegen sich aufbringt.

Aus Sicht des Bayern-Vorstands gab es daher auch keine Alternative zur Entscheidung, van Bommel nach viereinhalb erfolgreichen Jahren in München die sofortige Freigabe zu erteilen.

Damit hat der 33-Jährige im Übrigen einem anderen Landsmann einiges voraus. Denn in Hamburg nutzte alles Bitten und Betteln von Ruud van Nistelrooy nichts, der Stürmer darf nicht zu Real Madrid zurückkehren.

Dabei ist die Situation ähnlich wie bei van Bommel: Auch van Nistelrooy hat mit 34 Jahren seine besten Zeiten hinter sich, eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags im Sommer war unwahrscheinlich.

Vermutlich wären daher auch die Hanseaten gut beraten gewesen, ihrem unzufriedenen Profi die Freigabe zu erteilen. Frei nach dem Motto: Reisende soll man nicht aufhalten.

Doch von einer konsequenten Personalpolitik wie beim FC Bayern ist der HSV derzeit Lichtjahre entfernt - nachzufragen bei Matthias Sammer.

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