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Torsten Frings (r.) gewann 1999 und 2009 mit Werder den DFB-Pokal © getty

Bremen droht bei einer Pleite gegen den FCB der Totalabsturz. Van Gaal findet das "unglaublich". Werder gibt sich kämpferisch.

München/Bremen - Sagen wollten sie erstmal nichts.

Die Werder-Profis hielten sich mit Interviews in dieser Woche zurück.

Kein Wunder. Denn in Bremen müssen die Kräfte gebündelt werden - für den Abstiegskampf und den richtungsweisenden Nord-Süd-Gipfel gegen den FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Bremer Lage ist prekär: Platz 14, nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Zuletzt gab es ein peinliches 0:3 beim Abstiegskandidaten 1. FC Köln.

Der Totalabsturz droht.

Schaaf: Gut, dass die Bayern kommen

Selbst in München verfolgt man die Entwicklung mit Verwunderung.

"Normalerweise ist das immer ein ganz schwerer Gegner", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal und fügte beim Blick auf die Tabelle hinzu: "Es ist fast unglaublich, dass die Bremer da stehen, wo sie stehen."

Werder-Trainer Thomas Schaaf appelliert währenddessen weiter tapfer an seine Spieler, die ihn in der laufenden Saison jedoch immer wieder im Stich ließen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es ist eine gute Sache, dass es gegen die Bayern geht. Gerade in unserer Situation kann sich in so einem Spiel jeder beweisen, kann die Dinge besser machen als zuletzt", sagt Schaaf.

Krisensitzung - die neunte?

Sollte dies erneut misslingen und es gegen die Münchner eine Packung geben, dürfte am Sonntag die nächste Krisensitzung anstehen. Es wäre die neunte der Spielzeit.

Dass der Coach selbst um seinen Job fürchten muss, scheint aber ausgeschlossen. Aufsichtsratschef Willi Lemke und Sportdirektor Klaus Allofs stärken dem Übungsleiter immer wieder den Rücken.

[kaltura id="0_lngemuya" class="full_size" title="Abstiegsangst an der Weser "]

Nach über 38 Jahren im Verein und fast zwölf Jahren auf dem Posten des Cheftrainers könnte Schaaf wohl allenfalls selbst die Brocken hinwerfen.

Kein Ersatz für Özil und Naldo

Allofs will jedoch keine derartigen Signale vernommen haben.

"Einen solchen Ansatz gibt es nicht. Das Problem ist auch nicht der Trainer. Das Problem ist die Mannschaft", sagt der Manager, der an der Zusammenstellung des überforderten Personals allerdings maßgeblich beteiligt war.

Keiner der Sommerzugänge schlug wirklich ein. Ein Ersatz für den dauerverletzten Innenverteidiger Naldo wurde ebenso wenig verpflichtet wie ein Nachfolger für den zu Real Madrid abgewanderten Spielmacher Mesut Özil.

Brasilianer Samuel soll kommen

Immerhin müht man sich, vor Ablauf der Wechselfrist doch noch einen Coup zu landen. Bisher mit mäßigem Erfolg.

Stürmer Denni Avdic ist schon neu zum Kader gestoßen, bisher jedoch allenfalls eine Ergänzung. Mehr dürfte auch vom Serben Predrag Stevanovic nicht zu erwarten sein.

Nun soll noch der Brasilianer Samuel kommen. Auch er ist ein unbeschriebenes Blatt. Gegen Bayern muss Schaaf weiter auf seinen bestehenden Kader zurückgreifen.

Katastrophale Defensive

"Was großen Fußball anbelangt, ist die Erwartungshaltung an uns nicht so groß. Da sind die Bayern eher gefordert. Aber man kann von uns erwarten, dass wir auf dem Platz ein echter Gegner sind", sagt Schaaf.

Vor allem in der Defensive muss sich das Schaaf-Team gehörig steigern. Sonst droht gegen Arjen Robben und Co. ein Debakel.

Satte 39 Gegentore kassierte Werder in 19 Bundesliga-Spielen. Das sind im Schnitt 2,05 pro Partie - der zweitschlechteste Wert nach Tabellenschlusslicht Gladbach (50).

Dennoch lässt sich Mittelfeldmann Philipp Bargfrede zu einer Kampfansage hinreißen: "Es ist an der Zeit, auf dem Platz Taten sprechen zu lassen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Bargfrede, Frings - Kroos, Hunt, Marin ? Pizarro

Bayern: Kraft - Lahm, Tymoshchuk, Badstuber, Luiz Gustavo - Pranjic, Ottl - Robben, Schweinsteiger, Müller - Gomez

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