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Martin Kind (l.) und Mirko Slomka haben den Vertrag des Trainers bis 2013 verlängert © getty

Die Hängepartie um den neuen Vertrag von 96-Trainer Slomka hat Spuren hinterlassen. Bei SPORT1 äußert sich Klub-Boss Martin Kind.

Von Jakob Gajdzik

München/Hannover - Trotz der Einigung am Dienstag ist die wochenlange Hängepartie um die Vertragsverlängerung von Mirko Slomka bei Hannover 96 an allen Beteiligten nicht spurlos vorübergegangen.

"Es hat mir sehr geschadet. Ich stehe jetzt da, als wäre ich ein unanständiger Pokerer", sagte der Coach zu seiner späten Unterschrift unter den Kontrakt bis 2013.

Etwas positiver wertete der Klubboss die Einigung.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Was zählt ist das Ergebnis"

Im Gespräch mit SPORT1 gab Martin Kind zwar zu, dass die Verhandlungen im Endeffekt etwas lange dauerten.

"Gut ist ein derart langer Prozess nie. Was zählt ist aber nur das Ergebnis", sagte der 66-Jährige.

"Das ist eine gute Entscheidung für Hannover und für Mirko Slomka. Ich freue mich auf zweieinhalb Jahre weitere Zusammenarbeit."

Nach der abgeschlossenen Trainer-Personalie soll nun die Zukunft der Niedersachsen angegangen werden.

"Jetzt können alle weiteren Entscheidungen wie Transfers und Kaderplanung gezielt und zügig vorangetrieben werden" sagte Kind.

Haggui und Schulz sollen bleiben

Da stehen besonders die beiden Abwehrstützen Karim Haggui und Christian Schulz im Fokus, insgesamt laufen sogar acht Veträge am Saisonende aus.

"Wir haben beiden ein deutliches Signal gegeben. Wir wollen die Verträge mit allen Leistungsträgern verlängern und uns dazu gezielt verstärken", erklärte Kind auf SPORT1-Nachfrage.

Damit wollen die Niedersachsen "unser Ziel erreichen, uns mittelfristig im oberen Drittel zu etablieren".

[kaltura id="0_ywvh6lr8" class="full_size" title="Slomka: "Es hat mir geschadet""]

Platz drei "unerwartet, aber kein Zufall"

Den derzeitigen dritten Tabellenplatz sieht Kind zwar als "unerwartet, jedoch nicht als Zufall" an.

Hauptgrund ist aus Sicht des Vereinsbosses die gute Transferarbeit der letzten beiden Jahre unter Manager Jörg Schmadtke und das Wirken von Mirko Slomka.

Doch der so gelobte Trainer sorgt sich dennoch um seine Image an der Leine.

Daran seien auch die Medien mitschuldig, meinte der 43-Jährige: "Die Berichterstattung hatte mit der Wirklichkeit nichts zu tun."

Angaben darüber, warum sich zuletzt ein derartiges Hickhack um den neuen Vertrag entwickelt hatte, machte Slomka nicht.

Seit Dezember verhandelt

Ein erstes Vertragsangebot im Dezember hatte der Coach abgelehnt.

Vor zwei Wochen hatte Slomka dann mit der Bitte um eine vorzeitige Freigabe für Unruhe im Verein und Ärger bei Kind gesorgt, der eine Trennung abgelehnt hatte.

"Ich fand, das hat nicht so lange gedauert, wie es dargestellt wurde", meinte Slomka dennoch.

Gleichwohl war der Vertrag auch am Mittwochnachmittag noch immer nicht unterschrieben.

"Möchte weiter im oberen Bereich arbeiten"

Auch er wollte lieber den Blick nach vorne richten.

"Ich möchte weiter im oberen Bereich der Bundesliga arbeiten. Wir müssen versuchen, die derzeitige Mannschaft zusammenzuhalten", forderte er.

Diese zeigt sich über die Vertragsverlängerung erfreut und fordert nun ein Essen vom Coach.

"Er hat ja auch durch uns den Vertrag verlängert bekommen", scherzte Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach.

Pogatetz und Pinto im Spitzenspiel fraglich

Vor dem Spitzenspiel am Freitag bei Bayer Leverkusen (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) bangen die Niedersachsen derweil um den Einsatz von Abwehrchef Emanuel Pogatetz und Mittelfeldantreiber Sergio Pinto.

Pogatetz wird von einer fiebrigen Erkältung geplagt. Pinto leidet weiterhin an Magen-Darm-Problemen.

Definitiv verzichten müssen die Niedersachsen auf Offensivallrounder Jan Schlaudraff, der mit einer muskuläre Verletzung der Bauchdecke ausfällt.

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