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Lukas Piszczek absolvierte für den BVB und Hertha BSC Berlin bisher 86 Bundesligaspiele © getty

Der BVB-Profi räumt die Beteiligung an einer Spielbeeinflussung ein. Der Verein ist schockiert. Es gibt aber keine Strafe.

Dortmund - Lukas Piszczek von Tabellenführer Borussia Dortmund hat sich im Dezember 2009 wegen der Mittäterschaft bei einer Spielmanipulation bei der Staatsanwaltschaft im polnischen Breslau selbst angezeigt.

Konsequenzen seines jetzigen Arbeitgebers - der Abwehrspieler steht seit sieben Monaten beim BVB unter Vertrag steht - muss Piszczek aber ebenso nicht befürchten wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Seitens der Staatsanwaltschaft wurde Pisczek als Mitläufer eingestuft, weswegen ihn wohl lediglich eine Geldstrafe erwartet.

Klopp: "Für uns ist das abgeschlossen"

"Ich habe mit ihm nicht über den eigentlichen Fall gesprochen, habe ihm aber gesagt, dass er meine maximale Unterstützung hat", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel der Borussia am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) beim VfL Wolfsburg.

"Das ist keine Bagatelle, und man muss auch nicht so tun. Aber wenn man relativ weit hinten steht in der Hierarchie und andere so etwas tun, ist es schwer, sich rauszunehmen. In Polen ist das abgeschlossen und für uns sowieso", erklärte Klopp weiter.

"Der Vorgang ist uns bekannt. Lukas hat uns informiert, nachdem er seine Aussagen bei der Staatsanwaltschaft gemacht hat", so BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

"Sein Handeln ist eine Verfehlung, aber es spricht für ihn, dass er sich selbst ohne fremden Druck angezeigt hat. Wir betrachten das als einen in Polen abgeschlossenen Vorgang", erklärte Zorc dem "kicker".

DFB wird nicht ermitteln

Der DFB wird nachträglich keine Ermittlungen aufnehmen. "Zur Aufklärung des Tatvorwurfs ist der DFB-Kontrollausschuss mangels Zuständigkeit nicht berufen", sagte der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner.

Ob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermitteln wird, ist unklar.

Es geht um einen Vorfall, der sich am letzten Spieltag der Saison 2005/2006 ereignete.

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Damals spielte Piszczek als Leihgabe bei Zaglebie Lubin. Der Klub benötigte für die UEFA-Cup-Qualifikation noch einen Punkt.

Spiel gekauft für 25.000 Euro

Nach "kicker"-Recherchen soll die Mannschaftsführung beschlossen haben, das Spiel für umgerechnet rund 25.000 Euro zu kaufen.

Die Begegnung endete 0:0.

Piszczek gehörte nicht zum Kader, soll aber im Zuge der Manipulation auch Geld bezahlt haben. Ältere Spieler sollen Zeugenaussagen zufolge in der Sache Druck auf die jüngeren ausgeübt haben. Spielmanipulationen wurden in Polen im großen Stil durchgeführt.

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Breslau, bei der sich auch Piszczek selbst angezeigt hat, ermittelt derzeit gegen gut 400 Spieler, Trainer, Funktionäre und Schiedsrichter. Piszczek soll auch seinen damaligen Trainer Franciszek Smuda, der heute Nationalcoach ist, über sein Fehlverhalten informiert haben.

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