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Tymoshchuk (l.) und Luiz Gustavo dürften bis auf Weiteres in der FCB-Abwehr gesetzt sein © imago

Gegen Aachen blieb die neu formierte Bayern-Abwehr ohne Gegentor. Das Zusammenspiel wird besser, Lahm und van Gaal warnen aber auch.

Von Christian Stüwe und Matthias Becker

München - Die Zeiten sind unruhig beim FC Bayern.

Kapitän Mark van Bommel ist von Bord gegangen, der Rückstand auf die Bundesliga-Spitze bleibt nach wie vor groß und im Achtelfinale der Champions League wartet mit Titelverteidiger Inter Mailand eine große Herausforderung auf die Münchner.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Umso wichtiger ist es daher, eine eingespielte und sichere Abwehr zu haben - auch für das Selbstvertrauen des Teams.

Viel wurde bislang rotiert, doch in der zweiten Halbzeit gegen Kaiserslautern (5:1) und im Pokalspiel in Aachen (4:0) vertraute Trainer Louis van Gaal jeweils der gleichen Viererkette.

"Es läuft immer besser"

Philipp Lahm auf rechts, Holger Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk in der Zentrale sowie Neuzugang Luiz Gustavo auf links: Hat van Gaal nun seine Stammformation gefunden?

"Es läuft immer besser", berichtete der neue Kapitän Lahm im Gespräch mit SPORT1: "Ich glaube, dass wir immer besser zusammenspielen."

Breno und Daniel van Buyten dürften dies nicht gerne hören, auch in Bremen (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) droht ihnen der Platz auf der Bank.

Neue Viererkette offenbart Probleme

Doch obwohl die neue Bayern-Abwehr in den letzten beiden Partien nur einen Gegentreffer kassierte, dürfen die Reservisten hoffen.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Denn das eine oder andere Fragezeichen hinterließ der neue Defensivverbund doch.

In Aachen etwa drängte der Zweitligist nach der Halbzeitpause auf den Ausgleich, die Alemannia-Offensive stellte die Bayern-Verteidiger dabei mehrfach vor Probleme.

[kaltura id="0_q2l7sr9k" class="full_size" title="Nerlinger Es war ein wichtiger Schritt"]

Licht und Schatten bei Kraft

"Aachen hatte in der zweiten Halbzeit eine gute Phase, das stimmt", räumte Lahm ein: "Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie da rauskommen kann."

Dies war aber in erster Linie ein Verdienst der starken Offensive, die die Hintermannschaft nach der Einwechslung Arjen Robbens entlastete.

Zuvor wechselten sich vor allem beim neuen Stammtorwart Thomas Kraft Licht und Schatten ab.

Zunächst offenbarte der 22-Jährige Schwächen in der Strafraumbeherrschung, dann kratzte er mit einem sensationellen Reflex einen Kopfball von Tobias Feisthammel von der Linie

Van Gaal kritisiert den Keeper

Van Gaal konnte sich darüber nur bedingt freuen.

"Er hat selbst die Ecke verschuldet. Und das werde ich ihm auch erzählen", meckerte der Niederländer.

"Ich nicht so zufrieden. Er war unsicher und hat die Situation nicht vorhergesehen."

Luiz Gustavo im Glück

Auch beim neuen Linksverteidiger Luiz Gustavo wechselten sich starke und schwache Szenen ab.

Der Brasilianer bereitete das Führungstor durch Mario Gomez mit einer mustergültigen Flanke vor, foulte allerdings auch Alemannia-Angreifer Benjamin Auer elfmeterreif im Strafraum.

Der 23-Jährige hatte Glück, dass der Pfiff des Schiedsrichters ausblieb.

Lahm erlaubt sich kein Urteil

Lahm wollte daher noch kein abschließendes Urteil über seinen neuen Mitspieler fällen.

"Das kann man beurteilen wenn er länger da ist", sagte der 27-Jährige: "Der FC Bayern ist etwas anderes als alle anderen Vereine. Erst wenn er öfter gespielt hat, wird man sehen, ob er auch zu diesem Verein passt."

Linksverteidigung einfacher als Mittelfeld

Für van Gaal hingegen ist zumindest klar, dass Gustavo nicht in der Viererkette gehört, sondern vielmehr die Lücke schließen soll, die van Bommels Abgang im defensiven Mittelfeld hinterlassen hat.

"Er müsste eigentlich im Mittelfeld spielen, aber er muss auch erstmal das System des FC Bayern kennenlernen. Als Linksverteidiger ist es für ihn erstmal einfacher", erklärte der Trainer.

Denn auf der Mittelfeld-Position konnte der Brasilianer van Gaal bisher offenbar nicht komplett überzeugen. "Gegen den FCK hat er für unseren Geschmack zu viele Fehler gemacht", sagte der 59-Jährige.

Auch deshalb beorderte van Gaal Gustavo nach der Pause von der Mittelfeldzentrale in die Viererkette.

Bremen vor Augen, Inter im Kopf?

Und so bleiben einige Fragezeichen hinter der neuen Abwehrformation des FC Bayern.

Schon am Samstag steht bei Werder die nächste Bewährungsprobe an. Auch das Hinspiel bei Inter Mailand Ende Februar rückt immer näher.

Spätestens bis dahin sollte sich die Bayern-Abwehr gefunden haben.

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