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Hoffenheims Marvin Compper (l.) im Kopfballduell mit Wolfsburgs Grafite © getty

Hoffenheim feiert mit gewohntem Offensivzauber den fünften Heimsieg in Folge. Sorgen bereitet allenfalls die Hintermannschaft.

Von Andreas Kloo

Mannheim/München - Der Bundestrainer wird seinen Besuch im Mannheimer Carl-Benz-Stadion nicht bereuen.

Eigentlich war Joachim Löw zum Spiel zwischen Hoffenheim und Wolfsburg gekommen, um die von ihm erstmals berufenen Marvin Compper, Tobias Weis (Hoffenheim) und Marcel Schäfer zu beobachten. Aber obendrein boten ihm die beiden Teams beim 3:2 (2:2) ein echtes Spektakel, allen voran die Hoffenheimer.

Selbst der gegnerische Trainer musste das anerkennen: "Sie haben technisch ausgezeichnete Spieler in ihren Reihen. Die Zuschauer in Mannheim und später in Sinsheim kommen immer auf ihre Kosten", lobte Wolfsburgs Trainer Felix Magath.

Der Erfolg gegen die Niedersachsen war bereits der fünfte Heimsieg in Folge.

Selbstkritische Innenverteidiger

Die Hauptattraktion des Spiels war das 2:1 durch Carlos Eduardo (37.). Aus 18 Metern zirkelte der Brasilianer einen Freistoß unhaltbar für Diego Benaglio in den Giebel.

Aber wie schon nach dem 1:0 durch Vedad Ibisevic (22.) währte die Hoffenheimer Freude auch diesmal nur wenige Minuten, und Wolfsburgs Edin Dzeko erzielte wie zuvor Grafite fast postwendend den Ausgleich.

Augrund dieser beiden schnellen Gegentreffer zeigte sich Neu-Nationalspieler Marvin Compper (Spielerporträt) selbstkritisch: "Wolfsburg hat zwei kopfballstarke Stürmer. Mit denen hatten wir in der ersten Halbzeit einige Probleme."

Sein Innenverteidiger-Kollege Matthias Jaissle pflichtete Compper bei: "Insgesamt war es ein sehr attraktives Spiel. Uns ärgern aber die Gegentore, vor allem wie sie gefallen sind."

Problemfeld Torhüter

In der Tat machte die Abwehr des Aufsteigers zweimal keine gute Figur. Beim 1:1 ließ sich Jaissle von Grafite narren. Beim zweiten Gegentreffer fehlte Schlussmann Daniel Haas jegliche Strafraumbeherrschung.

Auch wenn der 25-Jährige in der zweiten Halbzeit noch eine gute Aktion gegen Caiuby hatte ? die Torhüterposition bleibt die Achillesferse des Tabellenzweiten.

Haas Kollege Ramazan Özcan überzeugte in den ersten Saisonspielen ebenfalls nicht. Deshalb ist die Verpflichtung eines Keepers in der Winterpause durchaus denkbar. Kürzlich wurde bereits über einen möglichen Wechsel von Timo Hildebrand nach Hoffenheim spekuliert.

Ralf Rangnick dementierte aber ein Interesse an dem in Valencia aufs Abstellgleis geratenen Keeper. Dennoch - käme ein solcher Wechsel zustande, würden die Hoffenheimer Meisterträume noch realistischer werden.

Kein Interesse an Meisterschaftsfrage

"Wenn sie ihre Defensivprobleme in den Griff bekommen oder vielleicht in der Winterpause noch einen Transfer tätigen, dann bleiben sie bis zum Schluss oben dabei", warsich Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzeld bei "Premiere" sicher.

Auf Hoffenheimer Seite interessiert man sich für solche Prophezeiungen allerdings weiterhin nicht:

"Die Frage, was wir erreichen können, ist für uns nicht wichtig. Wichtig ist die Entwicklung der Mannschaft. Wir erhöhen sicher nicht die Chance, dass nächste Spiel zu gewinnen, wenn wir über das übernächste philosophieren", stellt Manager Jan Schindelmeiser klar.

Misimovic kritisiert Defensiv-Taktik

Die Abwehrprobleme des Aufsteigers blieben indessen auch den Wolfsburgern nicht verborgen. "Hoffenheim war heute verwundbar. Ein Unentschieden wäre durchaus möglich gewesen", ärgerte sich deshalb Zvezdan Misimovic nach dem Spiel.

Dass es am Ende doch nicht für einen Punkt reichte, lag Misimovic zufolge an Magaths Defensiv-Taktik mit einer Fünfer-Abwehrkette: "Wir haben vielleicht doch ein bisschen zu ängstlich gespielt."

Die Wolfsburger Auswärtsschwäche bleibt deshalb weiterhin bestehen. Auch nach sieben Spielen sind die Niedersachsen noch ohne Sieg auf fremdem Platz und hängen so im Tabellenmittelfeld fest.

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