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Shinji Kagawa verletzte sich im Halbfinale des Asien-Cups gegen Südkorea © getty

Dortmunds Shootingstar zieht sich beim Asien-Cup einen Mittelfußbruch zu. "Das trifft uns schwer", sagt BVB-Boss Watzke.

Von Thorsten Mesch

München/Dortmund - Borussia Dortmund muss im Meisterschaftskampf voraussichtlich lange auf Shootingstar Shinji Kagawa verzichten.

Der 21-jährige Japaner erlitt im Halbfinale des Asien-Cups gegen Südkorea (3:0 im Elfmeterschießen) einen Bruch des Mittelfußes.

"Der fünfte Mittelfußknochen ist gebrochen", teilte der japanische Fußball-Verband am Mittwochnachmittag mit.

Watzke: "Das trifft uns schwer"

"Das trifft uns schwer. Er war die prägende Figur in der Hinrunde", sagte BVB-Vorstandschef Hans-Joachim Watzke. "Die Saison ist in dreieinhalb Monaten zu Ende, und ein Mittelfußbruch ist keine unerhebliche Verletzung. Es wird eng."

Zunächst war nur von einer leichten Verletzung ausgegangen worden, wegen der Kagawa am Mittwoch mit dem Training ausgesetzt hatte.

Kagawas Berater Bernhard Schmittenbecher, der für die Agentur Pro Profil GmbH den Spieler betreut, sagte: "Für den Jungen ist es natürlich ein bitterer Schlag. Möglicherweise kann er die Meriten nicht selbst einsammeln, sondern muss zuschauen."

Am Donnerstag zurück in Dortmund

Die Borussia habe darum gebeten, dass Kagawa "so schnell wie möglich nach Dortmund zurückkommt, damit er sich in die Hände unseres Mannschaftsarztes Dr. Markus Braun begeben kann", so BVB-Pressesprecher Josef Schneck zu SPORT1.

Im Lauf des Donnerstags soll Kagawa demnach in Dortmund eintreffen.

Befürchtungen treffen ein

Sollte sich der Verdacht auf Mittelfußbruch bestätigen, würde Kagawa wohl für mindestens sechs bis acht Wochen ausfallen.

Schon vor Kagawas Abreise zum Asien-Cup hatten sich die Verantwortlichen beim BVB kritisch über die Terminierung des Turniers in Katar geäußert.

Ausfall wiegt schwer

Trainer Jürgen Klopp konnte die längerfristigen Ausfälle von Kapitän Sebastian Kehl, Mohamed Zidan und Patrick Owomoyela kompensieren, aber Kagawas Ausfall wiegt deutlich schwerer.

Dennoch verfiel der Coach vorerst nicht in Panik. "Geschockt war ich, als ich vom Tod von Bernd Eichinger erfahren habe", sagte zu SPORT1 auf die Frage nach seinen Gefühlen und ergänzte: "Das ist sowohl für uns als auch für Shinji eine unerfreuliche Nachricht. Aber wir warten ab, bis wir eine seriöse Untersuchung haben. Bislang wurde er nur geröntgt."

[kaltura id="0_fwprzwsh" class="full_size" title="Klopp Es tut weh "]

"Verband sicher nicht ganz unschuldig"

Auch dem japanischen Verband schob Klopp eine Teilschuld zu: "Der Verband ist durch die vielen Termin sicher nicht ganz unschuldig."

Kagawa, der BVB vor der Saison für 350.000 Euro vom japanischen Zweitligisten Cerezo Osaka geholt hatte, war quasi aus dem Nichts zum Bundesliga-Star geworden, in der Hinrunde trieb er die junge Dortmunder Mannschaft als Motor zur Höchstleistung.

Vom Schnäppchen zum Millionen-Mann

In 17 Liga-Spielen erzielte er insgesamt acht Tore, ist trickreich, technisch und taktisch versiert, dazu kaltschnäuzig im Abschluss.

Ganz Deutschland fragte sich, wie der BVB ausgerechnet auf den Torschützenkönig der zweiten japanischen Liga gekommen war. Der Marktwert des Schnäppchens soll Schätzungen zufolge mittlerweile acht Millionen Euro betragen.

Noch kein Gedanke an Ersatz

Dass die Borussia aber auch ohne Kagawa meisterlich spielen kann, bewies sie beim überzeugenden 3:1-Sieg zu Beginn der Rückrunde in Leverkusen.

Der BVB kann bis zum 31. Januar, wenn das Transferfenster schließt, für Ersatz sorgen.

"Es ist noch viel zu früh, darüber etwas zu sagen. Ich werde mich jetzt erstmal mit dem Trainer und dem Sportdirektor zusammensetzen und über die Situation sprechen", sagte Watzke.

Er klang betroffen.

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