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Shinji Kagawa kam im Sommer 2010 für 350.000 Euro von Cerezo Osaka zum BVB © getty

Untersuchungen haben Gewissheit über die Schwere der Verletzung ergeben. Der Japaner muss operiert werden, das Saisonaus scheint sicher.

Von Martin Volkmar

München - Keine Hoffnung mehr für Borussia Dortmund und Shinji Kagawa:

Bei Untersuchungen in der Duisburger Unfallklinik wurde der befürchtete Bruch des fünften Mittelfußknochens Gewissheit.

Kagawa muss operiert werden, ein Einsatz noch in dieser Saison scheint unwahrscheinlich.

Der Japaner hatte sich die Verletzung beim Halbfinale des Asien-Cups gegen Südkorea zugezogen.

"Ich befürchte das Schlimmste", hatte der 21-Jährige bereits gesagt, bevor er auf Krücken in Doha ins Flugzeug zurück nach Deutschland stieg, wo sich dann nach der Landung die Befürchtungen bestätigten.

Trainer Jürgen Klopp hatte sich schon auf der Pressekonferenz vor dem nächsten Spiel in Wolfsburg wenig optimistisch gezeigt.

Auch Klopp glaubt nicht an rasche Rückkehr

"Wir hatten schon einige im Kader mit dieser Verletzung. Es hat zwar immer unterschiedlich lange gedauert, aber bei keinem kürzer als drei Monate", erklärte der Chefcoach: "Das würde bedeuten, dass das Saisonende zu schnell kommt."

Er habe "einen fürchterlichen Schlag gespürt", berichtete Kagawa vor seiner Abreise über den Moment der Verletzung Mitte der zweiten Halbzeit im Spiel gegen Südkorea.

Trotz Verletzung nicht ausgewechselt

Doch erst drei Minuten vor Schluss wurde der Mittelfeldspieler ausgewechselt, was er offenbar selber als Fehler sieht: "Ich hatte schon das Gefühl, dass es riskant ist."

Die Dortmunder dürften sich damit in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt fühlen, denn schon vor dem Turnier hatte Michael Zorc die Abstellung kritisiert.

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Wohl keine Klage gegen Japans Verband

"Die FIFA macht ihr eigenes Ding. Es ist ärgerlich. Schließlich bezahlen die Klubs die Spieler, die im besten Fall müde und im schlimmsten Fall verletzt von solchen Turnieren zurückkommen", hatte der Sportdirektor da erklärt.

Trotzdem planen die Westfalen keine Klage gegen den japanischen Verband, so Zorc am Donnerstag:

"Wir werden sehen, welche Möglichkeiten es gibt, aber Stand jetzt gehen wir davon aus, dass wir keinerlei Ansprüche stellen werden."

Klopp über japanischen Verband verärgert

Gleichwohl ist die Verägerung groß, wie auch Klopp deutlich machte. "Der Verband ist durch die vielen Termin sicher nicht ganz unschuldig", sagte der Trainer SPORT1: "Das ist sowohl für uns als auch für Shinji eine unerfreuliche Nachricht."

Ähnlich frustriert zeigte sich Spielführer Nuri Sahin. "Das tut uns als Mannschaft weh", meinte er.

Trotzdem keine Neuverpflichtungen

Trotzdem will der souveräne Bundesliga-Spitzenreiter nicht mehr auf dem Transfermarkt aktiv werden.

"Shinji wird uns natürlich sehr fehlen, keine Frage", sagte Zorc. "Aber wir haben andere Spieler, die die Position spielen können. Stand jetzt planen wir, niemanden dazuzuholen."

Neben Mario Götze, der Kagawa bislang glänzend vertreten hat, setzt Zorc auch auf Tamas Hajnal und den noch verletzten Mohamed Zidan.

Auch da Silva verletzt

Dennoch wird die Liste der Ausfälle beim BVB immer länger. Neben Zidan beklagt Klopp die Langzeitverletzten Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela

Zudem erlitt Antonio da Silva am Mittwoch auch noch eine Bänderdehnung. Dagegen kehrte Sven Bender nach zehntägiger Pause wieder ins Training zurück.

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