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Ruud van Nistelrooy stand von 2006 bis 2010 bei Real Madrid unter Vertrag © getty

HSV-Trainer Veh gibt seinem abwanderungswilligen Star Rückendeckung. Der schimpft auf den Vorstand und macht seinem Ärger Luft.

Von Nikolai Kube

München/Hamburg - Er spielte schwach, verballerte reihenweise Chancen.

Im Trainingsspiel des Hamburger SV machte Ruud van Nistelrooy einen schlechten und unmotivierten Eindruck.

Zeigte der Niederländer so etwa seine Enttäuschung über den geplatzten Wechsel zu Real Madrid? Oder tritt van Nistelrooy nun sogar in einen Streik?

HSV-Trainer Armin Veh will davon nichts wissen.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass Ruud alles geben wird. So habe ich ihn kennengelernt. Es ist wichtig, dass er jetzt schnell den Kopf freibekommt", sagte Veh.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Ich muss meinen Vertrag erfüllen"

Und auch der Stürmer selbst schiebt solche Spekulationen beiseite. Van Nistelrooy: "Das ist nicht meine Art. Niemand hatte mich gezwungen, beim HSV zu unterschreiben."

Er fügte an: "Nun muss ich meinen Vertrag erfüllen."

Worte, die zeigen: Mit großer Leidenschaft wird der 34-Jährige in den kommenden Monaten nicht mehr bei der Sache sein.

Auch wenn Veh ihm einen Stammplatz garantiert. "Ruud ist bei mir gesetzt", so der Trainer.

Sechs Saisontore erzielte der Stoßstürmer bislang in dieser Saison für den Bundesligisten.

Van Nistelrooy vergeht die Lust

Sein Zorn richtet sich in erster Linie gegen den Vorstand: "Gegen die Fans, meine Mitspieler oder den Trainer kann ich nichts sagen. Es war der Verein, der die Entscheidung getroffen hat", sagte der HSV-Star.

Van Nistelrooy macht keinen Hehl daraus, keine Lust mehr auf den HSV zu haben.

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"Das ist ein großes Ärgernis", sagte er der "Marca".

Van Nistelrooy weiter: "Ich habe den HSV inständig darum gebeten, es mir zu erlauben, meinen Traum zu erfüllen. Aber nun bleibe ich in Hamburg, auch wenn mein Herz für Madrid schlägt."

Traum von der Champions League zerplatzt

Vor allem die verpasste Chance, sich den Champions-League-Titeltraum doch noch zu erfüllen, stößt dem Stürmer mächtig auf.

"Nun werde ich meine Karriere beenden, ohne diesen Titel jemals gewonnen zu haben. Das schmerzt", verriet er.

Er wäre sogar bereit gewesen, den Real-Deal mit Eigenkapital zu forcieren.

So hätte van Nistelrooy einen Teil der Ablöse übernommen und auf Gehalt bei den "Königlichen" verzichtet.

Die Madrider hatten zuletzt zwei Millionen Euro sowie ein Freundschaftsspiel anlässlich des 125-jährigen Vereinsjubiläums des HSV 2012 geboten.

Keine Zukunft in Hamburg

Zu wenig für den HSV, van Nistelrooys Traum ist geplatzt - und damit auch eine mögliche Vertragsverlängerung im Sommer.

Mit anderen Worten: Nach der Rückrunde ist der Stürmerstar weg!

"Ich werde zu einem anderen Klub gehen", sagte "Van the Man".

Auch sein Berater Roger Linse bestätigte: "Es ist nun ausgeschlossen, dass Ruud beim HSV verlängert."

Das Tischtuch zwischen dem Niederländer und den Hamburgern scheint zerschnitten, die Aussagen van Nistelrooys sind für einen Spieler mit gültigem Vertrag harter Tobak.

Veh glaubt an Vertragsverlängerung

Dennoch: Veh stellt sich hinter seinen Schützling - und glaubt sogar an einen langfristigen Verbleib.

"So wie ich Ruud kenne, steckt er das weg. Das mit der Vertragsverlängerung kann in den kommenden Wochen schon wieder ganz anders aussehen", sagte Veh.

Ob die Entscheidung der Hamburger die richtige war, van Nistelrooy gegen dessen Willen zu halten, wird sich jetzt zeigen.

Seine Trainingsleistung lässt nichts Gutes erahnen.

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