Nach dem verschenkten Sieg in Gladbach verfestigt sich beim FC Bayern der Eindruck: Es läuft nicht rund unter Jürgen Klinsmann.

Eigentlich lief alles für den FC Bayern.

Nach 21 Minuten schoss Luca Toni den Titelverteidiger in Mönchengladbach in Führung und die Münchner an die Tabellenspitze.

Doch die Konkurrenten Leverkusen und Hoffenheim zeigten sich hartnäckig.

Bayer zitterte sich zu einem 2:1 über Schalke, obwohl der alte und neue Spitzenreiter die Partie bis auf die Schlussphase klar bestimmt hatte.

Und Hoffenheims Überflieger ließen sich auch vom zweimaligen Wolfsburger Ausgleich nicht entmutigen und feierten beim 3:2 den fünften Heimsieg in Folge.

Dass der FC Bayern am Ende aber als Verlierer des 13. Spieltags dastand, hatte er sich ganz alleine zuzuschreiben.

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Denn nach Riberys 2:0 verspielte das Team innerhalb von drei Minuten den Vorsprung und musste am Ende sogar froh sein, nicht noch den K.o.-Stoß vom Abstiegskandidaten aus Mönchengladbach bekommen zu haben.

Natürlich verwiesen alle Münchner danach berechtigterweise auf die Tatsache, dass bei drei Punkten Rückstand auf das Spitzen-Duo Herbstmeisterschaft und Titelgewinn weiter möglich sind.

Und trotzdem verfestigt sich der Eindruck: Es läuft nicht rund beim Rekordmeister.

Die Hoffnung, nach dem schwachen Saisonstart und dem Abrutschen bis auf Platz elf nun die Kurve bekommen zu haben, hat getrogen.

Vielmehr schleppt der FCB weiter die Probleme mit sich, die ihn schon die gesamte Saison plagen: Mangelnde Chancenverwertung, fehlende Kreativität im Mittelfeld und allem voran die Dauer-Baustelle Defensive.

Was die Münchner sich Woche für Woche in der Abwehr für anfängerhafte Schnitzer leisten, ist alles andere als meisterlich. Schon jetzt hat das Team nur ein Tor weniger kassiert als in der gesamten letzten Saison.

Statt über neue Stürmer sollte der Klub wohl eher über neue Verteidiger in der Winterpause nachdenken.

Nachdenken könnte man mittlerweile auch über die Entwicklung unter Jürgen Klinsmann. Denn die Mannschaft stagniert unter dem mit so großen Ambitionen angetretenen Chefcoach.

Die Bayern haben bisher in fast keinem Spiel überzeugen können. Das 3:0 gegen Florenz fiel zu hoch aus, das 4:2 gegen Wolfsburg war vor allem ein Spektakel, aber keinesfalls glanzvoll.

Dagegen überwiegen frustrierende Vorstellungen wie das 2:5 gegen Bremen, das 3:3 gegen Bochum oder eben das 2:2 vom Samstag in Gladbach.

Von der Souveränität vergangener Tage ist der FC Bayern unter Klinsmann bislang weit entfernt.

Und mit jedem Spiel, in dem die erwartete Leistungsexplosion ausbleibt, werden die Zweifel größer - und die Zweifler lauter.

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