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Louis van Gaal ist seit Sommer 2009 Trainer beim FC Bayern München © imago

Auch die früheren Bayern-Stars attackieren den Trainer. Vor allem der Abgang Mark van Bommels sorgt für Unverständnis.

München - Erst Uli Hoeneß und Christian Nerlinger, jetzt Oliver Kahn und Mehmet Scholl: Die Kritik an Bayern Münchens Trainer Louis van Gaal wird immer lauter.

"Der Mann geht seinen Weg, links und rechts fällt einer um - aber ob das gut ist, das muss man abwarten", sagte der frühere Bayern-Profi Scholl als "ARD"-Experte am Rande des DFB-Pokal-Viertelfinals der Bayern bei Alemannia Aachen (4:0). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es passt jedenfalls nicht zu dem warmen Verein, den ich kennengelernt habe."

"Zum Erfolg verdammt"

Der frühere Münchner Weltklassetorhüter Kahn wirft van Gaal wie zuvor bereits Bayern-Präsident Hoeneß Beratungsresistenz vor.

"Wo Kooperation nötig ist, trifft van Gaal - so der Eindruck - Entscheidungen im stillen Kämmerlein und setzt die anderen danach davon in Kenntnis. Ein Trainer sollte aber die Führungsebene in die Entscheidungen einbeziehen", schrieb Kahn in einer Kolumne im "kicker".

Das Resultat seien Kommunikationsstörungen zwischen dem Coach auf der einen sowie Hoeneß und Sportdirektor Nerlinger auf der anderen Seite, so Kahn.

"Somit ist van Gaal jetzt noch mehr zum Erfolg verdammt. Ob es die nötige Kontinuität in der Position des Trainers gibt, hängt momentan extrem von Ergebnissen ab. Aber es ist eben sein Credo: Tod oder Gladiolen", sagte Kahn.

Kahn: Van Bommels Abgang problematisch

Kahn kann auch nicht nachvollziehen, dass der FC Bayern Kapitän Mark van Bommel zum AC Mailand gehen ließ.

"Ich halte es für problematisch. Während der Saison Spieler abzugeben - dazu einen so erfahrenen, wichtigen Mann wie Mark van Bommel, der das Team und vor allem die jüngeren Spieler geführt hat."

Auch für Scholl ist die Entscheidung völlig unverständlich.

"Dass während einer Saison ein verdienter Spieler wie Mark geht, dass ein Kapitän im Winter für ein halbes Jahr woanders unterschreibt, das hat es noch nie gegeben beim FC Bayern", sagte der 40-Jährige.

"Effe" und "Auge" vermissen van Bommel ebenfalls

Auch die früheren Bayern-Stars Stefan Effenberg und Klaus Augenthaler schätzen die Lage ähnlich ein.

"Mark van Bommel wird natürlich fehlen. Er wäre in den großen internationalen Spielen noch sehr wichtig für die Mannschaft gewesen", sagte Effenberg der "Bild".

Augenthaler glaubte ebenfalls, dass van Bommel "auf alle Fälle fehlen wird. Auf dem Platz, aber auch außerhalb. Mark hat die professionelle Einstellung, die man sich als Verein nur wünschen kann."

"Fußballer sind auch Menschen"

Scholl konnte über die Gründe für den Transfer des einstigen "Aggressive Leaders" nur rätseln.

"Dieser Abgang sieht sehr nach Flucht aus. Und was war vorher? Wovor ist denn Lucio geflüchtet, wovor Martin Demichelis und Luca Toni? Die hatten alle nicht die Chance, respektvoll verabschiedet zu werden. Das ist mehr als schade", ergänzte Scholl.

Dann lieferte eine vielsagende Einschätzung der Lage bei den Bayern: "Sportlich ist es ganz okay, finanziell ist es auch in Ordnung, aber Fußballer sind auch Menschen."

Zudem kritisierte Kahn auch die Verjüngung im Team der Bayern. Dies habe Grenzen, "es kann nicht das Ziel des FC Bayern sein, eine verstärkte U 21 aufzubauen".

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