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Gonzalo Castro (r.) traf bisher in 160 Liga-Spielen für Bayer Leverkusen neunmal © imago

Vor der Partie gegen Hannover spricht Bayers Gonzalo Castro bei SPORT1 über den kommenden Gegner, die DFB-Elf und Michael Ballack.

Von Jakob Gajdzik

München - Sie sind als Tabellenzweiter der erste Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund.

Und auch wenn der Abstand zur Spitze elf Punkte beträgt, verläuft die Saison für die Leverkusener bisher zur vollsten Zufriedenheit (DATENCENTER: Bundesliga).

Denn Bayer liegt voll auf Kurs, nach sieben Jahren erstmals wieder die Champions League zu erreichen.

Beim 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach trug Conzalo Castro mit zwei Treffern entscheidend dazu bei, dass die Werkself ihre Position festigen konnte.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Vor dem Topspiel gegen den Tabellendritten Hannover 96 (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) spricht der fünfmalige Nationalspieler im SPORT1-Interview über Michael Ballack, Bayers Heimschwäche und das Rennen um die Champions-League-Plätze.

SPORT1: Mit zwei Toren waren Sie gegen Gladbach der Matchwinner - ein ganz neues Gefühl für Sie. Finden Sie Gefallen an der Mittelfeld-Rolle, wie gegen die Borussia?

Gonzalo Castro: Es ist ja nichts Neues, dass ich gerne im Mittelfeld spiele. Dort hatte ich, auch auf der Sechserposition, bereits einige Einsätze. Im Endeffekt geht es aber nicht darum, was man als Spieler gerne hätte. Es zählt nur, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. In Mönchengladbach war dies der Fall, und dabei habe ich auf der neuen Position sicherlich eine mitentscheidende Rolle gespielt. Natürlich gefällt es einem, wenn man als zweifacher Torschütze in Erscheinung treten kann. Das erleben ja selbst Topstürmer nicht alle Tage.

SPORT1: Die Aufholjagd auf Platz eins wurde direkt am ersten Rückrundenspieltag jäh gestoppt. Ist Dortmund noch aufzuhalten?

Castro: Unsere Aufgabe kann nicht sein, uns mit Dortmund zu beschäftigen. Bei einem derartigen Vorsprung muss man davon ausgehen, dass die Meister werden. Uns bleibt nur, unsere Spiele zu gewinnen und die unmittelbare Konkurrenz in Schach zu halten. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.

[kaltura id="0_yk8r5klr" class="full_size" title="Helmes aus Kader gestrichen"]

SPORT1: Ist Bayers Ziel nun Platz zwei?

Castro: Wir stehen auf diesem Rang und werden ihn jedenfalls nicht kampflos hergeben. In der jetzigen Konstellation ist Platz zwei ein realistisches Ziel.

SPORT1: Michael Ballack feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback. Wie ist sein Stellenwert für die Mannschaft?

Castro: Michael ist ein Spieler mit riesengroßer Erfahrung. In Mönchengladbach hat er sich mühelos integriert und dabei auch Akzente gesetzt. Er wird uns weiterhelfen und sich dabei mit zunehmender Spielpraxis selbst noch verbessern. Es ist klasse, dass wir solche Spieler in unseren Reihen haben.

SPORT1: Sie gelten seit Jahren als potenzieller Nationalspieler. Bislang kamen Sie aber nur auf fünf Länderspiele. Warum hat es mit dem Durchbruch in der DFB-Elf bisher nicht geklappt?

Castro: Ich hatte einen guten Karrierestart und habe mich als sehr junger Spieler in Leverkusen etablieren können. Dann ist, das muss ich zugeben, nicht alles optimal gelaufen. Der Sprung aus den Junioren-Teams des DFB in die Nationalmannschaft hat nicht richtig geklappt. Aber ich habe nach wie vor Entwicklungsmöglichkeiten. Es ist klar, dass ich weiter Gas geben muss. Allerdings nützt es nichts, über die Nationalmannschaft zu reden. Wer etwas erreichen möchte, muss Taten sprechen lassen.

SPORT1: Jetzt geht es zu Hause gegen das Überraschungsteam aus Hannover. Wie lautet die Marschroute?

Castro: Die Marschroute kann nur lauten, dieses Spiel zu gewinnen. Das wird schwer genug, Hannover spielt eine unheimlich gute Saison. Aber klar ist, dass wir drei Punkte wollen.

SPORT1: Die bisherige Heimbilanz ist mit drei Siegen in zehn Spielen schwach. Warum klappt es zu Hause nicht?

Castro: Wenn ich jetzt sage, dass sich viele Mannschaften bei uns nur hinten reinstellen und destruktiv Fußball spielen, hört sich das wie eine Ausrede an. Es ist zwar so, aber das darf für eine Spitzenmannschaft keine Entschuldigung sein. Wir betrachten das durchaus selbstkritisch und arbeiten daran, unsere Heimbilanz zu verbessern. Und ich bin überzeugt davon, dass uns das auch gelingen wird.

SPORT1: Denken Sie, 96 wird bis zum Ende ein Konkurrent um die Champions-League-Plätze bleiben? Oder wird es doch wieder ein Zweikampf mit den Bayern?

Castro: Von einem Zweikampf kann keine Rede sein. Ich denke, dass einige Teams bis zum Schluss mitmischen werden, warum nicht auch Hannover? Die haben eine richtig gute Mannschaft.

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